Eine Frau riecht an einem Rosmarinzweig
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Hauptsache Gesund | 12.10.2017 | 21:00 Uhr Aromatherapie: Heilen mit Düften

Die Aromatherapie ist eine uralte Heilmethode, die lange Zeit ein bisschen in Vergessenheit geraten war. Mittlerweile setzen aber immer mehr Kliniken ätherische Öle als begleitende Heilverfahren ein. Auch zu Hause ist eine kleine Apotheke mit ätherischen Ölen ein sinnvoller Helfer.

von Jana Olsen

Eine Frau riecht an einem Rosmarinzweig
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Wenn wir atmen, riechen wir. Es geht gar nicht anders, denn wir können den Geruchssinn nicht ausschalten. Auch die Medizin setzt zunehmend wieder auf die heilsame Kraft der Düfte. Immer mehr Krankenhäuser, Pflegeheime und Hospize beschäftigen Aromatherapeuten. Das liegt sicherlich auch daran, dass ätherische Öle so vielfältig einsetzbar sind: als Raumbeduftung, Massageöle, Bäder oder Duftkompressen können sie den Heilungsprozess positiv mit beeinflussen.

Düfte für die Hausapotheke

Getrocknete Lavendelblätter
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Lavendelöl ist das Allroundtalent unter den ätherischen Ölen. Es beruhigt die Nerven, wirkt entspannend und hilft bei Schlafstörungen. Studien haben gezeigt, dass mit der Verwendung von Lavendelöl auch der Schmerzmittelbedarf in Kliniken gesenkt werden kann.

Pfefferminzöl  ist ein Klassiker gegen Kopfschmerzen, Rosmarin fördert die Durchblutung und sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Zitronenöl dagegen wirkt anregend und stimmungsaufhellend. Eine Studie aus den USA hat gezeigt, dass Büroarbeiter weniger Schreibfehler machten, wenn das Großraumbüro mit Zitronenöl beduftet wurde.

Weniger ist mehr

Ätherische Öle werden sehr sparsam dosiert. Nur wenige Tropfen reichen aus, um unser Riechzentrum aufzuwecken. Bei intensiven Düften wie Rose reicht oft schon ein einziger Tropfen. Wenn kein Tropfen aus der Flasche kommen will, ist meistens der Tropfenzähler verstopft. Schütteln hilft dann nicht, sondern kurz reinpusten.

Einfacher Allergietest

In seltenen Fällen lösen ätherische Öle  allergische Reaktionen aus. Machen Sie bei empfindlicher Haut eine Kontaktprobe in der Ellenbeuge. Tragen Sie dazu zunächst etwas Mandel- oder auch Olivenöl in der Armbeuge auf. Geben Sie dann einen Tropfen des gewünschten Öls auf die Haut. Wenn nach zehn bis zwanzig Minuten keine Reaktion auftritt, ist alles gut und Sie können die Öle auch großflächig verwenden.

Kurze Haltbarkeit

Steinstapel, Glasflasche vor Handtuch und Lavendelzweig
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Ätherische Öle halten sich nicht ewig. Notieren Sie am besten auf der Flasche, wann Sie sie geöffnet haben. Die Flasche sollte außerdem möglichst dunkel und vor zu viel Wärme oder Kälte geschützt aufbewahrt werden. Fruchtige Öle wie Zitrone oder Orange werden schneller ranzig und halten nur bis zu einem Jahr. Kräuteröle wie Lavendel oder Rosmarin sind auch mal zwei Jahre haltbar. Spätestens wenn das Öl ranzig riecht und sich in den Flaschendeckel hineinfrisst, sollten Sie es entsorgen.

Auf das Etikett achten

Flaschen mit ätherischen Ölen
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Achte Sie beim Kauf von ätherischen Ölen auf die Qualität. Preiswerte, synthetische Öle verursachen leicht Kopfschmerzen. Besser sind rein pflanzliche Öle, bei denen „100 % reines ätherisches Öl“ auf dem Etikett steht. Gute Öle haben eine umfangreiche Beschriftung, auf der auch vermerkt ist, wie und wo das Öl gewonnen wurde. Der Herkunftsort kann durchaus einen Unterschied machen. Es gibt beispielsweise unterschiedliche Lavendelsorten. Wildwachsender Lavendel, der in den Bergen wächst, hat einen höheren therapeutischen Nutzen als Lavendel, der auf großen Feldern am Meer angebaut wird.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 12. Oktober 2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 23:14 Uhr

Duftforscher Prof. Hanns Hatt
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