Hauptsache Gesund | 19.01.2017 | 21:00 Uhr Die zehn besten Tipps gegen Erkältungen

Husten, Schnupfen, Schmerzen: Das sind typische Symptome einer Erkältung. Aber wie wird man sie wieder los? Dafür gibt es viele gute Hausmittel, die sich oft sogar im Küchenschrank finden. Hier unsere zehn besten Tipps.

1. Ansteigendes Fußbad gegen die ersten Symptome

Eine beginnende Erkältung kündigt sich häufig durch kalte Füße und Kopfschmerzen an. Ein ansteigendes Fußbad fördert die Durchblutung in den Füßen und entlastet so den Kopf, weil es den Blutstau "oben" nach "unten" ableitet.

Füße in einer Schüssel
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So wird's gemacht: Stellen Sie die Füße in eine etwas höhere Schüssel. Beginnen Sie das Fußbad mit einer Temperatur von etwa 35° Celsius. Wer mag, kann ein paar Tropfen Fichtennadel- oder Eukalyptusöl dazugeben. Gießen Sie langsam immer wieder heißes Wasser nach, sodass die Temperatur bis 40° Celsius ansteigt. Baden Sie die Füße insgesamt 10 bis 15 Minuten. Danach gut abtrocknen, warme Socken anziehen und etwa 30 Minuten ruhen.

2. Gurgeln mit Salz gegen Halsschmerzen

Salz auf einem Holzlöffel
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Salzwasser lindert die Schmerzen bei Entzündungen im Hals und desinfiziert zugleich. Viren mögen die Salzlösung nämlich gar nicht.

So wird's gemacht: Lösen Sie etwa einen Teelöffel Salz in einem Viertelliter lauwarmen Wasser auf und gurgeln Sie mehrmals täglich damit. Nicht runterschlucken! Wer das gar nicht mag, kann sich auch einen Salbeitee kochen und damit den Mund mehrmals am Tag spülen.

3. Ingwertee gegen die Erkältung

Ingwer, Zitrone und Honig
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Ingwer enthält Gingerol, das durch seine Schärfe ordentlich einheizt und entzündungshemmend sowie schleimlösend wirkt. Er ist daher ein guter Helfer, um besser durch die Erkältungszeit zu kommen.

So wird's gemacht: Ingwer schälen, in kleine Stücke schneiden und mit heißem Wasser übergießen. Auf Trinktemperatur abkühlen lassen und mit Honig, Zitrone oder Zimt abschmecken.

4. Zwiebelsirup gegen Husten

Zwiebeln
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Zwiebelsirup ist der Klassiker unter den selbstgemachten Hustensäften.

So wird's gemacht: Schneiden Sie die Zwiebel klein. Geben Sie ein bis zwei Löffel Honig auf die Zwiebel und lassen Sie das Ganze zugedeckt stehen. Nach zwei bis drei Stunden bildet sich der erste Saft, von dem Sie mehrmals täglich einen Löffel einnehmen können.

5. Inhalieren gegen verschleimte Atemwege

Eine Frau hält ihren mit einem Handruch zugehängten Kopf zum Inhalieren über eine Schüssel.
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Ein Dampfinhalator, ein Vernebler oder ein Topf mit dampfendem Wasser und ein Handtuch drüber: Allen drei Varianten eignen sich zum Inhalieren. Dabei werden die Atemwege befeuchtet, der Schleim kann besser abtransportiert werden und es lässt sich wieder freier durchatmen. Doch die Wirkung der einzelnen Geräte ist überraschend unterschiedlich.

Die klassische Variante mit Topf und Handtuch ist schnell zur Hand. Sie wirkt abschwellend auf die Nasenschleimhäute, vor allem wenn man mit ätherischen Ölen wie Salbei oder Thymian inhaliert. Die Lunge oder Bronchien erreicht man über diese Variante jedoch kaum, da die Tröpfchen zu groß sind.

Ein kleiner Junge sitzt auf dem Schoß seines Vaters und inhaliert mit einem Vernebler.
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Dampfinhalatoren sind kleiner, funktionieren mit einer Maske und sind gut für Patienten geeignet, deren Gesicht empfindlich auf die Handtuch-Topf-Variante reagiert.

Der Vernebler ist die einzige Variante, mit dem man tief bis in die Bronchien vordringt, weil er feinsten Wassernebel erzeugen kann. Und das ist auch einzige Variante, die mit Salz funktioniert. Denn bei den Dampfvarianten bleibt viel vom Salz im Topf zurück.

6. Kartoffelwickel gegen Dauerhusten

Kartoffelwickel
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Ein Kartoffelwickel entspannt bei Hustenkrämpfen und gibt eine feuchte Wärme ab, die lange anhält.

So wird's gemacht: Sie brauchen vier bis sechs frisch gekochte heiße Pellkartoffeln, ein Küchentuch und ein Nudelholz. Verteilen Sie die Kartoffeln auf dem Küchentuch und zerquetschen Sie diese grob. Schlagen Sie die Kartoffeln in das Tuch ein. Rollen Sie mehrmals mit dem Nudelholz über das Tuch. Lassen Sie die Auflage auf eine angenehme Temperatur abkühlen und legen Sie diese dann auf die Brust. Kuscheln Sie sich in eine warme Decke ein und lassen Sie die Auflage etwa 20 Minuten einwirken.

