Hauptsache gesund | 09.02.2012 | 21:00 Uhr : Besserer Schutz vor Krankheiten
Mit seiner Wassertherapie half sich der Pfarrer Sebastian Kneipp zunächst sich selbst. Seither stärken Menschen auf diese Weise ihre Körperabwehr. Dieses Ziel hat auch die indische Heilkunst des Ayurveda.
Wassertherapie stärkt das Immunsystem
Wassertreten ist eine der Methoden von Sebastian Kneipp. Seine Heilmethoden waren das Ergebnis eines gefährlichen Selbstversuchs. Mit Ende Zwanzig erkrankte er an Tuberkulose. Die Ärzte hatten ihn schon aufgegeben, als Kneipp in einem Buch über die Heilkraft des Wassers Rat fand. Todkrank unternahm er etwas Unglaubliches: Mitten im Winter tauchte er kurz in der eiskalten Donau unter, anschließend erwärmt er sich. Das tat er mehrmals pro Woche. Er überlebte und gab fortan seine Erfahrungen weiter. Menschen aller sozialen Schichten machten fortan Wasserkuren, die auch nach seinem Tod 1897 populär blieben und als Hydrotherapie heute nicht mehr wegzudenken sind. Zu der Kneipp-Medizin gehören Wasseranwendungen ebenso wie Kräuterwickel.
Abwehrkräfte mit Ayurveda stärken
Nach dem Ayurveda, der Heilkunst der Inder, werden die Abwehrkräfte vor allem durch eine besonders gesunde Lebensführung gestärkt. Dazu gehört unter vielem anderen das Morgenritual. Die Inder stehen vor dem Sonnenaufgang auf, trinken warmes Ingwerwasser, machen eine Ölziehkur, Selbstmassage, Yoga und Meditation, dann folgt ein ayurvedisches Frühstück mit Gewürzmilch. Mit Ingwerwasser wird zum Beispiel die natürliche Reinigung des Körpers unterstützt, da es die Darmtätigkeit anregt. Der Darm ist zudem der Sitz des Immunsystems. Das Trinken von Ingwerwasser am Morgen wirkt entschlackend und desinfizierend, stärkt das Immensystem und beugt somit Erkältungskrankheiten vor.
So wird Ingwerwasser zubereitet
Vier Scheiben frischen Ingwer schälen und fein reiben. Ingwer mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten abgedeckt ziehen lassen. Das Ingwerwasser dann durch ein Mulltuch abseihen und warm trinken.
Ölziehkur
Die Ölziehkur ist ein effektives und kostengünstiges Heilmittel, das schon die alten Griechen kannten. Dabei wird Öl durch die Zähne in den Mund gezogen. Durch die Mundverdauung werden das Lymphsystem und die Speichelflüssigkeit angeregt, was zur Entgiftung des Rachenraumes führt. Ölziehen wirkt antibakteriell, wie zwei wissenschaftliche Studien belegen. Außerdem bindet das Öl Gifte, Schlackenstoffe und Krankheitserreger. Bei der Anwendung wird ein Esslöffel kaltgepresstes Pflanzenöl oder Ghee (indische, geklärte Butter oder wahlweise Butterschmalz) ca. zehn bis 15 Minuten im Mund hin und her bewegt oder gekaut. Am Ende darf es nicht heruntergeschluckt werden, sondern ist auf jeden Fall auszuspucken. Danach ist die Zunge zu schaben.
Öl oder wahlweise Salzwasser lässt sich auch in die Nase träufeln oder ziehen. Insbesondere morgens durchgeführt, sollen so der gesamten Nasen- und Gaumenbereich gereinigt reinigen und alle Schleimablagerungen der Nacht entfernt werden. Damit soll sich auch ein Gefühl der Wachheit einstellen. Die Ölziehkur wird bei Zahnfleischerkrankungen, Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten aber auch bei grippalen Infekten empfohlen.
Folgendes sollte man meiden, um das Immunsystem nach indischer Heillehre nicht zu schwächen:
- trockene, kalte, schwerverdauliche Nahrungsmittel
- nach Ayurveda falsche Nahrungsmittelkombinationen
- Fasten
- Alkohol
- Übermäßige körperliche Anstrengung
- Schlafmangel
- Stress und negative Emotionen
