Hauptsache Gesund | 12.01.2017 | 21:00 Uhr Gesundes Wintergemüse

Der Winter macht anfälliger für Infekte. Vitamine und Nährstoffe sind deshalb besonders wichtig. Ein wichtiger Lieferant dafür sind die vielen einheimischen Kohlsorten sowie Wurzelgemüse. Wir erklären, was darin steckt.

Wintergemüse werden alle einheimischen Gemüsesorten genannt, die im Winter geerntet werden oder die gut über Winter gelagert werden können. Dazu gehören vor allem Kohlsorten, aber auch Wurzelgemüse wie Rettich, Rote Beete oder Pastinaken. Weil anderes Gemüse wie Zucchini, Paprika oder Tomaten durch weltweiten Handel und moderne Landwirtschaft ganzjährig verfügbar sind, haben die gesunden Wintergemüse ihre Bedeutung heute zum Teil leider verloren. Dabei liefern sie im Winter einen wertvollen Beitrag zu einer gesunden Ernährung.

Die gesündesten Kohlsorten im Überblick:

Grünkohl gegen hohe Cholesterinwerte

Das Wintergemüse Grünkohl geht seiner Reife und Ernte entgegen.
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Der Grünkohl gilt als echtes Superfood. Er enthält doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und mehr Vitamin K als jedes andere Gemüse. Vitamin K ist wichtig für gesunde Knochen, hemmt Entzündungen und verbessert die Blutgerinnung. Grünkohl enthält außerdem wichtige Mineralstoffe wie Magnesium und Eisen. Schon 200 Gramm decken den Tagesbedarf. In ihm steckt doppelt so viel Kalzium wie in Milch. Sein hoher Gehalt an Beta-Carotin und dem sekundären Pflanzenstoff Lutein machen ihn wertvoll für die Augen. Die Ballaststoffe regen die Verdauung an und können den Cholesterinspiegel senken. Grünkohl bekommt seinen typischen Geschmack, wenn er vor der Ernte über längere Zeit kalten Temperaturen ausgesetzt ist. Dann wandelt die Pflanze Stärke in Zucker um. Im Tiefkühlfach funktioniert das leider nicht. Um die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zu zerstören, sollte er nur kurz erhitzt werden. Roh eignet er sich perfekt für grüne Gemüse-Smoothies. Grünkohl-Saison ist von November bis März.

Weißkohl zur Krebsvorbeugung

Weisskohl
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Weißkohl gehört zu den beliebtesten Kohlsorten. Er galt früher als Allheilmittel und wird fast überall auf der Welt angebaut. Auch Weißkohl kann den Cholesterinspiegel senken. Außerdem wirken die im Weißkohl enthaltenen Senföle entzündungshemmend. Studien belegen, dass die äußere Anwendung als Kohlwickel bei Knie-Arthrose ähnlich gut wirkt wie Schmerzgels. Besonders spannend ist der Kohl für die Krebsforschung. Wie anderen Kohlsorten auch, wird ihm ein besonders hoher Gehalt an antioxidativen Stoffen nachgesagt. Sie sollen vor Krebs schützen und werden zum Teil auch in der Krebstherapie begleitend eingesetzt. Das gilt aber nur für rohen Kohl, da die Stoffe bei starkem Erhitzen zerstört werden. Seine Haupterntezeit ist im Herbst und Winter bis in den März.

Sauerkraut für eine gesunde Darmflora

eine Portion Sauerkraut
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Auch Sauerkraut, also roh fermentierter Weißkohl, enthält viel Vitamin C. Deshalb nahm ihn schon James Cook fässerweise mit auf See, um seine Mannschaft vor dem gefürchteten Skorbut zu schützen. Seine Besonderheit bekommt das Sauerkraut durch das Fermentieren: Es bilden sich Milchsäurebakterien, etwa eine Milliarde auf 100 Gramm Kraut. Sie haben einen positiven Effekt auf die Darmflora und stimulieren das Immunsystem. Das Kraut kann seine volle Wirkung aber nur entfalten, wenn es nicht erhitzt wird.

Chinakohl gegen Verdauungsstörungen

Chinakohl in einer Auslage.
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Chinakohl ist in Asien schon seit dem 5. Jahrhundert bekannt. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird er auch bei uns angebaut. Er kann roh oder gedünstet verwendet werden und ist besonders kalorienarm. Außerdem ist er reich an Folsäure. Seine Senföle machen ihn gut verdaulich und bekömmlicher als andere Kohlarten. Sein hoher Gehalt an Ballaststoffen fördert die Verdauung. Hauptsaison ist von September bis März.

Rosenkohl zur Stärkung des Immunsystems

Frischer Rosenkohl liegt in einer Schüssel.
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Rosenkohl enthält so viel Vitamin C wie kaum ein anderes Gemüse. Schon 100 Gramm decken mehr als den Tagesbedarf. Der Anbau von Rosenkohl wurde erstmals im 16. Jahrhundert in Belgien belegt, worauf auch sein Beiname "Brüsseler Kohl" hindeutet. Anders als bei den meisten Kohlsorten werden bei ihm nicht die Blätter, sondern die Knospen gegessen. Sogenannte Glucosinolate (Senföle) sorgen für seinen bitteren Geschmack und machen ihn besonders gesund. Sie wirken förderlich auf die Darmgesundheit und stärken so das Immunsystem. Sein hoher Kaliumgehalt kann bei Bluthochdruck helfen. Auch Rosenkohl kann vor Schäden an Zellen schützen und so möglicherweise Krebserkrankungen vorbeugen. Auch bei ihm gilt: Je kürzer er erhitzt wird, umso gesünder ist er. Die feinen Blätter der Röschen eignen sich gut für frischen Salat. Dazu werden die Blättchen abgezupft und entweder roh oder kurz gedünstet gegessen. Hochsaison ist von Oktober bis Januar.

Wirsing gegen Folsäuremangel

Wirsingkohl
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Auch Wirsing enthält viele Vitamine und besonders viel Folsäure. Deshalb ist er für ältere Menschen wertvoll, denn sie leiden häufig an einem unerkannten Folsäuremangel. Der äußert sich meist in einem unklaren Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit. Damit die wertvollen Inhaltsstoffe nicht zerstört werden, sollte Wirsing möglichst roh gegessen werden.

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2017, 10:41 Uhr