Mücke
Bildrechte: Colourbox.de

Hauptsache Gesund | 17.08.2017 | 21:00 Uhr Gefährliche Mückenstiche

Mücken gehören ohne Zweifel zu den unbeliebtesten Tierarten. Rund 50 Arten gibt es bei uns, darunter auch einige aus exotischen Gebieten. Die Tiere sind nicht nur Nervensägen, sondern können auch gefährlich werden.

von Beate Splett

Mücke
Bildrechte: Colourbox.de

Es surrt in diesem Sommer überall, laut Experten sogar noch mehr als im Mückenjahr 2016. Einheimische Mücken machen Medizinern zur Zeit besonders große Sorgen, denn ihre Stiche sind alles andere als harmlos und können schwere Auswirkungen haben. Immer mehr Patienten kommen mit einem Mückenstich in die Notaufnahme. Denn mit jedem Stich können auch Bakterien übertragen werden. Sie sind oft die Ursache für starke Schwellungen und schwere Entzündungen. Neben der Infektionsgefahr durch Stiche einheimischer Mücken kommt es immer mehr auch zu Erkrankungen durch exotische Mücken wie die Tigermücke oder die Asiatische Buschmücke. Sie sind inzwischen in Südeuropa und im Mittelmeerraum verbreitet. 

Heftige Reaktionen werden auch bei uns zunehmen, sagt die Biologin Doreen Walter vom Mückenforschungszentrum Müncheberg in Brandenburg. Das liegt auch an den neuen exotischeren Mückenarten, die hier einwandern. Um an unser Blut zu kommen, spritzen sie beim Stechen einen Giftcocktail, den unser Abwehrsystem noch nicht kennt. Sie können außerdem Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten übertragen und so Krankheiten wie das Dengue-Fiber, das West-Nil-Fieber oder auch Malaria auslösen. Dies ist hier zwar noch nicht der Fall. Vor Reisen nach Asien oder Afrika sollte man sich aber unbedingt informieren. Gegen viele dieser Erkrankungen gibt es inzwischen wirkungsvolle Schutzimpfungen.

Fiese, kleine Stecher

Gemeine Stechmücke, Ringelmücke, Trauermücke, Kriebelmücke - welche Mücken sind da draußen unterwegs und piesacken uns? Hier eine Galerie ausgewählter Plagegeister.

Gemeine Hausmücke .
Die Gemeine Stechmücke - der Name sagt alles. Ihr Summen hören wir am häufigsten in unseren Wohnungen und Häusern, wo sie das ganze Jahr zu finden ist. Der Stich ist klein, das Jucken meist groß. Bildrechte: imago/blickwinkel
Gemeine Hausmücke .
Die Gemeine Stechmücke - der Name sagt alles. Ihr Summen hören wir am häufigsten in unseren Wohnungen und Häusern, wo sie das ganze Jahr zu finden ist. Der Stich ist klein, das Jucken meist groß. Bildrechte: imago/blickwinkel
Kriebelmücke
Die Kriebelmücke - Biologen unterscheiden 50 verschiedene Arten in Deutschland. Ihre Weibchen sind Blutsauger. Aber sie lieben Rinder. Bildrechte: IMAGO
Ringelmücke
Große Hausmücke, Ringelmücke auch Ringelschnake. Über einen Zentimeter groß und das ganze Jahr aktiv. Hinterlässt beim Stechen oft auch Entzündungen. Bildrechte: IMAGO
 Buschmücke
Die Asiatische Buschmücke - ist erst seit 20 Jahren bei uns zu finden. Sie gilt auch als Überträger verschiedener Krankheiten, wie etwa des West-Nil-Virus'. Bildrechte: IMAGO
Eine Trauermücke auf einer Margerite
Trauermücke - völlig ungefährlich für Menschen aber enorm lästig, denn die Larven fressen bevorzugt Pflanzenwurzeln. Bildrechte: IMAGO
Asiatische Tigermücke
Tigermoskito wird die Asisatische Tigermücke gelegentlich auch genannt. Tagaktiv, sehr stechfreudig. Überträgt in den Tropen verschiedene Viren. Dafür ist es bei uns (noch) zu kalt. Bildrechte: IMAGO
Wintermuecke
Wintermücken sind unempfindlich gegen Kälte und können gut im Winter und in Höhenlagen überleben. Sie stechen nicht und sind für Menschen völlig ungefährlich. Bildrechte: IMAGO
Alle (7) Bilder anzeigen

Gefährlicher Juckreiz

Indianerpflaster: Spitzwegerich mit Gras um den Daumen gewickelt
Spitzwegerich lindert den Juckreiz. Bildrechte: IMAGO

Einheimische Mücken übertragen im Normalfall keine Krankheitserreger. Die Gefahr geht bei ihnen eher von einer Infektion durch Keime und Bakterien aus, die sich auf unserer Hautoberfläche befinden. Durch den Mückenstich können sie in den Körper gelangen. Wird dann noch gekratzt, vergrößert sich die Einstichstelle, es entsteht eine Wunde, die sich infizieren kann. Deshalb ist es wichtig, den Juckreiz zu bekämpfen. Im Speichel der Mücke befindet sich ein Eiweiß, das eine allergische Reaktion hervorruft.

