Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und massiert ihren Nacken.
Bildrechte: IMAGO

Hauptsache Gesund | 09.02.2017 | 21:00 Uhr Schwindel, Schmerzen, Tinnitus: Ist es der Nacken?

Der Bereich der Halswirbelsäule ist ein komplexes System aus Muskeln, Wirbeln und Sehnen. Kommt hier etwas aus dem Lot, kann das nicht nur im Nacken, sondern auch an vielen anderen Körperstellen Probleme bereiten.

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und massiert ihren Nacken.
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Die Halswirbelsäule (HWS) umfasst die sieben obersten Wirbel und ihre Bandscheiben. Sie balanciert den ganzen Tag unseren verhältnismäßig schweren Kopf. Wie ein Fußball, der sich auf dem Zeigefinger dreht, sollte auch der Schädel idealerweise in der Mitte und genau über der Wirbelsäule gehalten werden. Doch langes Sitzen, Übergewicht, schlappe Bauchmuskeln, schiefe Schultern, zu hohe Schuhe und vieles mehr bringen ihn bei vielen Leuten aus der Idealposition.

Ein Jugendlicher balanciert einen Ball auf einem Finger.
Wie ein Fußball, der auf einem Finger balanciert wird, hält die Halswirbelsäule unseren Kopf im Gleichgewicht. Doch Fehlhaltungen und mangelnde Muskulatur können zu Problemen führen – auch in anderen Bereichen des Körpers. Bildrechte: IMAGO

Jede dauerhafte falsche Haltung führt jedoch dazu, dass die Nackenmuskeln chronisch unter Spannung stehen. Typisch sind Nackenschmerzen, die bis in die Arme ausstrahlen können, Kopfschmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder sogar Lähmungen. Wer diese Symptome bei sich feststellt, braucht eine genaue Klärung durch einen Arzt. Er wird die Beweglichkeit und Funktionalität der Halswirbelsäule und der einzelnen Zwischenwirbelgelenke prüfen. Zur Untersuchung gehört auch, die Muskulatur auf Verspannungen und druckschmerzhafte Stellen abzutasten. Mitunter wird auch eine Röntgenaufnahme der Wirbelsäule angefertigt, um zum Beispiel den Verschleiß der Wirbel und die Situation der Bandscheiben darzustellen. Auch die Reflexe werden kontrolliert und ein Test gemacht, ob die Haut Gefühlsstörungen hat. Sollte hier etwas nicht normal sein, muss der Patient umgehend zum Neurologen. Manchmal steht zur Diagnosesicherung auch ein MRT an.

Eine Computergrafik stellt den Verlauf der Halswirbelsäule im menschlichen Körper dar.
Die Halswirbelsäule (HWS) umfasst die sieben obersten Wirbel und ihre Bandscheiben. Bildrechte: IMAGO

Das Beste, was man für seinen Nacken tun kann, ist zuallererst ein Training der Körper- bzw. Kopfhaltung. Besonders Menschen, die den ganzen Tag sitzen, müssen in regelmäßigen Abständen die HWS–Muskulatur mit gezielten Übungen lockern. Wärme kann die verkrampften Muskeln entspannen und akute Beschwerden mildern. Reichen all die Maßnahmen nicht mehr aus, kann gezielte Physiotherapie einiges bewirken. Glücklicherweise muss nur selten operativ an der Halswirbelsäule eingegriffen werden.

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2017, 23:14 Uhr

Ein Orthopäde behandelt den Nacken einer Frau
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