Eine Frau liegt im Bett neben ihrem schlafenden Partner
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Hauptsache Gesund | 23.03.2017 | 21:00 Uhr Schlaf gut – aber wie?

Von einer Schlafstörung sprechen Ärzte, wenn jemand mehr als vier Wochen am Stück mindestens dreimal pro Woche wach liegt. solche Störungen sollten unbedingt behandelt werden, denn schlaflose Menschen leben gefährlich: Das Risiko, einen Verkehrsunfall zu verursachen, erhöht sich um das Zweieinhalbfache. Die Wahrscheinlichkeit eines Arbeitsunfalls ist sogar sieben Mal höher als bei Menschen ohne Schlafstörungen.

Eine Frau liegt im Bett neben ihrem schlafenden Partner
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Ein Symptom – viele Ursachen

Schlaflosigkeit kann viele Ursachen haben, darunter Stress, psychische Probleme, körperliche Schmerzen, Krankheiten, Nebenwirkungen von Medikamenten oder auch hormonelle Umstellungen. Deshalb bedarf es bei lang andauernder Schlaflosigkeit einer intensiven Ursachenforschung. Oftmals steckt auch eine Verkettung von verschiedenen Störungen dahinter.

Bei Menschen, die nachts häufig auf die Toilette gehen müssen, liegt möglicherweise eine noch unerkannte Nieren- oder Herzerkrankung vor. Dabei wird tagsüber überschüssiges Wasser im Körper gebildet. Endgültige Abklärung von möglichen Ursachen erhält man im Schlaflabor. Dort wird mittels Elektroden der Schlaf des Patienten grundlegend analysiert. Gemessen werden verschiedene nächtliche Körperfunktionen wie Hirnströme, Atmung, Augenbewegungen oder auch die Sauerstoffsättigung des Blutes. Aus diesen Messwerten wird ein individuelles Schlafprofil erstellt, welches Aufschluss über mögliche Störungen gibt.

Langfristige Auswirkungen

Langfristig hat eine Schlafstörung gravierende Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Die Liste der verschiedenen Studien zu Wechselwirkungen zwischen Schlaflosigkeit und Krankheiten ist lang: Wunden heilen langsamer, das Risiko an Diabetes zu erkranken steigt und auch Übergewicht und Schlaf hängen zusammen. Dazu kommen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und auch ein Zusammenhang zwischen Demenz und Schlafstörung wird diskutiert.

Deshalb ist es wichtig, jede Schlafstörung ernst zu nehmen und so früh wie möglich zu behandeln. besteht die Schlafstörung noch nicht lang und konnte der Arzt körperliche Ursachen ausschließen, kann Hypnose eine Chance sein, endlich wieder schlafen zu können. Dabei können Einschlafstörungen besser und schneller behandelt werden als Durchschlafstörungen.

Hausmittel für einen gesunden Schlaf

Melissenvollbad
Warme Bäder entspannen, lockern die Muskulatur und machen müde. Das ätherische Öl der Melisse wirkt beruhigend und schlaffördernd. Geben Sie ein paar Tropfen Melissenöl ins Badewasser oder bereiten Sie einen Badesud zu. Dazu zwei Handvoll Melissenblätter mit zwei Litern kochendem Wasser übergießen, 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen und direkt über der mit warmem Wasser gefüllten Wanne abseihen. Die Badetemperatur sollte bei 34 bis 36 Grad Celsius liegen. Baden Sie nicht länger als 10 bis 15 Minuten.

Schlafkissen
Man nehme einen kleinen Kissenbezug, fülle diesen fünf bis sieben Zentimeter dick mit getrockneten Kräutern wie Lavendel, Kamille, Melisse oder Pfefferminze. Den Bezug gut verschließen und zum Schlafen auf das Kopfkissen oder unter den Nacken legen. Um die Wirkung zu verstärken, kann man auch noch ein bis zwei Tropfen ätherisches Lavendelöl auf das Kissen geben. Der Duft der Kräuter und ihre Inhaltsstoffe werden über die Atemwege und die Haut vom Körper aufgenommen.

