Heißes Wasser sprudelt aus Duschkopf
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Hauptsache Gesund | 08.06.2017 | 21:00 Uhr Legionellen: Eine unterschätzte Gefahr

Legionellen lieben die Wärme und tummeln sich im Wasser. Die stäbchenförmigen Bakterien können eine gefährliche Lungenkrankheit auslösen, die sogenannte Legionärskrankheit.

von Claudia Hempel

Heißes Wasser sprudelt aus Duschkopf
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Der Name der Krankheit geht auf ihren ersten Ausbruch im Jahr 1976 zurück. In einem Hotel trafen sich damals US-amerikanische Veteranen. Von den 4.400 "Legionären", steckten sich 182 mit den Erregern an, 29 starben an der nachfolgenden Lungenkrankheit.

Verwirbeltes Wasser

Die Ansteckung geschieht dabei nicht über einen Schluck Wasser, sondern durch sogenannte Aerosole, also eine Verwirbelung des Wassers in der Luft. Diese Verwirbelungen können beim Duschen entstehen, aber auch ein laufender Wasserhahn kann im ungünstigen Falle eine Infektionsquelle sein. Leichtere Formen der Krankheit äußern sich durch Husten, Schnupfen oder eine erhöhte Körpertemperatur. Ärzte sprechen dann vom Pontiac-Fieber. Bereits 24 Stunden nach einer Ansteckung sind Bestandteile der Legionellen im Urin nachweisbar.

Illustration von stabförmigen Bakterien auf Haut oder Schleimhaut
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Handelt es sich um eine leichte Form der Ansteckung, wie das Pontiac Fieber, heilt die Erkrankung meist von selbst wieder aus. Verschlimmern sich die Symptome und kommt es zu Fieber, Brustschmerzen oder Atemnot, sollte man zügig einen Arzt aufsuchen. Meist treten die Symptome zwei bis zehn Tage nach der Infektion auf. Bei der Legionärskrankheit entwickelt sich schnell eine Lungenentzündung. Deshalb wird der Arzt bei Verdacht ein Röntgenbild vom Brustkorb machen und schwere Infektionen mit Antibiotika behandeln.

Besonders ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können an der Legionärskrankheit erkranken. Die Ansteckung mit Legionellen ist meldepflichtig, denn unter Umständen sind noch weitere Personen betroffen.

Wie funktionieren Legionellenfilter?

Im Handel gibt es sogenannte Legionellenfilter, welche zwischen Schlauch und Duschkopf oder auf den Wasserhahn geschraubt werden. Diese Filter arbeiten mit einer Membran, deren Durchmesser so klein ist, dass er von den Legionellen nicht durchdrungen werden kann.

Allerdings ist so ein Filter nicht billig und muss regelmäßig gewartet werden. Günstiger und effektiver ist die staatlich vorgeschriebene Legionellenprüfung: Vermieter müssen die Wasseranlage unaufgefordert aller drei Jahre durch das Gesundheitsamt überprüfen lassen. Die dafür anfallenden Kosten werden den Mietern über die Betriebskosten in Rechnung gestellt.


Drei Tipps gegen Legionellen

  • Die Temperatur des Warmwassers in der Hausanlage sollte immer 60 Grad betragen. Legionellen vermehren sich bei circa 25 bis 55 Grad, vor allem in ruhendem Wasser.
  • Die Warmwasserleitung sollte isoliert sein, damit sie das Kaltwasser nicht mit erwärmt.
  • Haben Sie Ihren Wasserhahn drei Tage lang nicht benutzt, sollten Sie das Wasser erst einmal eine Weile laufen lassen, bevor Sie duschen.

Über dieses Thema berichtet "Hauptsache Gesund" MDR FERNSEHEN | 08.06.2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2017, 22:38 Uhr