Hauptsache Gesund | 01.12.2016 | 21:00 Uhr Konservative Therapien gegen Knieschmerzen

Das Einsetzen eines künstlichen Gelenks ist stets die letzte Option der Therapie. Vorher sollten folgende Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft werden:

Physikalische Behandlungen

Eine Frau legt ihre Hand aufs Knie.
Bildrechte: IMAGO

Reizstrom, Ultraschall und gezielte Heilgymnastik können die Muskelanspannung um das Knie herum senken und so zu einer Schmerzlinderung beitragen. Kälteanwendungen tun bei akuten Knieschmerzen mit Entzündung gut. Warme Auflagen und Bäder helfen im chronischen Stadium einer Arthrose.

Orthopädische Hilfsmittel

Bandagen und Orthesen stützen zum einen das Gelenk. Zum anderen stimulieren sie die kniestabilisierende Muskulatur. Zudem können Pufferabsätze und Fersenkissen für die Schuhe Stöße reduzieren.

Knie-Knigge für den Alltag

Eine Waage zeigt 116,5 Kilo an.
Vermeiden Sie Übergewicht! Jedes Kilogramm Körpergewicht muss jeden Schritt, den wir gehen, getragen und abgefedert werden. Jedes Kilo weniger entlastet das Knie. Bildrechte: colourbox.com
Eine Waage zeigt 116,5 Kilo an.
Vermeiden Sie Übergewicht! Jedes Kilogramm Körpergewicht muss jeden Schritt, den wir gehen, getragen und abgefedert werden. Jedes Kilo weniger entlastet das Knie. Bildrechte: colourbox.com
Eine Frau schwimmt entspannt auf dem Rücken.
Bewegung ist immer gut! (1) Gleichförmige, harmonische Bewegungen wie beim Schwimmen, Wandern, Walking, Tai-Chi oder Skilanglauf sind ideal, um die Knie zu belasten, aber nicht zu überlasten. Bildrechte: Colourbox.de
Radfahren
Bewegung ist immer gut! (2) Radfahren ist ebenfalls geeignet. Stellen Sie den Sattel etwas höher, wenn Sie Schmerzen haben. Alles was mit ruckhaften Bewegungen, Stößen oder Verletzungsgefahr einhergeht, kann die Gelenke dagegen schädigen. Das betrifft nahezu alle Ballsportarten. Bildrechte: Colourbox
Eine Frau kniet und kehrt Dreck unter den Teppich
Richtig knien! (1) Tätigkeiten auf dem Boden, wie zum Beispiel Unkraut zupfen, lassen sich nicht komplett vermeiden. Kniende Haltungen sind jedoch auf Dauer Gift für die Gelenke und für viele Arthrose-Patienten zudem nicht möglich. Auch das Hocken erzeugt durch den extremen Biegewinkel des Gelenks höchste Belastungen im Knie. Bildrechte: IMAGO
Ein Mann fällt im abendlichen Gegenlicht am Ufer eines Sees vor seiner Angebeteten auf die Knie und macht ihr einen Heiratsantrag.
Richtig knien! (2) Günstiger ist eine Haltung, wie sie vom klassischen Kniefall beim Heiratsantrag bekannt ist. Ein Bein ist vorne aufgestellt, das andere kniet am besten auf einem Polster. Der Winkel von 90 Grad in beiden Gelenken belastet die Knie nicht über die Maßen. Bildrechte: IMAGO
MRT-Aufnahme eines menschlichen Kniegelenkes
Beine lang beim Sitzen! Im Büro oder bei langen Reisen in Bus oder Flugzeug sollten Sie die Beine so oft es geht unter den Sitz des Vordermanns ausstrecken. Stellt man die Füße unter dem eigenen Sitz ab, werden die Knie über den Winkel von 90 Grad hinaus gebeugt. Es entsteht ein hoher Druck, der den Knorpelstoffaustausch behindert und die Kniescheibe schädigt. Versuchen Sie, regelmäßig Pausen zu machen und sich die Beine zu vertreten. Bildrechte: IMAGO
Ein Mann hebt eine Frau bei gemeinsamen Übungen am Strand auf seinem Rücken hoch
Richtig heben! Versuchen Sie, starke Kniebeugen zu vermeiden und rollen oder ziehen Sie schwere Lasten lieber, als dass Sie sie tragen. Bildrechte: IMAGO
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Akupunktur

