Anatomische Nachbildung des menschlichen Herzens
Bildrechte: IMAGO

Hauptsache Gesund | 30.03.2017 | 21:00 Uhr Herzrhythmusstörungen: Zurück zum richtigen Takt

Bei manchen Menschen schlägt das Herz zu schnell oder zu langsam, stolpert oder lässt sogar einen Schlag aus. Oft ist das harmlos. Doch in einigen Fällen werden Herzrhythmusstörungen zur Gefahr. Zum Glück gibt es heute technische Hilfsmittel, die Betroffenen das Leben leichter machen.

Anatomische Nachbildung des menschlichen Herzens
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Wie das Herz seinen Rhythmus findet

Das Herz pumpt täglich mehrere Tausend Liter Blut durch den Kreislauf. Damit das optimal funktioniert, muss es sich regelmäßig und koordiniert zusammenziehen. Dabei folgt der Muskel einer ausgeklügelten, aber störanfälligen Kettenreaktion: Das Startsignal liefert der Sinusknoten, eine Art Schrittmacher, der sich in der Wand des rechten Vorhofs befindet. Seine Zellen erzeugen durchschnittlich 70 Mal pro Minute einen elektrischen Impuls und sorgen dafür, dass sich die Muskelzelle der Vorhöfe verkürzen. Daneben aktivieren sie den sogenannten AV-Knoten, der wiederum den Herzkammern das Signal gibt, sich zeitgleich zusammenzuziehen. Die Folge: Das Blut schießt aus dem Herzen in die Hauptschlagader und in die Lungen.

Wenn diese elektrischen Impulse gestört sind, also entweder zu langsam (Bradykardie), zu schnell (Tachykardie) oder unregelmäßig (Arrhythmie) verlaufen, spricht man von Rhythmusstörungen. 

Was Herzrhythmusstörungen begünstigt

Der Patient hat viel selbst in der Hand. Er kann die Faktoren ausschalten, die Rhythmusstörungen auslösen oder verstärken: Rauchen, Alkohol, Koffein, Schlafmangel. Man sollte darauf achten, ausreichend Elektrolyte zu sich zu nehmen. Auch Stressabbau ist wichtig, denn Stress – in jeder Form – trägt dazu bei, das Herz aus dem Takt zu bringen. Das gilt besonders für die häufigste Rhythmusstörung, das Vorhofflimmern.

Unter die Haut implantierter Defibrillator

Menschen mit krankhaften Herzrhythmusstörungen hilft oft nur ein Defibrillator. Das ist ein kleines Gerät, das das Herz bei Bedarf mit Stromstößen wieder in den richtigen Takt bringt. Schon seit Jahren gibt es eine intravenöse Variante, bei der eine Elektrode durch eine der Hauptvenen direkt zum Herzen geführt wird. Der eigentliche Apparat wird unter dem Schlüsselbein implantiert. Doch die Elektrode am Herzen kann zu schwerwiegenden Infektionen führen.

Deshalb wird heute immer häufiger ein neuer sogenannter subkutaner Defibrillator eingesetzt. Der wird neben dem linken Brustkorb implantiert und die Elektrode dann oberhalb des Brustbeins direkt unter die Haut geschoben. Ähnlich wie beim EKG, wo der Arzt ja auch Drähte lediglich auf der Brust anbringt, um das Herz zu überwachen, kontrolliert der subkutane Defibrillator das Herz, ohne direkt an das empfindliche Organ angeschlossen zu sein. Bei lebensbedrohlichem Herzrasen oder Kammerflimmern gibt das Gerät  Elektroschocks ab, um den normalen Herzrhythmus wieder herzustellen.

Heim-EKGs

Das Internet ist voll von einer Fülle an Geräten, die Menschen mit Herzrhythmusstörungen Hilfe versprechen. Schon für Preise zwischen 70 und 80 Euro kann man sich ein Heim-EKG kaufen, mit dem man zu Hause ein EKG schreiben kann – genau wie beim Arzt. Manche dieser Geräte sind sicher nur Spielereien, andere aber durchaus zu empfehlen.

Smartphone zeigt Herzfrquenz an
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Damit man sich auf die Ergebnisse auch verlassen kann, sollte man darauf achten, dass das Produkt ein TÜV-Siegel / GS-Zeichen und eine CE-Kennzeichnung besitzt. Die Gütesiegel garantieren, dass das Produkt den Anforderungen der Produktsicherheit sowie den geltenden medizinischen Regelungen genügt und damit unbedenklich als Medizinprodukt zum Einsatz kommen kann.

Von Vorteil ist natürlich eine einfache Menüführung. So kann der Nutzer Aufzeichnungen jederzeit ganz leicht starten sowie die bereits aufgezeichneten Daten binnen kürzester Zeit auswerten. Darüber hinaus ist ein Gerät mit integrierter Schnittstelle von Vorteil, das es erlaubt, das System an den PC anzuschließen.

Zuletzt aktualisiert: 31. März 2017, 10:37 Uhr