Weiße und braune Eier in übereinandergestapelten Paletten.
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Hauptsache Gesund | 06.04.2017 | 21:00 Uhr Eier – riskant oder gesund?

Pro Jahr essen wir Deutsche im Schnitt 217 Eier, also ungefähr vier Stück pro Woche. Gleichzeitig warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, mehr als drei Eier pro Woche können riskant für unsere Gesundheit sein.

Weiße und braune Eier in übereinandergestapelten Paletten.
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Noch immer gilt das Ei als wahres Schwergewicht beim Cholesteringehalt, immerhin circa 277 Milligramm enthält ein durchschnittliches Exemplar davon. Und ein erhöhter Cholesterinspiegel ist bekanntlich gefährlich für Herz und Kreislauf. Doch mittlerweile geht die Wissenschaft davon aus, dass der Cholesteringehalt der Nahrung nur einen geringeren Einfluss auf den Cholesteringehalt des Blutes hat. Deshalb halten Ernährungswissenschaftler die Warnung vor dem Cholesteringehalt von Eiern für übertrieben und betonen nach Jahren der Verteufelung nun eher seine Vorzüge.

Und Vorzüge hat das Ei eine ganze Menge, zum Beispiel seinen Vitamingehalt. In einem Ei sind außer Vitamin C alle Vitamine enthalten. Dazu kommen Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Spurenelemente und natürlich Proteine.

Aufbewahrung von Eiern

Vier Eier liegen neben anderen Lebensmitteln in einem Kühlschrank.
Eier sollten im Kühlschrank besser getrennt von anderen Lebensmitteln gelagert werden. Bildrechte: IMAGO

Eier können grundsätzlich ein paar Tage bei Zimmertemperatur aufbewahrt werden, sollten danach aber in den Kühlschrank. Wichtig: immer getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren, denn die Schale ist luftdurchlässig. Deshalb können Eier, die neben Fisch oder Zwiebeln gelagert werden, deren Geruch annehmen.

Eier sollte man übrigens niemals waschen, denn dadurch wird die schützende Schicht auf der Eischale zerstört und das Ei ist weniger lange haltbar.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum endet 28 Tage nach dem Legedatum. Danach sollte man die Eier nur noch im erhitzten Zustand (mindestens 70 Grad) verzehren, beispielsweise gekocht als Frühstücksei oder gebacken im Kuchen.

Reste von Eiklar oder Eigelb kann man bedenkenlos zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Überlagert oder frisch? Der Test

Ein einfacher Test zeigt, ob ein  Ei noch frisch ist. Füllen Sie ein Glas ungefähr zu dreiviertel mit Wasser voll. Legen Sie das Ei ins Glas. Fällt das Ei auf den Boden, ist es frisch. Bleibt es oben, ist das Ei schon älter.

Aus dem älteren Ei ist bereits Flüssigkeit aus dem Inneren durch die Schale verdunstet. Dadurch bildet sich im Ei ein Lufthohlraum. Dieser wiederum lässt das Ei an die Wasseroberfläche treiben.

Wer sollte Eier mit Vorsicht genießen? Typ-2-Diabetiker, deren Blutwerte schlecht eingestellt sind, sollten in jedem Fall die Warnung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beherzigen. Möglicherweise kann ein erhöhter Eierkonsum zu einer Kristallisation des Cholesterins führen. Auch ab einem LDL-Cholesterinwert von 200 mg/dl ist erhöhte Vorsicht geboten.

Woher kommt mein Ei?

Braune Bioeier mit Erzeugercode in einem Eierkarton.
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Jedes unverarbeitete Ei muss in Deutschland gekennzeichnet sein. Auskunft darüber gibt der Stempel auf dem Ei. Jeder Mitgliedstaat hat ein System eingerichtet, mit dem Erzeugerbetrieben eine individuelle Nummer zugewiesen wird. Es können weitere Stellen angefügt werden, um einzelne Bestände/Ställe zu identifizieren. Die beiden ersten Stellen sind ein Schlüssel für das jeweilige Bundesland, die dritte bis sechste Stelle steht für den Betrieb und die siebte Stelle für den jeweiligen Stall.

Die folgende Tabelle erklärt, was die einzelnen Ziffern bedeuten.

Code für das Haltungssystem Ländercode (Herkunft) Kennung der Bundesländer
0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung
Zwei Buchstaben für den EU - Mitgliedstaat, in dem das Ei produziert wurde, zum Beispiel:
AT = Österreich
BE = Belgien
DE = Deutschland
NL = Niederlande
01 = Schleswig-Holstein
02 = Hamburg
03 = Niedersachsen
04 = Bremen
05 = Nordrhein-Westfalen
06 = Hessen
07 = Rheinland-Pfalz
08 = Baden-Württemberg
09 = Bayern
10 = Saarland
11 = Berlin
12 = Brandenburg
13 = Mecklenburg-Vorpommern
14 = Sachsen
15 = Sachsen-Anhalt
16 = Thüringen

Ein Ei mit dem Erzeugercode 1-DE-0212341 stammt also aus Freilandhaltung in Deutschland und zwaraus einem Stall von einem Erzeuger in Hamburg.

Eiersuche per Internet

Auf der Internetseite "Was steht auf meinem Ei?" kann man die Nummer einfach eingeben und erhält sofort Auskunft darüber, von welchem Geflügelhof das Ei stammt. Parallel gibt es auch eine App fürs Handy.

Zuletzt aktualisiert: 06. April 2017, 22:54 Uhr

Herstellerstempel auf eiem Ei.
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Zwei Eier im Test.
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