Hauptsache Gesund | 26.01.2017 | 21:00 Uhr Vorsorgekur und Reha – Heilsame Auszeiten

Vorsorge-Kur oder Reha?

Blüte
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Eine Vorsorgekur sollen Krankheiten vor allem vorbeugen. Das kann zum Beispiel bei chronischen Erschöpfungszuständen, erhöhter Infektanfälligkeit oder langanhaltenden Schlafstörungen, die dauerhaft zu einem Risiko für die Gesundheit werden können, der Fall sein. 

Eine Reha(kur) wird nach Krankenhausbehandlung, chronischen oder schweren Krankheiten durchgeführt. Sie dient der Wiederherstellung (Rehabilitation) der Patienten. Sie soll verhindern, dass man dauerhaft körperlich oder seelisch beeinträchtigt bleibt, sich die Beschwerden verschlimmern oder sogar eine Pflegebedürftigkeit entsteht. Sie ermöglicht dem Patienten, mit den Folgen seines Leidens umzugehen und unnötige Beeinträchtigungen zu verhindern. Die Reha wird stationär durchgeführt, wenn sie ambulant nicht möglich ist, weil eine ambulante Reha für den Patienten nicht erreichbar ist, oder ambulante Reha medizinisch nicht ausreicht.

Eine Frau nimmt ein Moorbad.
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Um eine Reha bewilligt zu bekommen, müssen die erfolgversprechenden therapeutischen Angebote am Wohnort durch den Arzt ausgeschöpft worden sein. Wurden also bereits Medikamente, Hilfs- oder Heilmittel verordnet und ist dadurch keine Besserung eingetreten oder macht die Verordnung medizinisch keinen Sinn, muss die gesetzliche Krankenkasse oder die Rentenversicherung die Kosten für eine Reha übernehmen. Für eine Wiederholung gilt eine Frist von vier Jahren. Die Reha ist auch vor dieser Frist zu genehmigen, wenn bei Abwarten der vier Jahre eine deutliche Verschlechterung droht. 

Der Antrag auf eine Reha

Seit einigen Jahren werden von den Krankenkassen immer weniger Rehakuren verschrieben, obwohl ein gesetzlicher Anspruch der Patienten besteht. Für den Antrag wird in jedem Fall ein ärztliches Attest benötigt. Der behandelnde Arzt begründet, warum die Reha erforderlich ist, damit der Patient vollständig geheilt wird, seine Erkrankung sich nicht verschlimmert oder er sogar noch pflegebedürftig wird.

Antrag abgelehnt? Nicht gleich aufgeben!

In vielen Fällen wird der Antrag auf eine Rehakur von der Krankenkasse erst einmal abgelehnt. Es lohnt sich meistens, innerhalb von vier Wochen Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid mit der Bitte um erneute Überprüfung einzulegen.

Ein Stempel der das Wort
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Der Widerspruch sollte möglichst eine weitere Begründung des Arztes enthalten, warum die Reha(Kur) medizinisch notwendig ist und was mit der Reha erreicht werden soll. Ablehnungen durch Krankenkassen von Patienten mit einem durch den Arzt begründeten Rehaantrag haben sehr oft keinen Bestand. Unterstützung erhalten die Patienten auch durch Patientenselbsthilfeorganisationen, den Arbeitskreis-Gesundheit e. V. oder die Unabhängige Patientenberatung Deutschland.

Werden die Kosten übernommen, zahlen Versicherte täglich zehn Euro für den Aufenthalt in einer Klinik zu. Befreiungen von der Zuzahlung sind möglich.

Weitere Kosten und Zuschüsse sollten bei der Krankenkasse nachgefragt werden. Werden keine Kosten übernommen, kann man die Kur als Selbstzahler buchen. Viele Kurorte haben sich darauf eingestellt und bieten inzwischen kostengünstige Möglichkeiten für einen Kur-Aufenthalt an. Die meisten Krankenkassen beteiligen sich dann an der Zuzahlung der therapeutischen Anwendungen. Es lohnt in jedem Fall, bei Kureinrichtungen gezielt danach zu fragen.

Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2017, 16:46 Uhr

Grafik: Für wen kommt Kuren in Frage.
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Die Worte "Kur" und "Reha" hat wohl jeder schon einmal gehört. Doch was bedeuten sie genau? Und was wird wo beantragt?

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Eine Frau im Moorbad in Bad-Elster.
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Ilona Willnecker testet eine Kurklinik in Bad Sulza.
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Eine Kur muss nicht mehrere Wochen lang sein. Ilona Willnecker hat für Hauptsache Gesund in Bad Sulza die Angebote einer Kurzkur getestet.

Hauptsache gesund Do 26.01.2017 21:00Uhr 04:27 min

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Kurgäste betätigen sich sportlich am Ostseestrand.
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