Lymphsystem einer Frau
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Hauptsache Gesund | 16.03.2017 | 21:00 Uhr Ödeme – harmlose Schwellungen?

Lymphsystem einer Frau
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Das Wort "Ödem" stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "Schwellung". Umgangssprachlich heißt es oft: Jemand hat "Wasser in den Beinen" oder auch "Wassersucht".

Unser Körper besteht zu einem großen Teil aus Flüssigkeit. Gerät der Flüssigkeitshaushalt aus dem Gleichgewicht, lagert sich die wässrige Flüssigkeit ab. Es bilden sich Schwellungen, die sogenannten Ödeme. Sie sind aber meist nur Symptome für eine mögliche Erkrankung. Oft haben sie eine harmlose Ursachen, wie etwa zu langes Stehen oder heiße Temperaturen im Sommer. Doch auch Medikamente, Gefäßerkrankungen oder Hormonstörungen können den Wasserhaushalt durcheinanderbringen. Dann fällt entweder zu viel Flüssigkeit an oder der Abtransport ist gestört.

Das Lymphsystem

Lymphsystem einer Frau
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In unserem Körper gibt neben dem Blutkreislauf ein weiteres System, das parallel verläuft: das Lymphsystem. Es transportiert täglich etwa zwei Liter Gewebeflüssigkeit, die sogenannte Lymphe. Die Lymphe besteht zum Großteil aus Wasser und Mineralstoffen – aber auch aus Stoffwechselprodukten und kleinsten Fremdstoffen. Das Lymphsystem fungiert gewissermaßen als Müllabfuhr unseres Körpers. Rund 600 Lymphknoten verbinden die Lymphbahnen miteinander. In ihnen wird die Lymphflüssigkeit gereinigt. Darin enthaltene Viren, Bakterien oder Zellreste werden zerstört. Funktioniert dieses System nicht richtig, bilden sich Flüssigkeitsansammlungen, sogenannte Lymphödeme. Sie treten am häufigsten an Armen und Beinen auf.

Manuelle Therapie: Lymphdrainage

Mann massiert Beine einer Frau
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Helfen kann eine sogenannte Lymphdrainage. Dabei aktiviert ein dafür ausgebildeter Physiotherapeut mit sanften Griffen den gesunden Bereich im Oberkörper und die verschiedenen Lymphbahnen. Flüssigkeitsansammlungen werden so zum Oberkörper transportiert. Hier fließt die Lymphe entweder zurück in den Blutkreislauf oder wird von den Nieren ausgeschieden. Am Ende muss das betroffene Bein fest gewickelt werden, um den therapeutischen Effekt zu erhalten.

Alltagstipps für Ödem-Patienten

Schon leichte Verletzungen können ein Ödem verstärken. Deshalb Vorsicht vor Kratzern, Bissen, Stichen, Insektenstichen, Blasen, Blutergüssen oder Hautabschürfungen! Passiert es dennoch, sollten die Verletzungen mit Desinfektionsmitteln behandelt werden. Schwerere Verletzungen gehören bei Ödem-Patienten unbedingt in die Hände eines Arztes. Warnsignale sind Schmerzen, Rötungen, zusätzliche Schwellungen, Überwärmung und Bewegungseinschränkungen.

Auch Überanstrengung, etwa durch schweres Arbeiten oder das Tragen von schweren Taschen, sowie einseitige Bewegungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

Keine einschnürende Kleidung tragen. Zu enge BHs, Hosen oder Strümpfe mit engem Bündchen behindern den Lymphabfluss zusätzlich.

Den betroffenen Arm oder das Bein mehrmals am Tag für eine halbe Stunde hochlagern.

Es gilt der Grundsatz: Lieber laufen und liegen, als sitzen und stehen.

Achtung bei heißen Temperaturen! Sauna oder Hitze im Sommer verschlimmern Ödeme oft zusätzlich. Auch die Wassertemperatur beim Baden sollte 28° Celsius nicht überschreiten.

Ärztliche Eingriffe wie Impfungen oder Akupunktur oder spezielle Untersuchungen wie Blutdruckmessung sollten vorher mit dem Arzt besprochen werden.

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2017, 13:10 Uhr