Die Ursache für Schwellungen und Juckreiz ist das Hormon Histamin, das unser Körper nach dem Stich zur Abwehr produziert. Durch Kratzen verteilt sich das Histamin noch weiter im Gewebe, es juckt noch mehr. Helfen kann ein Stichheiler oder Hitze-Stick: Mit einem kurzen Hitze-Schock von ca. 50 Grad werden die juckreizauslösenden Stoffe zerstört. Hilfe aus der Naturapotheke ist der Spitzwegerich. Wird das Blatt zerrieben, bildet sich ein Saft. Er wirkt abschwellend und lindert den Juckreiz. Tritt jedoch Fieber auf und schwillt die Einstichstelle stark an, sollte man sofort zum Arzt gehen.

Steckbrief Mücke: Sie ist winzig klein, dafür aber äußerst blutrünstig: die Stechmücke. Zu ihrer Insektenfamilie zählen etwa 3.000 verschiedene Arten. Ihr häufigster Vertreter in Deutschland ist die Gemeine Stechmücke. Sie wird bis zu 15 Millimetern groß und lebt einige Wochen bis Monate. Die weiblichen Mücken stechen und saugen Blut nachdem sie sich gepaart haben. Männliche Mücken ernähren sich von Blütennektar. Die Paarungszeit ist von März bis Oktober. Stechmücken gibt es überall an Gewässern, in Feuchtgebieten oder Sümpfen.

Mücken-Mythen

Fast so unzählig wie die kleinen Quälgeister selbst, sind die Mythen rund um das Thema „Mücken“. Doch was stimmt und was nicht? Hier kommt die Auflösung:

Eine Mücke sitzt auf der Hand einer Person und hat ihren Rüssel in die Haut gesteckt.
Bildrechte: Colourbox.de

Mythos 1: Mücken bevorzugen süßes Blut.
Stimmt nicht. Wen die Mücken bevorzugen, entscheiden sie je nach dem individuellen Duft der Haut und der ist genetisch bedingt. 

Mythos 2: Dunkle Kleidung zieht Mücken an.
Richtig. Warum das so ist, weiß man nicht, aber Mücken stechen häufiger bei dunkler, eng anliegender Kleidung.

Mythos 3: Öl hilft genauso gut wie Chemie.
Leider nicht. Ätherische Öle auf Lavendel- oder Zitronenbasis zeigen nur eine sehr schwache Wirkung gegen Mücken.

Mythos 4: Mücken kommen zum Licht.
Auch das stimmt so nicht. Wo Licht ist, da sind auch Menschen und die Mücke will eher letzteres. Da sie nachtaktiv ist, meint man, sie fliege zum Licht, aber sie folgt eigentlich dem menschlichen Geruch.

Das schützt vor Mückenstichen

Ein Mann und eine Frau gehen zusammen mit zwei Mädchen durch einen Wald. Alle haben Gummiestiefel an.
Bildrechte: colourbox

Lange Kleidung tragen!
Zum Stechen suchen sich Mücken Stellen mit nackter Haut oder dünner Bekleidung. Lange, dicht gewebte Kleidung kann deshalb vor Stichen schützen.

Räume gut lüften!
Mücken reagieren auf das Kohlendioxid in unserer Atemluft. Ein offenes Fenster kann helfen, denn gut gelüftete Räume mit mehr Sauerstoff und  weniger Kohlendioxid ziehen Mücken weniger an.

Heißes Wasser sprudelt aus Duschkopf
Bildrechte: IMAGO

Vor dem Schlafengehen duschen!
Neben der Atemluft werden Mücken von Lockstoffen in unserem Körpergeruch magisch angezogen. Sie können uns bis auf 50 Meter Entfernung riechen. Um die Mücken nachts fern zu halten, kann es deshalb helfen, vor dem Ins-Bett-Gehen zu duschen und den Geruch abzuspülen.

Ventilation
Auch ein Ventilator im Schlafzimmer kann Mücken vertreiben. Er wirbelt die Luft durcheinander. So fällt es der Mücke schwerer, sich zu orientieren und ihre Opfer aufzuspüren.

Über dieses Thema berichtet "Hauptsache Gesund" MDR FERNSEHEN | 17.08.2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. August 2017, 23:09 Uhr

Eine Kerze wird angezündet
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK