ein Messgerät misst symbolisch das Herz aus
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Hauptsache Gesund | 27.10.2016 | 21:00 Uhr Herz im Stress

Mehr als 55.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland an einem Herzinfarkt, mehr als 60.000 an plötzlichem Herztod. Damit ist ein krankes Herz Todesursache Nummer 1. Wir erklären Risiken, Vorbeugung und Erste Hilfe.

ein Messgerät misst symbolisch das Herz aus
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Pro Tag pumpt das Herz eines erwachsenen Menschen 8.000 Liter Blut durch den Körper: Das entspricht ungefähr dem Inhalt von 53 Badewannen.  Dabei wird das sauerstoff- und nährstoffreiche Blut von der Lunge in den ganzen Körper transportiert. In den Körperzellen erfolgt der Blutaustausch. Kohlendioxid und Stoffwechselendprodukte werden aufgenommen, Sauerstoff und Nährstoffe in den Zellen gelagert. Dieser Kreislauf passiert unbemerkt, Tag für Tag, ein Leben lang - solange das Herz gesund ist. Bildet sich aber ein Blutgerinnsel und verstopft so ein Herzgefäß, dann kommt es zu einem Herzinfarkt.

Wie entsteht ein Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt kommt für die Betroffenen oft wie aus heiterem Himmel. Doch oft kündigt er sich schon Jahre vorher an. Koronare Herzerkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet, etwa sechs Millionen Menschen leiden an der Vorläuferkrankheit eines Herzinfarkts.

Im Laufe des Lebens lagern sich Schadstoffe in den Herzkranzarterien an, die dadurch starr und unbeweglich werden. Ein Teufelskreis beginnt. Je starrer die Blutgefäße sind, umso langsamer fließt das Blut. Dadurch wiederum lagen sich noch mehr Verkalkungen an den Innenwänden der Arterien ab. Reißt so eine Ablagerung an der Oberfläche auf, bildet sich ein Blutgerinnsel und die Durchblutung wird blockiert.

Was verursacht die Ablagerungen in den Gefäßen?

Viele Faktoren begünstigen den langsamen Prozess, welcher die Herzkranzgefäße starr macht. Letztlich ist es eine Kombination aus zu viel Stress, zu wenig Bewegung und zu viel tierischen Fetten in der Nahrung. Dazu kommt bei einigen Menschen das Rauchen als Risikofaktor. Je mehr Risikofaktoren zusammenkommen, desto größer ist die Gefahr, an einem Herzinfarkt zu sterben.

So haben Studien belegt, dass bei Vorliegen nur eines Risikofaktors das Infarktrisiko um das Vierfache steigt. Kommt ein zweiter Risikofaktor hinzu, potenziert sich das Risiko auf das 16-fache und auf das 22-fache bei drei Faktoren.

So äußert sich ein Herzinfarkt

Häufig geht ein Herzinfarkt mit folgenden Symptomen einher:

  • plötzliche und starke Schmerzen hinter dem Brustbein, die 15 bis 20 Minuten anhalten
  • Engegefühl und starker Schmerz im Brustbereich
  • ausstrahlender Schmerz in Schulterbereich
  • Atemnot
  • kalter Schweiß

Doch nicht immer treten diese typischen Symptome bei einem Herzinfarkt auf. Gerade Frauen oder Diabetiker haben meist weniger heftige Beschwerden. Teilweise treten auch andere Beschwerden wie Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch auf.