Auf dem ausgestreckten Zeigefinger eines Kindes sitzt ein Marienkäfer.
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Hauptsache Gesund | 30.03.2017 | 21:00 Uhr Zeigt her eure Nägel!

Fingernägel wachsen pro Monat ungefähr drei Millimeter. Innerhalb von fünf bis sechs Monaten hat sich der Nagel also komplett erneuert. Die Nagelplatten schützen Finger- und Zehenspitzen und sind als Widerlager für das Tastgefühl unerlässlich. Verformungen oder Verfärbungen der Nägel können Hinweise auf Erkrankungen geben.

Auf dem ausgestreckten Zeigefinger eines Kindes sitzt ein Marienkäfer.
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Längs- und Querrillen

Querrillen entstehen zum Beispiel nach Traumata, schweren Infektionskrankheiten oder im Zusammenhang mit bestimmten Hauterkrankungen. Die Entzündung löst vorübergehend Nagelwachstumsstörungen aus, infolgedessen sich Querrillen bzw. Furchen bilden. Längsrillen sind meist harmlosen Ursprungs und werden als typische Altersveränderung beschrieben. Einige Mediziner vermuten, dass Längsrillen auf schlechte Durchblutung hinweisen oder durch falsche Ernährung entstehen.

Brüchige Nägel

Ist vor allem das überstehende Nagelende weich und brüchig, deutet dies auf Mineralstoffmangel oder hormonelle Erkrankungen hin. Spalten sich die Nägel in Längsrichtung, fehlt dem Körper vermutlich Vitamin B oder Eisen. Auch bei Gicht kommt es gelegentlich zu diesen Längsspalten.

Weiße Streifen

Eine Frau streckt ihre Finger aus.
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Punkt-, strich- oder fleckenförmige weiße Stellen der Nägel entstehen dadurch, dass sich winzige Luftbläschen zwischen den einzelnen Hornlamellen der Nagelplatte befinden und das Licht reflektieren. Entgegen der weit verbreiteten Meinung handelt es sich hierbei nicht um ein Zeichen für Kalzium- oder Magnesiummangel. Vielmehr führen Verletzungen des Nagelbettes, Stöße, unsachgemäße Maniküre oder andere Traumata zu den Verhornungsstörungen der Nagelplatten. Treten weiße Punkte oder Striche jedoch an allen Nägeln gleichzeitig auf, kann das auf eine Vergiftung mit Schwermetallen hindeuten.

Verformungen

Die bekanntesten Veränderungen sind Uhrglas- oder Löffelnägel. Bei Ersterem wölben sich die Fingernägel und sehen aus wie das gebogene Glas einer alten Herrenarmbanduhr. Bei Löffelnägeln passiert das Gegenteil: Die Ränder der Nägel biegen sich nach oben und sehen wie Spatel oder Schaufeln aus. Derartige Nagelveränderungen können auf ernste innere Erkrankungen hinweisen. Uhrglasnägel deuten in manchen Fällen auf eine chronische Herz- oder Lungenerkrankung hin. Ursache von Löffelnägeln kann ein Eisenmangel sein.

Schwarze Nägel

Wer sich nicht gerade kürzlich mit dem Hammer auf den Fingernagel geschlagen hat, sollte bei bläulich-schwärzlichen Verfärbungen Streifen oder Flecken unter dem Nagel wachsam sein. Es könnte auf Hautkrebs hindeuten!

Tüpfelnägel

Wegen der scharf begrenzten, stecknadelkopfgroßen Vertiefungen auf Finger- oder Zehennägeln werden sie auch als Grübchennägel bezeichnet. Die "Grübchen" können einzeln oder auch in kleinen Gruppen auftreten. Zumeist sind sie ein Zeichen für eine Schuppenflechte (Psoriasis). Ähnelt die Nageloberfläche vor lauter Grübchen sogar dem Blech eines Fingerhutes, kann dies ein Anzeichen für eine Psoriasis arthropathica sein. Bei dieser Form der Schuppenflechte greift die Erkrankung die Gelenke an und löst eine Arthritis aus.

Milchglasnägel

Statt rosa mit weißem Halbmond sind die Nägel komplett weiß (Leukonychia totalis). Neben einigen harmlosen Ursachen kann auch eine fortgeschrittene Lebererkrankung zu dieser Nagelveränderung führen. Auch bei Vorliegen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, der Colitis ulcerosa, kann es zu einer kompletten Weißfärbung kommen.

Zuletzt aktualisiert: 31. März 2017, 10:35 Uhr

Fingernägel
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Eingewachsene Nägel
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Kunstnägel
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