7. Auflage mit Bockshornklee gegen verstopfte Nasennebenhöhlen

Bockhornsklee-Samen
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Sind die Nasennebenhöhlen zu, kann eine Auflage mit Bockshornklee helfen. Sie wirkt entzündungshemmend.

So wird's gemacht: Etwa zwei Esslöffel gemahlene Samen mit warmem Wasser zu einem streichfähigen Brei verrühren. Diesen etwa einen Zentimeter dick auf zwei Kompressen oder Stofftaschentücher auftragen und einschlagen. Die beiden Tücher für etwa zehn Minuten links und rechts der Nase auflegen, bei guter Verträglichkeit auch länger.

8. Majoran-Butter gegen eine wunde Nase

Ein Töpfchen mit Majoran steht auf einem kleinen Tablett.
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Bei Schnupfen wird die Nase schnell wund. Ein Nasenbalsam trägt dazu bei, dass die Haut entspannt bleibt. Ein altes Hausmittel, das auch für Kleinkinder geeignet ist, kann man relativ einfach selbst herstellen. Sie brauchen: 100 Gramm Butter und frischen Majoran.

So wird's gemacht: Butter schmelzen und den Schaum abschöpfen. Eine Hand voll frischen Majoran waschen, abtrocknen lassen, fein hacken und in die Butter geben. Die Mischung eine halbe Stunde im heißen Wasserbad stehen lassen und ab und zu umrühren. Danach abseihen und in einem verschließbaren Gefäß im Kühlschrank aufbewahren. Die Majoran-Butter kann mehrmals täglich auf die Oberlippe und Nasenwurzel aufgetragen werden. Majoran wirkt durch ätherische Öle antimikrobiell und schleimlösend.

9. Wadenwickel gegen Fieber

Eine Mutter legt ihrer kleinen Tochter Wadenwickel um
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Besonders bei Kindern lässt sich mit einem Wadenwickel das Fieber sanft und effektiv senken. Sie brauchen dazu drei Tücher und lauwarmes Wasser. Wichtig: Man sollte nie eiskaltes Wasser verwenden, weil dann der Temperaturunterschied zu groß wäre.

So wird's gemacht: Tauchen Sie ein dünnes Tuch in handwarmes Wasser. Legen Sie das Tuch nicht zu straff um den Unterschenkel. Umwickeln Sie jedes Bein extra! Wickeln Sie danach ein zweites trockenes Handtuch darüber und darüber noch ein Wolltuch. Nach etwa zehn bis 15 Minuten den Wickel wechseln.

10. Mädesüßtee gegen Gliederschmerzen

Eine Mädesüß-Pflanze liegt auf einem Tisch.
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Mädesüß ist eine Heilpflanze, die viele leider gar nicht mehr kennen. Sie enthält schmerzstillende Substanzen, die ähnlich wie das Schmerz- und Fiebermittel Acetylsalicylsäure wirken. Dadurch hat der Tee eine lindernde Wirkung bei Fieber und Gliederschmerzen. Für eine Tasse Tee wird ein Esslöffel Mädesüßkraut mit heißem Wasser übergossen. Nach zehn Minuten abseihen. Wer den Tee heiß trinkt, fördert die schweißtreibende Wirkung. Und dann ab ins Bett, denn wer stark erkältet ist, braucht viel Ruhe! Und Schlaf ist ja bekanntlich die beste Medizin.

Grippe, Erkältung – oder Keuchhusten? Häufig wird für eine Erkältung der falsche Begriff benutzt. Die echte Grippe wird von Influenza-Viren ausgelöst und kommt sehr plötzlich. Fast innerhalb weniger Minuten hat man ein starkes Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen und hohes Fieber. Gegen die Grippe kann man sich vorher impfen lassen.

Eine Erkältung (grippaler Infekt) wird von unterschiedlichen Erregern ausgelöst und entwickelt sich langsamer, fast schleichend. Während man bei einer Erkältung meist nach ein paar Tagen auf dem Wege der Besserung ist, kann eine echte Grippe sehr langwierig sein und häufig auch Komplikationen wie eine Lungenentzündung nach sich ziehen.

Bei hartnäckigem Husten muss man aber auch wieder an Keuchhusten denken. Deutschlandweit sind die Zahlen im letzten Jahr stark angestiegen. Das Robert-Koch-Institut registrierte rund 13.000 Fälle. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Keuchhusten ist eine bakterielle Infektion, die krampfartige Hustenanfälle verursacht, auch Reizhusten. Für Babys und Kleinkinder ist eine Infektion besonders gefährlich, denn sie führt zu Atemnot und kann tödlich enden. Deswegen sollten auch Erwachsene nicht vergessen, alle zehn Jahre ihren Impfschutz aufzufrischen.

Zuletzt aktualisiert: 20. Januar 2017, 10:11 Uhr