Auf dem Rücken einer Frau werden Akupunkturnadeln gesetzt
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Es gilt als wissenschaftlich belegt, dass Akupunktur gegen arthrosebedingte Knieschmerzen hilft. Therapeuten findet man in Praxen für Naturheilkunde und Zentren für Traditionelle Chinesische Medizin. Die gesetzlichen Kassen erstatten in der Regel die Kosten.

Medikamente

Paracetamol
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Gängige Präparate sind Schmerzmittel wie Paracetamol. Die sogenannten NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern nicht nur Schmerzen, sondern wirken auch entzündungshemmend. Aber die Dosierung beachten! Auch freiverkäufliche Schmerzmittel sind bei dauerhaftem Gebrauch nicht gut für Magen, Leber und Nieren.

Gefährliche Nebenwirkungen von freiverkäuflichen Schmerzmitteln

Paracetamol
Paracetamol Paracetamol kann lebensgefährliche Nebenwirkungen wie Leberversagen und Bluthochdruck haben. Das ist inzwischen weitgehend bekannt und aus diesem Grund wurden die Packungsgrößen begrenzt. Bildrechte: IMAGO
Paracetamol
Paracetamol Paracetamol kann lebensgefährliche Nebenwirkungen wie Leberversagen und Bluthochdruck haben. Das ist inzwischen weitgehend bekannt und aus diesem Grund wurden die Packungsgrößen begrenzt. Bildrechte: IMAGO
Aspirin plus C Brausetablette Brausetabletten Packung quer ASS-ratiopharm 500, 2002
Acetylsalicylsäure (ASS) Dieses Mittel wirkt blutverdünnend und kann unter anderem Magen-Darm-Blutungen, Hirnblutungen, Atemnot und Nierenversagen als unerwünschte Nebenwirkungen nach sich ziehen. Herzpatienten erhalten das Mittel oft in geringer Dosierung, um das Risiko eines Infarkts zu verringern. Die bei Schmerzen eingenommene Dosis ist jedoch deutlich größer. Bildrechte: IMAGO
Tabletten Ibuprofen USP, 200 mg der Marke Kirkland
Ibuprofen Als mögliche Nebenwirkungen können bei diesem Mittel zum Beispiel Asthma-Anfälle, Nierenversagen sowie Herzinfarkt auftreten. Außerdem besteht das Risiko eines Magen-Darm-Durchbruchs. Bildrechte: IMAGO
Diclofenac
Diclofenac Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, aber auch zu Magen-Darm-Blutungen und Nieren- und Leberversagen, Herzinfarkt oder Schlaganfall zählen zu den lebensbedrohlichen Nebenwirkungen, die mit diesem Wirkstoff auftreten können. Bildrechte: IMAGO
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Kortisonspritzen

Kortisonspritzen werden direkt ins Gelenk gespritzt und helfen vorübergehend gegen Schmerzen. Die Anwendung sollte auf wenige Spritzen im Jahr beschränkt bleiben, denn es besteht immer ein Risiko für Infektionen.

Hyaluronsäure

Spritze
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Die Wirksamkeit von Injektionen mit Hyaluronsäure ist nach wie vor in der wissenschaftlichen Diskussion. Bei beginnender Arthrose kann die Therapie unter Umständen einige Monate helfen. Langfristige Auswirkungen auf die Knorpelmasse konnten bislang jedoch nicht nachgewiesen werden.

Zuletzt aktualisiert: 08. Dezember 2016, 16:33 Uhr