Ein junger Mann und ein alter Mann schauen gemeinsam auf ein Smartphone.
Bildrechte: IMAGO

Hauptsache Gesund | 08.06.2017 | 21:00 Uhr Alt werden und fit bleiben

Altern gehört zum Leben, aber keiner spricht gern darüber. Sollten wir aber! Denn unser Lebensstil hat einen enormen Einfluss darauf, wie fit wir uns im Alter fühlen. Besonders wichtig ist dabei genügend Bewegung.

von Jana Olsen

Ein junger Mann und ein alter Mann schauen gemeinsam auf ein Smartphone.
Bildrechte: IMAGO

Das Altern lässt sich nicht aufhalten. "Man wird halt nicht jünger", lautet eine der unzweifelhaften Lebensweisheiten. Schon ab Mitte 30 setzen langsam die ersten Degenerationsprozesse ein: Die Blutgefäße verkalken, das Herz verliert an Kraft, die Knochen werden poröser und die Muskelmasse nimmt ab. Falten und graue Haare oder Alterssichtigkeit stellen sich ein, Schlafprobleme oder Gelenkschmerzen lassen auch nicht mehr lange auf sich warten. Die typischen Alterserscheinungen lassen sich nicht aufhalten. Allerding gibt es Unterschiede. So altern die Organe nicht bei allen gleichermaßen schnell. Bei den einen altert zum Beispiel das Herz schneller, bei anderen die Lunge.

Bewegen, bewegen, bewegen!

Eine Frau wandert auf Gran Canaria.
Bildrechte: IMAGO

Wie die einzelnen Organe altern – und vor allem wann – hängt maßgeblich vom Lebensstil ab. "Gerade im Alter ist es sehr wichtig, sich ausreichend zu bewegen, weil man ja schon bestimmte Einschränkungen hat", gibt Sporttherapeut Jürgen Reif zu bedenken und erklärt: "Es gibt eine Untersuchung der Sporthochschule Köln bei der festgestellt wurde, dass jemand, der sich sehr gut ernährt, aber sich schlecht bewegt, ein höheres Risiko hat zu sterben als jemand, der leicht übergewichtig ist, aber sich ausreichend viel bewegt."

Um positive Effekte zu erzielen, müssen wir allerdings nicht sieben Tage die Woche Höchstleistungen abliefern. Empfohlen werden täglich fünf Mal in der Woche 30 Minuten, und zwar so, dass man leicht außer Atem kommt. "Das klingt viel. Aber damit ist auch die Alltagsbewegung gemeint. Mal ein Stück flott zu Fuß gehen, Fahrrad fahren oder auch mal eine Treppe hochlaufen", erklärt Jürgen Reif. Heißt: Viel Gesundheit mit minimalen Aufwand. Schon 150 Minuten mäßige Bewegung reichen laut Weltgesundheitsorganisation aus, um die Herz-Kreislauf-Sterblichkeit bei den über 65-Jährigen um mehr als 50 Prozent zu senken.

Füße eines tanzenden Paares
Bildrechte: IMAGO

Doch warum senkt Bewegung den Blutdruck und warum ist Sport gut fürs Herz? Beim Sport werden die Blutgefäße erweitert, danach gehen sie wieder auf Normalniveau zurück. Das erhöht die Elastizität der Blutgefäße und entlastet das Herz. Das Alter lässt sich also wegradeln oder mit viel Spaß wegtanzen!

Sport ist gut fürs Hirn

Ein älteres Paar sitzt auf dem Sofa. Er spielt E-Gitarre.
Bildrechte: IMAGO

Außerdem lässt sich auf dieser Weise auch gleich noch etwas fürs Gehirn tun, denn Bewegung stärkt auch das Gedächtnis! Das konnten Forscher mit einem Experiment belegen, bei dem sie verschiedenen Gruppen von gedächtnisschwachen Patienten miteinander verglichen. Dreimal 50 Minuten Sport pro Woche lautete die Empfehlung. Wer bereits aktiv war, sollte entsprechend noch mal zulegen. Nach anderthalb Jahren wurden Tests angewendet, wie sie auch zur Bewertung von Alzheimerpatienten genutzt werden. Im Ergebnis erzielten die Sportler deutlich bessere Ergebnisse als eine Vergleichsgruppe. Anhand der geistigen Leistungsfähigkeit konnte sogar erschlossen werden, wer zur aktiven Gruppe gehört hatte.

Besonders effektiv ist es, körperliches und geistiges Training miteinander zu kombinieren. So stärken buchstabieren oder rechnen während sportlicher Übungen das währenddessen gut durchblutete Gehirn besonders. Das spricht für Sportarten wie das Tanzen. Dabei kommt man nicht nur außer Puste, sondern muss sich auch noch zahlreiche komplizierte Figuren und Bewegungsabläufe merken.

Über dieses Thema berichtet "Hauptsache Gesund" MDR FERNSEHEN | 08.06.2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2017, 22:37 Uhr

Computergeneriertes Bild eines älteren Mannes.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Senioren in einem Fitnessstudio auf einem Trainingsrad.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK