Knochen mit Osteoporose
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Hauptsache Gesund | 12.10.2017 | 21:00 Uhr Osteoporose: Unterschätztes Risiko?

Unsere Knochen erneuern sich regelmäßig. Je älter wir aber werden, umso mehr nimmt diese Fähigkeit ab. Dafür steigt das Osteoporose-Risiko: Die Knochen werden porös und sind weniger stabil. Dagegen lässt sich etwas tun.

von Beate Splett, Rita Kundt und Jörg Simon

Knochen mit Osteoporose
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Etwa sechs Millionen Deutschen leiden an Osteoporose, schätzen Experten. Nicht immer wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, da sie zunächst keine Beschwerden hervorruft. Oft zeigt sie sich erst nach einem oder mehreren Knochenbrüchen. Zu den Risikofaktoren für Osteoporose gehören das Alter, die genetische Veranlagung und die Einnahme bestimmter Medikamente zum Beispiel Kortison. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Frauen sind häufiger von Osteoporose betroffen als Männer

Bewegen, bewegen, bewegen!

Eine Frau und ein Mann fahren auf einem Tandem
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Regelmäßige Bewegung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, um einer Osteoporose den Kampf anzusagen. Krafteinwirkung auf den Knochen fördert die Stärkung und verdichtet die Knochenstruktur. Auch eine kräftige Muskulatur hilft, die Knochen zu stärken. Daher ist es wichtig, regelmäßig Übungen zum Muskelaufbau zu machen. Besonders geeignet sind Ausdauersportarten wie Walken, Fahrradfahren oder Schwimmen.

Die wichtigsten Tipps zur Sturzprophylaxe

Wer sich unsicher und wacklig fühlt, sollte sich nicht scheuen, einen Gehstock oder einen Rollator zu benutzen. Der sollte aber korrekt eingestellt sein. Genauso wichtig ist gutes Schuhwerk, dass sich fest schnüren lässt und nicht so leicht von den Füßen rutscht. Besonders unterschätzt werden oft auch Stolperfallen in den eigenen vier Wänden. Daher sollte man zum Beispiel auf kleine Teppiche oder Bettvorleger verzichten, wenn diese leicht ins Rutschen kommen können. Auch in der Wanne oder Dusche sollte man Anti-Rutschmatten verwenden.

Augen schauen auf verschieden große Zahlen und eine Brille
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Wer eine Brille hat, sollte sie auch zu Hause unbedingt aufsetzen. Denn auch das mindert das Sturzrisiko. Warum? Bei schlechter Sicht kann man leicht etwas übersehen, das im Weg steht und darüber stolpern. Gleichgewichtstraining hilft außerdem, sich beim Gehen sicherer zu fühlen. Probieren Sie bei nächster Gelegenheit einmal die folgende Übung aus:

Übung Mit geschlossenen Augen so lange wie möglich auf einem Bein stehen, die Seiten wechseln. Das schult die Koordination und den Gleichgewichtssinn. Nach nur wenigen Tagen wird der Trainingseffekt spürbar. Sicherheitshalber sollte man aber am Anfang etwas zum Festhalten in der Nähe haben.

Schutz vor Knochenbrüchen dank Protektoren

Ein Sturz ist die größte Angst von Patienten mit Osteoporose. Hüftschutz-Gürtel oder Protektor-Hosen können vor einem Bruch – zum Beispiel der Oberschenkelknochen oder des Beckens – schützen. Rückenprotektoren helfen, Wirbelkörperbrüchen vorzubeugen. Die Protektoren sind in Reha-Fachgeschäften, Sanitätshäusern oder im Internet erhältlich. Mit einer Heilmittelverordnung des Arztes übernimmt die Krankenkasse die Kosten dafür.

Die richtige Ernährung

Für Osteoporose-Patienten ist neben gezielter Bewegung die Versorgung mit den richtigen Nährstoffen wichtig. Einer speziellen Kost bedarf es allerdings nicht. Die Ernährungstipps des Magdeburger Ernährungsmediziners Dr. Carl Meißner zeigen aber, worauf es ankommt:

Wer sich nach den Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) richtet, macht nichts falsch. Man sollte sich gesund und ausgewogen ernähren, mit vielen frischen Zutaten auf dem Speiseplan. Wichtige Nährstoffe sind zum Beispiel Vitamin K, Vitamin C, Folsäure, Calcium, Magnesium oder Zink. Um sich ausreichend damit zu versorgen, sollten reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln sowie fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag verzehrt werden. Milch und Milchprodukte gehören täglich auf den Tisch und ein- bis zweimal pro Woche wird eine Fischmahlzeit empfohlen. Fleisch, Wurst und Eier sollten nur in Maßen verzehrt werden.

Ein Stück Gouda
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Milch, Joghurt und Käse sind hierzulande die Kalziumquelle Nummer eins und für Knochen besonders wichtig. Ein Glas Milch enthält etwa 240 Milligramm Kalzium, ein Becher Joghurt etwa 170 mg und eine Scheibe Emmentaler Käse rund 400 Milligramm. Auch das richtige Mineralwasser kann einen beträchtlichen Beitrag zur Kalziumversorgung leisten. Allerdings kommt es darauf an, dass mindestens 150 Milligramm Kalzium pro Liter enthalten sind – das kann man auf dem Etikett überprüfen. Erst dann darf ein Mineralwasser als "kalziumreich" bezeichnet werden. Damit das Kalzium auch in die Knochen gelangt, braucht der Körper Vitamin D. Es nimmt unter den Vitaminen eine Sonderstellung ein, da es sowohl über die Ernährung zugeführt als auch vom Menschen selbst durch Sonnenbestrahlung gebildet wird. Die Zufuhr über die Ernährung reicht allerdings nicht aus. Deshalb lieber häufiger mal die Sonnenstrahlen an der frischen Luft genießen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 12. Oktober 2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2017, 23:14 Uhr