Eine Schale mit Tee
Tee oder Honigmilch können beim Einschlafen helfen. Bildrechte: Colourbox.de

Schlaftee
Zwei Teelöffel Hopfenblüten mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen. Trinken Sie den Tee eine Stunde vor dem Zubettgehen.

Heiße Milch mit Honig
Milch enthält eine Aminosäure namens Tryptophan. Diese ist die Grundlage für Hormone und Botenstoffe, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Der Honig wiederum liefert Kohlenhydrate, welche die Insulinabgabe an die Bauchspeicheldrüse bewirken. Das wiederum fördert den Tryptophantransport.

Eine Schafherde auf einer Wiese
Mit Schafen zum Schlafen. Bildrechte: IMAGO

Schäfchen zählen
Ob es tatsächlich wirkt? Probieren Sie es aus. Das Zählen ist ein monotoner Vorgang, der von schlafraubenden Problemen und Gedanken ablenkt. Wer es anspruchsvoller mag, kann auch in Dreierschritten rückwärts zählen: 333, 330, 327…

Frische Luft
Frische Luft im Schlafzimmer fördert den Schlaf. Die ideale Schlaftemperatur liegt bei etwa 18 Grad.

Bewegung
Bewegung baut Spannung ab und ermüdet den Körper. Günstig ist eine moderate Bewegung, wie Spazieren gehen oder Walken. Zu starke und schnelle Bewegungen regen den Kreislauf an und bewirken eher das Gegenteil – der Körper wird aufgeputscht und der Schlaf erschwert. Sportarten mit hohem Bewegungsanteil sollte man daher ein paar Stunden vor dem Zubettgehen ausüben, damit der Körper sich vor dem Schlaf wieder regeneriert.

Service 10 Tipps für besseren Schlaf

Sie schlafen schlecht? Es gibt ein paar einfache Tricks um das zu ändern. Wir haben für Sie die besten Tipps aus der Schlafforschung zusammengestellt.

10 Tipps für einen besseren Schlaf
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Was tun, wenn es trotzdem nicht klappt?

Wachen Sie nachts auf, bleiben Sie nicht im Bett liegen. Stehen Sie auf, lesen ein Buch, trinken einen Tee oder schnappen Sie ein wenig frische Luft. Erst wenn Sie sich wieder müde fühlen, gehen Sie erneut ins Bett. Der Körper soll lernen: Das Bett ist zum Schlafen da. Und für Sex. Der hilft übrigens auch sehr gut zum Einschlafen.

Wahr oder falsch? Mythencheck - Eine Schlaftherapeutin klärt auf

Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich der gesündeste? Kann man Schlaf nachholen? In unserem Mythencheck klärt eine Schlaftherapeutin diese und andere Mythen auf.

