Das Röntgenbild zweier Hände
Bildrechte: Colourbox.de

Hauptsache Gesund | 03.11.2016 | 21:00 Uhr Schmerzen in den Händen

Anziehen, Zähneputzen oder am Computer: Jeder Handgriff geschieht fast automatisch. Welche Tricks machen dann den Alltag bei schmerzenden Händen leichter? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es gegen die Schmerzen?

Das Röntgenbild zweier Hände
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Unsere Hände beherrschen mehr als 60 verschiedene Bewegungsmuster. Gesteuert werden diese Bewegungen über unser Gehirn - genauer gesagt, den motorischen Kortex. Dort sind bestimmte Areale verschiedenen Körperteilen zugeordnet. Allein ein Viertel davon ist der Steuerung unserer Hand zugeordnet, obwohl diese gerade mal ein bis zwei Prozent unserer Körperoberfläche einnimmt. Doch erst, wenn eine Hand teilweise oder ganz ausfällt, weil sie verletzt ist oder schmerzt, dann merken wir, wie komplex die Bewegungsmuster eigentlich sind.

Spiegeltherapie überlistet Schmerzempfinden

Eine sehr effektive Methode, um Schmerzen in der Hand zu lindern und Bewegungsmuster neu einzustudieren, ist die Spiegeltherapie. Dabei wird ein Spiegel vor dem Patienten so platziert, dass dieser seine gesunde Hand auf dem Tisch und gleichzeitig als Spiegelbild sieht. Die andere Hand dagegen liegt bewegungslos hinter dem Spiegel. Nun soll die gesunde Hand bestimmte Bewegungsmuster ausführen. Der Daumen wird von der Hand weg gestreckt, der Zeigefinger wird nach oben bewegt, alle Finger werden gespreizt usw.  Durch den Spiegel sieht es für den Patienten so aus, als würde auch die rechte Hand diese Bewegung mit machen.

Die Spiegeltherapie ist eine sehr neue Art der Therapie und wurde erst 1996 von dem indischen Neurologen Vilayanur S. Ramachandran entwickelt. Dieser wandte die Therapie zunächst bei Patienten mit amputierten Gliedmaßen an, die über Phantomschmerzen klagten. Mit Hilfe der Spiegeltherapie wird das Gehirn neu trainiert. Auch bei Arthrose oder Rheuma in den Händen hat sich die Spiegeltherapie bewährt. Wer Schmerzen in den Händen hat, kann die Spiegeltherapie auch ganz einfach selbst zu Hause anwenden. Wichtig ist, dass man oft und intensiv übt. Anja Herrmann, Zertifizierte Handtherapeutin aus Dresden, empfiehlt sechs bis sieben Mal am Tag zu üben, jeweils zehn Minuten lang.

Fingertipps für Zuhause

Übungen für zwischendurch Legen Sie Ihre Hand mit dem Handrücken auf den Tisch. Zeigefinger und kleiner Finger sollen sich berühren. Wiederholen Sie die Übung mehrere Male.

Fingerspitzen und Handinnenflächen beider Hände berühren sich. Drücken Sie nun beide Hände gegeneinander. Halten Sie den Druck für 20-30 Sekunden. Danach verringern Sie langsam den Druck.

Legen Sie beide Hände mit gespreizten Fingern auf den Tisch. Heben Sie nun beide Daumen, danach beide Zeigefinger, die Mittelfinger, Ringfinger und kleine Finger.

Kleine Alltagshilfen für schmerzende Hände Schneiden Sie sich ein Stück Gartenschlauch so zurecht, dass er genau so eng ist, wie der Griff vom Messer, der Gabel, der Haarbürste oder dem Schraubenzieher. Mit diesem verdickten Griff hat man mehr Kraft und kann Gegenstände besser halten. Alternativ können Sie auch ein Stück Isolierrohr aus Schaumstoff im Baumarkt kaufen.

Befestigen Sie am Reißverschluss einen Schlüsselring. Damit lässt sich der Verschluss leichter öffnen und schließen.

Ein paar Nägel auf dem Frühstücksbrettchen verhindern, dass die Scheibe Brot beim Schmieren hin und her rutscht. So kann man auch gut mit einer Hand eine Schnitte schmieren.

Operation bei Ganglion

Ein Ganglion ist eine kleine gutartige Geschwulst, die sich an den Hand- und Fingergelenken, manchmal auch an Knie- oder Fußgelenken, bilden kann. Umgangssprachlich wird die Geschwulst auch Überbein genannt. Grund dafür ist eine Aussackung der Gelenkwand. Dabei tritt Gelenkflüssigkeit aus der Gelenkwand aus und formt sich unter der Hautoberfläche zu einem Knoten, der mit der gallertartigen Gelenkflüssigkeit gefüllt ist. Das Ganglion kann sich manchmal durch Ruhigstellung des Gelenkes zurückbilden, häufiger jedoch wird es operativ entfernt. Dann ist zur Genesung eine absolute Ruhigstellung nötig.

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2016, 16:39 Uhr