Eine Klopapierrolle, auf die ein ernstes Gesicht gemalt ist
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Hauptsache Gesund | 19.01.2017 | 21:00 Uhr Verstopfung – was hilft?

Etwa jeder dritte Deutsche leidet mehr oder weniger häufig an einem trägen Darm. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer, ältere mehr als jüngere Menschen. In akuten Fällen hilft meist nur der Gang zum Arzt. Bei vorrübergehender Verstopfung allerdings, kann man jede Menge selbst tun.

Eine Klopapierrolle, auf die ein ernstes Gesicht gemalt ist
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Von einer Verstopfung spricht man in der Regel, wenn weniger als drei Mal pro Woche der Darm entleert wird. Typische Symptome sind ein harter, klumpiger Stuhl, eine unvollständige Entleerung oder ein hoher Pressdruck, der beim Stuhlgang aufgebracht werden muss. Weil bestimmte Lebensgewohnheiten den Darm träge machen, lässt er sich durch einige Veränderungen wieder aktiver machen. Die folgenden Empfehlungen sollen dabei helfen:

Darmfreundlich essen

Backpflaumen in einer Schale
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Je fettiger das Essen, desto höher ist das Verstopfungsrisiko. Wer seine Verdauung anregen will, greift lieber zu ballaststoffreichen Lebensmitteln. Sie erhöhen das Stuhlvolumen, vorausgesetzt man trinkt ausreichend dazu. So kann man getrocknete Pflaumen, Äpfel oder Aprikosen am besten über Nacht in kaltem Wasser einweichen und am nächsten Morgen pur oder im Müsli essen. Joghurt und Buttermilch regen die Verdauung an, vermischt mit Leinsamen oder Weizenkleie erhöht sich das Stuhlvolumen. Wer bisher wenig Ballaststoffe gegessen hat, sollte lieber mit kleinen Mengen anfangen.

Ausreichend trinken

Schwarzweißaufnahme eines vollen Wasserglases neben einer ebenfalls mit Wasser gefüllten Glaskaraffe
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Der Darm braucht Flüssigkeit, um Stuhl zu bilden. Eineinhalb bis zwei Liter sollte man am Tag trinken, damit die Verdauung reibungslos funktioniert. Ein gutes Hausmittel ist, morgens auf nüchternen Magen ein großes Glas angewärmtes Wasser zu trinken. Fruchtsaft und Kaffee wirken zusätzlich anregend. Schwarzer Tee wirkt dagegen eher verstopfend.

Medikamente checken

Zahlreiche Medikamente liegen in den Regalen eines Kommissionierautomaten
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Es gibt zahlreiche Medikamente, die zu einem trägen Darm führen können. Dazu gehören beispielsweise Eisenpräparate, kalziumhaltige Medikamente gegen Sodbrennen, einige Bluthochdruckmedikamente sowie starke Schmerzmittel. Bei anderen Präparaten gibt es verdauungsfreundlichere Alternativen. Das sollte man mit seinem Arzt besprechen. Einige Schmerzmittel wie Morphin sollten gleich von vornherein zusammen mit Abführmitteln verordnet werden.

Nichts unterdrücken

Wenn man das Gefühl hat, dass man den Darm entleeren muss, dann sollte man dem auch nachgeben. Der Darm mag es nämlich gar nicht, wenn der Stuhlgang aufgeschoben wird. Auch dadurch verlangsamt sich die Darmaktivität.

Bauchmuskeln trainieren

Ein junge Frau in Sportkleidung zeigt auf ihren Bauch.
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Schon mit kleinen Übungen, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, kann man viel erreichen. Und das Beste, man kann dafür gleich im Bett liegen bleiben. Hier sind drei Trainingstipps. Erste Übung: Radfahren auf dem Rücken. Beine in die Höhe strecken und kräftig in die Pseudo-Pedalen treten. Zweite Übung: Im Liegen abwechselnd die Knie so nah wie möglich an den Bauch heranziehen. Etwa zehn Sekunden halten, zehn Mal wiederholen. Dritte Übung: Im Liegen beide Beine anwinkeln und abwechselnd sanft zur Seite drehen.

Selbstmassage für den Darm

Ein gesunder Darm, der nur ein bisschen träge ist, kann mit einer so genannten Colonmassage wieder in Schwung gebracht werden. Dazu sollte man sich etwa 15 Minuten Zeit nehmen. Massiert wird mit leichten, kreisenden Bewegungen an fünf Druckpunkten im Unterbauch. Beginnen Sie etwa einen Handbreit unterhalb des Bauchnabels entgegen dem Uhrzeigersinn. Drücken Sie dabei immer mit der Ausatmung sanft kreisend auf den Bauch. Das ist die Stelle, die dem Darmausgang am nächsten liegt. Nach einigen Minuten wird er weich und frei, die Darmmotorik wird angeregt. Stellen Sie sich anschließend ein Viereck um ihren Bauchnabel herum vor. Massieren Sie die Eckpunkte jeweils einige Minuten im Uhrzeigersinn. Streichen Sie zum Schluss mehrfach sanft mit der Ausatmung über den Unterbauch. Achtung: Bei Schmerzen, Blut im Stuhl oder entzündlichen Darmerkrankungen sollte man sie nicht anwenden.

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2017, 10:16 Uhr