Ein Monitor zeigt die Mammographie einer Patientin, die im Hintergrund zu sehen ist.
Bildrechte: IMAGO

Hauptsache Gesund | 27.10.2016 | 21:00 Uhr Brustkrebs-Früherkennung: Warum eine Mammografie nicht immer reicht

Bei der Brustkrebsvorsorge ist die Mammografie Standard. Doch bei dichtem Brustgewebe ist sie nicht hundertprozentig sicher. Wir erklären, welche Alternative es gibt und was erblich vorbelastete Frauen tun können.

Ein Monitor zeigt die Mammographie einer Patientin, die im Hintergrund zu sehen ist.
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Die Mammografie wurde 2004 von den gesetzlichen Krankenkassen in das Krebsfrüherkennungsprogramm aufgenommen. Seitdem ist diese spezielle Röntgenuntersuchung der Brust Standard und wird Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre bezahlt. Doch auch wenn bei dieser Untersuchung scheinbar alles in Ordnung ist, kann bereits ein Brustkrebs vorliegen!

Drüsengewebe verdeckt Tumore

Nach Einschätzung von Experten liegt die Genauigkeit der Mammografien bei 70 bis 75 Prozent. Das bedeutet: 25 bis 30 Prozent der Brustkrebserkrankungen bleiben  unentdeckt. Betroffen sind vor allem Frauen, die ein sehr dichtes Brustgewebe haben. Die Brust einer Frau besteht aus Drüsengewebe sowie aus Fettgewebe. Manche Frauen haben  einen höheren Anteil an fettem Gewebe, während andere wiederum einen höheren Anteil an Drüsengewebe haben. In dem Fall spricht man von einem dichten Brustgewebe. Je drüsenhaltiger die Brust ist, desto unzuverlässiger ist die Mammografie. Drüsengewebe erscheint nämlich in der Mammografie weiß, intransparent und dicht. Eventuelle Tumore können dadurch verdeckt werden.

Zusätzliche Sicherheit durch Ultraschall

Eine Ärztin untersucht die Brust einer Patientin mit Ultraschall.
Frauen mit dichtem Brustgewebe sollten auch eine Ultraschalluntersuchung durchführen lassen. Bildrechte: IMAGO

Frauen mit dichtem Brustgewebe wird daher ab dem 35. Lebensjahr empfohlen, sicherheitshalber auch einen Ultraschall der Brust machen zu lassen. In der Sonografie werden nämlich Tumore auch in dichtem Brustgewebe sichtbar. Allerdings ist der Ultraschall für die Brust bislang keine standardmäßige Leistung der Krankenkassen. Je nach Arzt kostet diese Untersuchung 35 bis 75 Euro, für die die Patientinnen selbst aufkommen müssen. Nur bei Frauen mit einem hohen familiären Risiko und solchen, die schon einen auffälligen Befund haben, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Erblicher Brustkrebs

Angelina Jolie
Aufgrund ihrer erblichen Vorbelastung ließ sich Angelina Jolie beide Brüste amputieren. Bildrechte: IMAGO

Vor drei Jahren schockierte Mega-Star Angelina Jolie die Weltöffentlichkeit mit ihrem drastischen Schritt, sich ihre Brüste präventiv amputieren zu lassen. Der Grund: Sie ist Trägerin einer erblichen Genmutation, die das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs stark erhöht. Das Risiko einer Frau mit einer sogenannten BRCA1- oder BRCA2-Mutation im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken, liegt bei 50 bis 80 Prozent. Frauen, in deren Familen vermehrt Brust- oder Eierstockkrebs aufgetreten ist, können über einen Test feststellen lassen, ob auch bei ihnen eine der BRCA-Mutationen  vorliegt. Fällt der Test positiv und tragen sie das mutierte Gen in sich, raten Ärzte oft zu drastischen Schritten.

Familiärer Brust- oder Eierstockkrebs: Wann sollten Frauen sich testen lassen?

Ein Gentest sollte in Erwägung gezogen werden, wenn eines der folgenden Kriterien in der Familie erfüllt sind:

Familiärer Brust- oder Eierstockkrebs: Ab wann sollte man sich testen lassen?

Ein Gentest sollte in Erwägung gezogen werden, wenn eines der folgenden Kriterien in der Familie erfüllt sind:

  • mindestens drei Frauen mit Brustkrebs, unabhängig vom Alter
  • mindestens zwei Frauen mit Brustkrebs, davon eine Erkrankung vor dem 51. Lebensjahr
  • mindestens eine Frau mit Brustkrebs vor dem 36. Lebensjahr
  • mindestens eine Frau mit beidseitigem Brustkrebs vor dem 51. Lebensjahr
  • mindestens eine Frau mit Brustkrebs und eine Frau mit Eierstockkrebs oder eine Frau mit Brust- und Eierstockkrebs
  • mindestens zwei Frauen mit Eierstockkrebs
  • ein Mann mit Brustkrebs sowie zusätzlich eine weitere Person mit Brust- oder Eierstockkrebs.

Eine genetische Analyse sollte im Rahmen einer humangenetischen Beratung durch einen Facharzt für Humangenetik erfolgen. Weitere Informationen oder Hilfsangebote findet man über das bundesweite BRCA-Netzwerk mit Ansprechpartnern in jedem Bundesland und über den Krebsinformationsdienst.

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2016, 09:39 Uhr