spezielle Aufnahme eines osteoporotischen Knochens
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Hauptsache Gesund | 26.01.2017 | 21:00 Uhr Osteoporose – Knochen in Gefahr

Osteoporose bedeutet poröser Knochen. Die Knochen sind nicht mehr so dicht, wie sie eigentlich sein sollten. Ihre Struktur verändert sich und macht sie anfälliger für Brüche. Laut Weltgesundheitsorganisation zählt Osteoporose zu den zehn wichtigsten Volkskrankheiten weltweit. Bis zu acht Millionen Deutsche sind betroffen. Hormonell bedingt trifft es eher das weibliche Geschlecht: Jede dritte Frau über 50 Jahre leidet daran.

spezielle Aufnahme eines osteoporotischen Knochens
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Osteoporose wird oft auch als Knochenschwund bezeichnet. Die Krankheit macht den Knochen mit der Zeit porös, weil das Gleichgewicht zwischen der Produktion von knochenaufbauenden und knochenabbauenden Zellen gestört ist. Stück für Stück nimmt die Stabilität ab. Den Betroffenen fällt häufig eine verringerte Körpergröße auf und nicht selten entwickelt sich ein starker Rundrücken. Vor allem aber können schon geringe Verletzungen und ganz alltägliche Belastungen zu Knochenbrüchen führen. Oft trifft es die Oberschenkelknochen, die Handgelenke, die Ober- und Unterarme oder auch die Wirbelkörper.

Hilfe zur Selbsthilfe

Bundesweit gibt es inzwischen mehr als 500 Osteoporose-Selbsthilfegruppen. Sie beraten über Therapien, vermitteln den Kontakt zu Ärzten, bieten Vorträge, Schulungen und Sportgruppen an. Der Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband bietet einen umfassenden Überblick über alle Selbsthilfegruppen und Ansprechpartner:

Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V. (OSD) Hohe Str. 38
99867 Gotha
Tel.: 03621 512581
E-Mail: info@osd-ev.org
Internet: www.osd-ev.org

Die Entstehung von Osteoporose wird von verschiedenen Risikofaktoren begünstigt. Mit dem Selbsttest des OSD können Sie überprüfen, wie hoch Ihr Risiko liegt, an Osteoporose zu erkranken.

Risikofaktor Wechseljahre

Frau in den 50ern hält sinnierend eine gelbe Tasse und einen Teelöffel in der Hand.
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Frauen erkranken deutlich häufiger an Osteoporose als Männer. Bei ihnen steigt mit den Wechseljahren das Risiko, weil der weibliche Körper dann weniger Östrogen produziert, was zu einem Verlust von Knochengewebe führt. Dadurch sind Frauen, bei denen die Menopause besonders früh einsetzt, stärker gefährdet.

Risikofaktor Medikamente

Neben einem Mangel an Bewegung und einem hohen Alkoholkonsum erhöhen auch etliche Medikamente das Risiko für Osteoporose, darunter Kortison oder Säureblocker gegen Magenbeschwerden.

Risikofaktor Krankheiten

Auch einige Erkrankungen erhöhen das Knochenschwund-Risiko. So kann etwa eine chronische Lungenerkrankung eine Osteoporose beschleunigen. Bei rheumatischen Krankheiten stimulieren die vielen damit einhergehenden Entzündungsfaktoren die Zellen, die Knochensubstanz abbauen.

Risikofaktor Bewegungsmangel

Rentnerpaar im Schwimmbecken
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Nur Knochen, die bewegt werden, werden auch angeregt, knochenaufbauende Zellen zu bilden. Muskeln ziehen und drücken über die Sehnen am Knochen. Fehlt die Bewegung, wird der Knochen nicht ausreichend stimuliert.

Es gibt aber noch einen Grund, sich zu bewegen, gerade bei schon bestehender Osteoporose: die Bewegung stärkt die Muskelkraft. Und das ist doppelt sinnvoll, denn starke Muskeln stützen nicht nur die schwachen Knochen, sondern mindern auch das Sturzrisiko.

Vorsicht Kalzium!

Um ihre Knochen zu stärken und einen weiteren Abbau der Knochensubstanz zu verhindern, nehmen viele ältere Menschen zusätzliche Kalzium-Präparate ein. Noch vor einigen Jahren gehörte Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel zur Standardtherapie von Osteoporose. Doch die Mediziner warnen inzwischen vor zu hohen Kalzium-Mengen.

Drei Gläser mit verganen Alternativen zur Kuhmilch.
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Kalzium ist wichtiger Bestandteil der Knochen. Doch eine zu hohe Dosis kann gefährliche Nebenwirkungen haben. Der Bedarf eines Erwachsenen liegt zwischen 1000 und 1200 Milligramm pro Tag. Das gilt auch für Osteoporose-Patienten.

Der Rheumatologe Prof. Christoph Baerwald hat gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Leipzig herausgefunden, dass Kalzium in zu hoher Dosis und an den falschen Stellen im Körper Entzündungen befördern kann. Nach chronischen Entzündungen kommt es zu Kalkablagerungen in Blutgefäßen oder im Fettgewebe. Für die Forscher war es eine wichtige Erkenntnis, dass Kalzium im Entzündungsprozess eine Rolle spielt. Außerdem fördern hohe Einzeldosen an Kalzium das Risiko von Arterienverkalkungen. Es drohen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Verstopfungen, ein Problem, das besonders ältere Menschen betrifft, können Folge von zu viel Kalzium sein.

Die meisten von uns leiden nicht unter einem Kalzium-Mangel. Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich der Tagesbedarf problemlos erreichen. 200 Milliliter Milch, ein Becher Joghurt und einige Scheiben Käse täglich reichen schon aus, um genügend Kalzium zu sich zu nehmen. Auch grüne Gemüse wie Brokkoli, Fenchel oder Spinat sind wichtige Kalzium-Lieferanten. Kalziummangel ist also eher selten. Viel wichtiger ist es, auf den Vitamin-D-Spiegel zu achten. Das Vitamin sorgt dafür, dass das Kalzium richtig in die Knochen eingelagert wird. Es wird mit Hilfe der Sonne vom Körper selbst produziert. Im Sommer reichen täglich schon 20 Minuten bei einem Spaziergang an der frischen Luft aus. Der Effekt hat sogar eine doppelte Wirkung: Die Sonne hilft, das Kalzium in die Knochen einzulagern, während die Bewegung die Muskeln und damit auch die Knochen stärkt.

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2017, 11:17 Uhr