Uhr
Der Schlaf vor Mitternacht ist der gesündeste. Das ist weder wahr noch falsch. Die erste Nachthälfte hat mehr Tiefschlaf-Anteile und die zweite Nachthälfte eher die leichteren Schlaf-Anteile. Aber beide Seiten sind wichtig um gesund und ausgeglichen zu bleiben. Der Tiefschlaf regeneriert den Organismus und der leichtere Schlaf ist eher zur emotionalen Stabilisierung. Ob der vor Mitternacht oder nach Mitternacht stattfindet ist völlig egal. Hauptsache wir schlafen im Dunkeln. Bildrechte: colourbox
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Der Schlaf vor Mitternacht ist der gesündeste. Das ist weder wahr noch falsch. Die erste Nachthälfte hat mehr Tiefschlaf-Anteile und die zweite Nachthälfte eher die leichteren Schlaf-Anteile. Aber beide Seiten sind wichtig um gesund und ausgeglichen zu bleiben. Der Tiefschlaf regeneriert den Organismus und der leichtere Schlaf ist eher zur emotionalen Stabilisierung. Ob der vor Mitternacht oder nach Mitternacht stattfindet ist völlig egal. Hauptsache wir schlafen im Dunkeln. Bildrechte: colourbox
Schlafender Mann im Bett.
Schlaf kann man nachholen. Nein, Schlaf nachholen funktioniert nicht. Man kann nicht auf Vorrat schlafen und man kann auch nicht wirklich nachschlafen. Es gibt Studien, die ethisch fragwürdig sind, bei denen man Menschen mehrere Tage lang vom Schlafen abgehalten hat und was sich danach gezeigt hat, ist, dass sich die erste Nacht, die man darauf geschlafen hat, vorrangig der Tiefschlaf stattgefunden hat. Bereits in der zweiten Nacht haben die Probanden aber wieder bereits normal geschlafen. Für die normal Betroffenen, die mal eine Nacht durch gemacht haben, gibt es eigentlich kein Nachholen vom Schlaf. Bildrechte: colourbox
Neugeborenes Baby liegend auf einen Fellbezug.
Mütter hören ihr Baby auch im Schlaf. Das stimmt. Es gibt den sogenannten Ammenschlaf. Junge Mütter sind zwar meist permanent übermüdet, sobald das Baby aber einmal seufzt, sind sie wach. Das hat die Natur extra so eingerichtet. Bildrechte: colourbox
Hamburger mit Pommes
Schweres und spätes Essen fördert Schlafprobleme. Ja, definitiv. Um zu verdauen brauchen wir ein angetriebenes Herz-Kreislauf-System. Wenn wir schlafen wollen, sollte aber die Körperphysiologie abnehmen. Und wenn wir schwer essen, geht das nicht. Das heißt abends liegen uns dann die Dinge schwer im Magen und halten uns vom Schlafen ab. Bildrechte: colourbox
Eine Frau liegt im Bett und im Vordergrund ein Wecker.
Mindestens acht Stunden Schlaf müssen es schon sein. Nein, definitiv nicht. Die Schlafzeit wird ganz häufig überschätzt. Es gibt Menschen, die haben ein Bedürfnis nach mehr Schlaf. Aber je älter wir werden, umso weniger Schlaf brauchen wir. Schon ab Mitte 30 Anfang 40 kommen wir mit sechs bis sieben Stunden Schlaf ganz wunderbar aus. Das heißt wir Erwachsenen brauchen nicht unbedingt acht Stunden Schlaf. Bildrechte: colourbox
Alkohol
Alkohol ist ein Schlummertrunk. Ja, Alkohol hilft uns dabei, den entspannten Wachzustand zu erreichen, den wir brauchen um einzuschlafen. Aber Alkohol ist ein Zellgift, das zunächst von unserem Körper abgebaut werden muss. Und das hält uns davon ab, in die tiefen Schlafphasen überzugehen. Das heißt zum Einschlafen ist Alkohol günstig, aber zum Durschlafen und erholt sein absolut ungünstig. Bildrechte: colourbox.com
Gesichtsmaske
Schlaf macht schön. Aus wissenschaftlicher Sicht ist es so, dass Schlaf viele Funktionen hat, unter anderem die Regeneration der Zellen. Das heißt, wenn wir gut geschlafen haben, sehen wir am nächsten Tag frischer und erholter aus. Das heißt: Ja, man kann sich ein Stück weit schön schlafen. Bildrechte: colourbox.com
Eine Frau liegt im Bett, hält sich die Ohren zu und schaut auf einen Wecker, welcher die Zeit 2:25 Uhr zeigt
Es gibt den Morgen- und den Abendmenschen. Das ist definitiv so. Allerdings gibt es nicht den Morgen-Typ und den Abend-Typ, sondern das verschiebt sich so ein bisschen. Bildrechte: colourbox.com
Mond
Vollmond führt zu schlaflosen Nächten. Der Vollmond bringt natürlich Licht, und das unterdrückt die Melatonin-Produktion, also die Produktion von unserem Schlafhormon. Das heißt, wenn der Mond ins Fenster scheint, dann kann man schlechter schlafen. Inwiefern der Vollmond, auch bei verdunkeltem Schlafzimmer Auswirkungen auf den Schlaf hat, hat die Wissenschaft noch nicht herausgefunden. Bildrechte: colourbox.com
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Zuletzt aktualisiert: 24. März 2017, 09:28 Uhr