Geschnittenes Rindfleisch und ein Messer liegen auf einem Schneidebrett.
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Hauptsache Gesund | 20.10.2016 | 21:00 Uhr Gutes Fleisch – böses Fleisch?

Fleisch ist in Verruf geraten: Es soll mit Antibiotika belastet sein, Keime enthalten können und Darmkrebs verursachen. Doch es gilt auch als wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Wir erklären Für und Wider.

Geschnittenes Rindfleisch und ein Messer liegen auf einem Schneidebrett.
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Hepatitis E im Schweinefleisch, Antibiotika im Fleisch aus Massentierhaltung, Darmkrebs durch rotes Fleisch, E-Coli-Bakterien, BSE oder andere Keime: Immer wieder wird diskutiert, wie schädlich Fleisch denn eigentlich sei. Manche Menschen verzichten darum konsequent auf Fleisch. Andererseits empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurstwaren pro Woche. Wie wichtig ist Fleisch für unsere Ernährung?

In einem Labor wird eine Spritze in ein Stück Fleisch injiziert.
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Nur gutes Fleisch ist auch gesund. Wichtig für die Qualität des Fleisches ist die Haltung und Fütterung der Tiere. Hormone, Antibiotika und Keime finden sich im Fleisch, weil in der Massentierhaltung alle Tiere vorbeugend mit Antibiotika und Hormonen behandelt werden.

In der biologischen Tieraufzucht dürfen Antibiotika grundsätzlich erst als letztes Mittel eingesetzt werden, wenn homöopathische und andere Medikamente nicht anschlagen. Wird ein Tier mehr als dreimal pro Jahr mit Antibiotika behandelt, darf es nicht mehr als Biofleisch verkauft werden.

Eisen, Eiweiß und Vitaminlieferant

Rib Eye Steak mit Beilagen.
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Zunächst einmal ist Fleisch ist ein wichtiger Lieferant von Eisen, Eiweiß und B-Vitaminen. Eisen braucht der Körper für den Sauerstofftransport im Blut. Wie viel Eisen im Fleisch enthalten ist, kann man an der Farbe ablesen. Je dunkler das Fleisch, desto größer der Eisengehalt.  Die B-Vitamine sind vor allem für den menschlichen Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel wichtig. Eiweiße wiederum werden für den Muskelaufbau benötigt.

Parallel dazu hilft Fleisch aber auch, andere Nährstoffe, insbesondere Eisen und Zink, aus pflanzlichen Lebensmitteln besser zu verwerten. Deshalb bezeichnet man Fleisch auch als "Resorptionsvermittler".

Darmkrebs durch rotes Fleisch?

Als rotes Fleisch wird unter anderem das Fleisch von Schwein, Rind, Schaf oder Reh bezeichnet. Es gibt mittlerweile diverse Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem übermäßigen Verzehr von rotem Fleisch und der Entstehung von Darmkrebs beobachten. Das führte dazu, dass die Weltgesundheitsorganisation rotes Fleisch gar als krebserregend eingestuft hat. Doch bis heute gibt es keine einzige Studie, die ganz klar und eindeutig einen Zusammenhang belegen kann.

Nichtsdestotrotz bleiben die Zahlen alarmierend, und obwohl der Fleischverzehr in Deutschland seit Jahren kontinuierlich sinkt, ist er nach wie vor zu hoch. Er liegt bei circa 60 Kilogramm pro Person und Jahr. Dabei essen Frauen circa 600 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche, Männer fast das Doppelte, nämlich circa ein Kilogramm. Damit liegen Frauen innerhalb des Limits, welches von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen wird.

Sechs Regeln für den Umgang mit Fleisch • Kaufen Sie nur hochwertiges Fleisch.
• Kühlen Sie das Fleisch auf dem Weg nach Hause.
• Achten Sie in der Küche darauf, dass keine Keime oder Bakterien auf andere Lebensmittel übertragen werden. Das heißt: nach jedem Kontakt mit rohem Fleisch alle Messer und Schneidebrettchen gründlich waschen.
• Schütten Sie Auftauflüssigkeit sofort weg.
• Fassen Sie niemals rohes Fleisch an, wenn Sie offene Wunden haben.

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2016, 09:30 Uhr