Ein Glas mit Pfefferminztee auf einem Holztisch
Bildrechte: IMAGO

Hauptsache Gesund Was hilft am besten gegen Hitze?

Bei Hitze wird gerne zu kalten Getränken gegriffen. Doch besser ist lauwarmer Pfefferminztee. Genauso paradox erscheint es, dass lange schwarze Kleidung bei Hitze kühlender ist als kurze helle. Wir erklären, warum.

von Claudia Hempel

Ein Glas mit Pfefferminztee auf einem Holztisch
Bildrechte: IMAGO

Im arabischen Raum sitzen die Männer bei Hitze mit langen, dunklen Gewändern in der Teestube und trinken lauwarmen Pfefferminztee. Hierzulande wird dagegen häufiger zu Eistee und T-Shirt gegriffen. Doch es gibt durchaus eine wissenschaftliche Erklärung, warum lang und lauwarm bei Hitze die bessere Wahl ist.

Warum warmer Minztee für ein kühlendes Gefühl sorgt

Ein Arm gießt Tee aus einer Kanne in ein Glas
Bildrechte: IMAGO

Das Menthol in der Minze dockt im Mund an die Rezeptoren, die sonst Kälte melden. Sie reagieren auf das Menthol und sorgen für ein Erfrischungsgefühl. Warm getrunken hilft das Getränk auch besser als ein gekühltes. Trinken wir nämlich ein eiskaltes Getränk, heizt sich der Körper auch, um seine Temperatur von 37 Grad zu halten. Man erreicht also genau das Gegenteil.

Auch Pfefferminzöl hilft. Ein paar Tropfen auf den Schläfen oder in den Kniekehlen verrieben sorgen für ein angenehm kühles Gefühl.

Dunkel, lang und luftig

Fliegende Krähen und Möwen am Meer
Bildrechte: IMAGO

Und die dunklen Gewänder? Dazu gibt es ein wissenschaftliches Experiment. Die Probanden waren in diesem Falle Vögel. 1978 haben drei Zoologen der Washington State University die Temperatur unter dem Gefieder von schwarzen und weißen Vögeln gemessen.  Bei einer leichten Brise nahm das schwarze Gefieder zwar mehr Wärme auf, denn Schwarz absorbiert die Sonnenstrahlen besser, doch es gab auch mehr Wärme ab. Dadurch war es unter dem schwarzen Gefieder am Ende kälter als unter dem weißen, denn der Wind hatte die Wärme effektiver abgeleitet. Besonders im Vorteil waren Vögel mit einem weiten, luftigen Gefieder. Bei absoluter Windstille drehte sich der Effekt allerdings. Dann waren die weißen Vögel im Vorteil.

Salz nicht vergessen!

Salzstangen
Bildrechte: Colourbox.de

Beim Schwitzen verlieren wir kontinuierlich Elektrolyte. Salz führt dem Körper wieder welche zu. Darum ist es sinnvoll, bei Hitze ab und zu ein paar Salzstangen zu knabbern. Wer keine mag, kann auch eine Prise Salz über den Salat streuen oder sein Trinkwasser leicht salzen.

Sonnenstich und Hitzschlag

Ein Sonnenstich ist harmloser als ein Hitzschlag. Er betrifft nur den Kopf, der rot und heiß wird und zu glühen beginnt. Die Betroffenen fühlen sich schwach und ermattet.

Ein Hitzschlag dagegen betrifft den ganzen Körper und geht mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen einher. Die Haut am Körper ist kühl, nur der Kopf ist rot und heiß.

Erste Hilfe im Notfall

Eine junge Frau liegt auf einer Wiese und kühlt sich den Kopf
Bildrechte: IMAGO

Ist eine Person nicht mehr ansprechbar, rufen Sie sofort einen Notarzt. In allen anderen Fällen können Sie selbst aktiv erste Hilfe leisten. Führen Sie dabei folgende Schritte durch:

  • Bringen Sie die betroffene Person aus der Sonne!
  • Lagern Sie den Oberkörper leicht nach oben.
  • Legen Sie feuchte kühle Tücher auf Kopf und Nacken.
  • Benetzen Sie die Lippen mit Wasser.
  • Geben Sie der betroffenen Person in kleinen Schlucken Wasser zu Trinken.

Ausreichend trinken!

Allein im Hitzesommer 2013 wurden in Deutschland 1800 Fälle von Hitzeschäden in den Notaufnahmen des Landes registriert. Besonders gefährdet sind dabei Kinder und ältere Menschen. Sie müssen besonders auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Ein Glas mit Pfefferminztee auf einem Holztisch
Bildrechte: IMAGO

Ein einfacher Handgriff zeigt dabei, ob der Körper genug Flüssigkeit hat: der Hautfaltengriff. Ziehen Sie mit zwei Fingern die Haut an der Rückseite der Hand nach oben. Lassen Sie diese los. Zieht sie die sofort wieder in Form, ist genügend Flüssigkeit im Körper. Falls nicht, sollte umgehend getrunken werden. Sie wissen ja: Am besten Pfefferminztee.

Dr. Carsten Lekutats Favorit für heiße Tage: Ingwerwasser Schneiden Sie ein daumengroßes Stück Ingwer in Scheiben und gießen Sie darauf einen halben bis einen Liter Wasser. Lassen Sie das Wasser mit dem Ingwer über Nacht bei Zimmertemperatur stehen und trinken Sie es über den nächsten Tag verteilt.

Über dieses Thema berichtet "Hauptsache Gesund" MDR FERNSEHEN | 15.06.2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Juni 2017, 10:57 Uhr