Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 11.08.2011 | 21:00 Uhr : Gesundheitsparadies Garten

Essbare Blumen, heilsame Wurzeln und traditionelle Gemüsesorten: Ein Garten birgt so manche Überraschung. Die zu entdecken, macht zwar etwas Mühe, aber es lohnt sich. Denn die eigene Ernte ist nicht nur vitaminreich, sie bereichert auch die Hausapotheke.

Lavendel

Die vielfältigen Tätigkeiten im Garten halten den Körper genauso fit wie ein Besuch im Fitnessstudio. Beim Heckeschneiden oder Unkrautjäten werden sowohl Muskulatur und als auch Bewegungsapparat trainiert und gedehnt. Es gelte dabei allerdings einiges zu beachten, meint Jürgen Meister, Gartenfachmann mit 40-jähriger Berufserfahrung, der im "egapark" in Erfurt Lehrlinge ausbildet. "Vieles ist für mich heute einfacher geworden. Früher habe ich viele schwere Sachen geschleppt. Das hat meinem Rücken nicht gut getan. Heute weiß ich, dass es einfacher ist, schwere Gegenstände auf Sackkarren, eine Schubkarre oder spezielle Transportgeräte zu packen", erklärt der Profigärtner. Denn: "Ziehen und Schieben ist immer besser als Heben", so Jürgen Meister.

Eine Frau mit gelben Handschuhen bei der Gartenarbeit
Gartenarbeit ist genauso gut für die Gesundheit wie ein Besuch im Fitnessstudio.

Für den Hobbygärtner eignen sich auch Gurttragesysteme, die den Transport von schweren Sachen erleichtern. Die Belastung beim Gießen wird besser verteilt, wenn man links und rechts jeweils eine Gießkanne trägt. Beim Harken der Beete sollten möglichst keine ruckartigen Bewegungen gemacht werden, denn auch die schaden dem Rücken. "Wenn wir lange auf den Knien arbeiten, verwende ich immer Knieschoner", erklärt Jürgen Meister. Handschuhe sind ebenfalls sinnvoll, da die Hände so vor Verletzungen geschützt werden. Schon kleine Wunden an Händen erhöhen die Infektionsgefahr. Wichtig ist für alle Hobbygärtner, den Tetanus-Impfschutz alle zehn Jahre aufzufrischen.

Der Snack vom Blumenbeet

Rosenblüten, Gänseblümchen, Veilchen oder Ringelblumen sind vielfältig in der Küche verwendbar. Aber auch Holunderblüten oder Chrysanthemenblätter eignen sich.

Weniger bekannt sind essbare Taglilien. Ihre Blüten haben einen fruchtigen, salatartigen Geschmack. Sie enthalten Vitamin C und viele wertvolle Pflanzenstoffe. Eigentlich sind sie viel zu schön zum Essen. Allerdings leben die einzelnen Blüten nur einen Tag, so dass der Verlust nicht so groß ist. Taglilien sind sehr pflegeleicht und bringen im Sommer wochenlang neue Blüten. Lilien dagegen sind nicht essbar. Man kann sie jedoch gut an der unterschiedlichen Blattform unterscheiden.

Pelargonie: Heilmittel im Balkonkasten

Pelargonium crispum
Duftpelargonien verströmen angenehme Gerüche.

Die Pelargonie, umgangssprachlich auch Geranie genannt, ist die Lieblingsblume der Deutschen. Sie ist die am häufigsten gekaufte Balkonblume. Die wenigsten wissen allerdings, dass man sich mit ihr eine kleine Hausapotheke im Balkonkasten züchten kann. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Sorten. Die Kapland Pelargonie beispielsweise blüht eher unscheinbar, ihre Wurzeln werden aber zu einem Arzneimittel gegen Erkältungen und Bronchitis verarbeitet. Während die meisten Pelargonien eher unangenehm riechen, verströmen Duftpelargonien wunderbar angenehme Gerüche. Sie duften nach Apfel, Zitrone, Minze, Rosen oder Schokolade und haben eine vielfältige Verwendung. Das ätherische Öl einiger Sorten wird in der Aromatherapie eingesetzt. Da die Blätter auch getrocknet ihren Duft behalten, kann man sie in ein Duftkissen stopfen. Selbst in der Küche finden sie Verwendung. Thomas Ackermann und Carola Wetzstein aus Schönstedt bei Bad Langensalza haben sogar ein ganzes Kochbuch über Duftpelargonien geschrieben. Vom Brotaufstrich, über Salatdressing, bis hin zur Pelargonien-Bowle sind darin über 40 Rezepte beschrieben. Einziger Trick dabei: Das Kraut muss sparsam verwendet werden, da der Geschmack sehr intensiv ist.

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Zuletzt aktualisiert: 11. August 2011, 17:33 Uhr

Stichwort: Gartentherapie

Immer mehr Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen und Seniorenheime setzen auf die Gartentherapie. Hier geht es um mehr als das bloße Betrachten von Blumen und Sträuchern. Die Patienten greifen selbst zu Hacke und Schaufel. Denn Pflanzensäen und Unkrautjäten üben die Feinmotorik, Umgraben fördert das Gleichgewicht, Bücken und Tragen trainieren Beweglichkeit und Koordination. Selbst schwer Kranke oder sehr alte Menschen werden durch Gartentherapie mobiler und ausgeglichener. Meist wird die Therapie von Ergotherapeuten oder dafür ausgebildeten Gärtnern betreut.

Literaturhinweise:

Regine und Thomas Ackermann, Karola Wetzstein: Geranien Koch- und Backbuch. René Burkhardt Verlag, Erfurt 2007.

Brunhilde Bross-Burkhardt: Köstliche Blüten: Rezepte und Ideen für jede Jahreszeit Umschau Buchverlag

Adressen:

Egapark Erfurt
Gothaer Str. 38
99094 Erfurt
Tel.: 0361 564 3737
www.egapark-erfurt.de
www.gartenakademie-thürigen.de

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