Hauptsache Gesund | 18.05.2017 | 21:00 Uhr Altersflecken: Unschön, aber harmlos

Wo viel Licht auf die Haut trifft, können später Altersflecken entstehen. Sie sind meist harmlos und eher ein ästhetisches Problem. Trotzdem sollte die Haut untersucht werden, damit es sich nicht um ein Melanom handelt.

Unsere Haut vergisst nicht. Jeder Sonnenstrahl, der uns Wärme spendet und gute Laune schenkt, hat auch seine Kehrseite. Er hinterlässt in der zweiten Lebenshälfte braune Flecken, die sogenannten Altersflecken. Sie treten bevorzugt dort auf, wo die meiste Sonne hinkommt: auf der Stirn, auf der Nase, an den Händen oder an den Ohren. Dermatologen sprechen manchmal auch von "Sonnenterrassen", da es sich um Stellen handelt, die am Körper exponiert sind, also wie eine Terrasse ein wenig hervortreten.

Senioren halten Händchen
Bildrechte: IMAGO

Normalerweise sind Altersflecken harmlos, an besonders auffälligen Stellen wie dem Gesicht können sie aber als ästhetisch störend empfunden werden. In der Apotheke gibt es sogenannte Bleichcremes speziell für die Hände ab circa 15 Euro. Allerdings sehen Dermatologen wie Dr. Gerhard Büttner diese kritisch: "Solche Handcremes haben gar keinen Effekt. Sie bringen eine gute Pflege der Haut, aber die Beseitigung von Altersflecken kann man damit nicht erzielen."

Effektiver ist Lasern. Wichtig ist dabei, dass das ein Fachmann macht, denn vorher muss unbedingt abgeklärt werden, ob es sich bei dem Fleck wirklich um einen Altersfleck handelt. Die Licht-Energie des Lasers zerstört das Pigment. Den Rest nimmt dann der Körper auf. Der Kostenpunkt einer Behandlung liegt bei circa 100 Euro. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch: Das Lasern kann zwar Altersflecken entfernen, schützt aber nicht vor neuen Flecken.

Kassenleistung Hautcheck

Die gesetzliche Hautkrebs-Vorsorge-Untersuchung wird von den gesetzlichen Krankenkassen aller zwei Jahre ab dem 35. Lebensjahr bezahlt. Einige Krankenkassen bieten dabei zusätzliche Leistungen an und bezahlen den Check entweder jedes Jahr oder schon ab dem 20. Lebensjahr. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse!


Fünf überraschende Fakten zur Haut

1.   Bestimmte Hautkrebsarten kann man riechen. 
2.   Seltene Krankheiten mit chronischen Schmerzen kann man diagnostizieren, indem man die Hauttemperatur misst.
3.   Je mehr Leberflecke auf der Haut verteilt sind, desto höher ist die Gefahr, Hautkrebs zu bekommen.
4.   Aller 28 Tage erneuert sich unsere Oberhaut.
5.   Jedes Jahr erkranken 20.000 Menschen in Deutschland am malignen Melanom, dem schwarzen Hautkrebs.


Melanome: Ein Phänomen und viele Fragzeichen

Melanome entstehen in der obersten Hautschicht. Zuerst sind sie noch ungefährlich, aber wenn der Tumor beginnt, in die Tiefe zu wachsen, wird dabei Gewebe zerstört. In diesem Stadium können sich Krebszellen ablösen und über den Blutkreislauf in andere Körperregionen gelangen. So entstehen Tochtergeschwülste, die gefürchteten Metastasen. Dann ist eine Heilung oft nicht mehr möglich.

Wie UV-Licht Melanome entstehen lässt

Dass Melanome auf UV-Licht reagieren, gilt in der Wissenschaft als bewiesen. In Gewebeproben eines Tumors können Wissenschaftler eindeutige Beweise dafür finden, wie er entstanden ist. Der Dermatologe Prof. Dr. Dirk Schadendorf vom Universitätsklinikum Essen erklärt: "Man kann die Erbsubstanz des Tumors untersuchen und die Genveränderungen messen. Damit sieht man auch die ganz spezifischen Veränderungen, welche das UV-Licht macht. Sie lassen sich quasi als Fingerabdruck im Tumor wiederfinden." Doch warum macht Licht aus gesundem Gewebe Krebs? Das wollen Wissenschaftler herausfinden, indem sie Hautzellen im Labor züchten, um dann die Effekte von ultravioletter Strahlung darauf zu untersuchen. Die Zellen werden mit genau dosierter UV-Energie beleuchtet. Das wirkt sich aus: Das UV-Licht wirkt direkt auf die DNA, die Erbsubstanz in den Zellkernen. Es entstehen Brüche zwischen den Ketten der DNA-Spirale. Das körpereigene Reparatursystem ist nun gefragt, um diese Brüche wieder zu kitten. Die ständige Reparatur von DNA-Schäden verhindert normalerweise, dass Krebs entsteht. Aber das Reparatursystem kann überfordert sein. Genau dann entstehen Melanome.

Auch ohne Licht

Ein Fakt gibt Forschern aber Rätsel auf: Melanome entstehen seltsamerweise auch an Orten, an die gar keine Sonne hinkommt. Der Dermatologe Dr. Peter Mohr hat dafür folgende Erklärung: "Das ist ein genetischer Unfall. Da passiert einfach etwas in der Zelle und es wird nicht repariert, nicht vom Immunsystem abgeräumt. Daraus entsteht dieser Zellhaufen und irgendwann das Krebsgeschwür. Wir wissen bei weitem noch nicht alles darüber, wie das Melanom genau entsteht. Das, was wir wissen, ist, dass es Melanome gibt, die UV-abhängig entstehen und welche, die nicht UV abhängig entstehen." Letztere sind noch immer mit vielen Fragezeichen behaftet.


Sechs Tipps unserer Studioexpertin Dr. Marion Krakor für eine gesunde Haut

Dr. Marion Krakor
Bildrechte: Marion Krakor

  1. Benutzen Sie Sonnenschutzcreme mindestens mit Faktor 50, denn nur so schützen Sie sich sicher vor Hautkrebs und Hautalterung.
  2. Kinder unter zwei Jahren dürfen nur bekleidet und mit Hut in die Sonne. Die zarte Kinderhaut kann sich noch nicht ausreichend gegen UV-Strahlen schützen und es drohen gefährliche Sonnenbrände.
  3. Auch auf biologische Inhaltsstoffe von Kosmetika kann man allergisch reagieren. Relativ häufig treten zum Beispiel Reaktionen auf Ringelblume, Kamille und Propolis auf. Allergiker sollte vorerst an der Ellenbeuge für 24 Stunden eine Probe auftragen.
  4. Es ist ein Märchen, dass häufiges Haarewaschen das Haar schneller fettig macht. Besonders bei Akne im Gesicht und fettigen Haaren empfehle ich tägliches Haarewaschen, am besten früh . Auf der Kopfhaut und der Stirn gibt es viele Talgdrüsen, deren Reinigung protektiv bei der Vorbeugung von Mitessern und Entzündungen wirkt. Außerdem wirken fettige Haare ungepflegt.
  5. Teure Nachtcremes können Sie sich sparen. Man kann auch abends etwas reichlicher die Tagescreme auftragen.
  6. Beeren enthalten viele Antioxydantien und sorgen so für eine gesunde Haut. Je dunkler die Beere, desto besser.

Über dieses Thema berichtet "Hauptsache Gesund" MDR FERNSEHEN | 18.05.2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 10:34 Uhr