Hauptsache Gesund | 23.02.2017 | 21:00 Uhr Heiserkeit – Was steckt dahinter?

Den Kehlkopf brauchen wir nicht nur zum Schlucken, sondern auch zum Sprechen. Denn hier befinden sich auch die Stimmlippen. Sind sie krank, bleibt die Stimme weg und wir können uns nicht mehr richtig verständlich machen. Was hilft?

Heiserkeit kann die Folge einer Erkältung sein, die sich auf die Stimme legt. Das kann so weit gehen, dass die Stimme ganz weg bleibt.

Eine Frau fasst sich an den schmerzenden Hals.
Eine Erkältung ist die häufigste Grund für eine vorübergehende Heiserkeit. Bildrechte: IMAGO

Zum Glück geht das in der Regel nach in ein paar Tagen vorüber. Dauert die Heiserkeit jedoch länger als drei Wochen an, sollte ein HNO-Arzt oder ein Phoniater, also ein Facharzt für Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen, aufgesucht werden.

Die Ursachen für Stimmstörungen sind vielfältiger als häufig angenommen. Die folgende Übersicht zeigt, was sich neben der erwähnten Erkältung noch auf die Stimme legen kann:

Überlastung

Eine Überlastung der Stimme trifft vor allem Menschen, die beruflich viel sprechen, zum Beispiel Lehrer, Schauspieler oder Sänger.

Sängerin am Mikrofon.
Wer seine Stimme viel gebraucht, läuft Gefahr, sie zu überlasten. Bildrechte: IMAGO

Durch die übermäßige Beanspruchung kann es zu einer Schleimhautschwellung im Bereich der Stimmlippen kommen. Wird die Stimme weiter überfordert, können sich Stimmlippenknötchen entwickeln. Die durch die Überbeanspruchung hervorgerufene Heiserkeit sollte deshalb frühzeitig behandelt werden. Hier hilft oft eine konservative Therapie. Mit Stimm- und Atemübungen lassen sich etwa weniger belastende Stimmtechniken erlernen.


Das Alte
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Ein Seniorenchor tritt auf einer Anhöhe auf.
Singen trainiert die Stimme. Bildrechte: IMAGO

Auch das Alter kratzt an unserer Stimme, weil die Muskelfasern am Kehlkopf an Spannkraft verlieren und sich die Schwingfähigkeit der Stimmlippen verringert.

Hier hilft regelmäßiges Stimmtraining, zum Beispiel durch Singen im Chor.

Stimmlippenlähmung

Grafische Darstellung der menschlichen Stimmlippen.
Die Stimmlippen sind jene Teile des Kehlkopfs, die Töne erzeugen, indem sie die durchströmende Luft in Schwingung versetzen. Bildrechte: IMAGO

Ist eine Stimmlippe gelähmt, können sich die Stimmlippen nicht mehr vollständig schließen. Dadurch entweicht Luft unkontrolliert durch die Stimmritze. Die Stimme klingt dann verhaucht oder bleibt ganz weg. Eine Stimmlippenlähmung kann die Folge einer Infektion oder auch einer Operation am Hals sein. Je nach Ursache können Übungsbehandlungen oder ein kleiner operativer Eingriff helfen. Bei der OP wird die betroffene Stimmlippe unter Vollnarkose "aufgespritzt, man spricht auch von "Stimmlippenunterfütterung". Dadurch kommt die gelähmte Stimmlippe wieder näher an die gesunde und es kann weniger unkontrollierte Luft durch die Stimmritze entweichen. Die Heiserkeit geht zurück.

Tumor

Anhaltende Heiserkeit oder auch Schluckbeschwerden und Räusperzwang können im Extremfall auf Kehlkopfkrebs hinweisen. Männer sind davon deutlich häufiger betroffen als Frauen. In etwa zwei Dritteln der Fälle entsteht Kehlkopfkrebs im Bereich der Stimmlippen. Zu den Hauptursachen zählen Rauchen, Alkohol und unter Umständen auch eine berufsbedingte Asbestbelastung.

Sodbrennen

Computergrafik: Wegen des nicht mehr funktionierenden Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre ist die Wand der Speiseröhre durch austretende Magensäure beschädigt.
Bildrechte: IMAGO

Patienten, die regelmäßig unter Sodbrennen leiden, können ebenfalls Stimmstörungen bekommen. Sodbrennen entsteht, wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre (Ösophagussphinkter) nicht richtig schließt und Magensäure in die Speiseröhre dringen kann. Während des Schlafs kann die Säure durch das Liegen bis zum Kehlkopf gelangen und die Stimmlippen angreifen. Es entsteht eine chronische Entzündung, die sich in Heiserkeit äußert. Säureblocker schaffen hier Abhilfe und lassen die Stimme mit der Zeit sich wieder vollständig erholen.

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2017, 22:10 Uhr