Hauptsache gesund | 18.10.2012 | 21:00 Uhr : Knieschmerzen – Zeit für ein neues Gelenk?
Probleme mit den Knien sind weit verbreitet. Unbehandelt können sie ernsthafte Folgen haben. Aber welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wann muss operiert werden? Und wie lässt sich Kniebeschwerden vorbeugen? "Hauptsache gesund" klärt auf.
Millionen Menschen leiden unter Knieschmerzen. Kein Wunder, dass operative Eingriffe, wie die Kniespiegelung (Arthroskopie) Platz zwei der am häufigsten durchgeführten operativen Eingriffe in Deutschland einnimmt. Das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks liegt immerhin noch auf Platz 17. Doch ist eine Operation immer sinnvoll? Diese Frage wurde zuletzt 2011 heftig diskutiert. Dabei wurde immer wieder von einem "OP-Wahn" beim Gelenkersatz gesprochen. Es wundert also kaum, dass sich Patienten verunsichert fühlen, wenn ihnen der Arzt zu einem operativen Eingriff rät.
Fehlstellungen und Arthrose
Nicht selten sind Muskeln verspannt, gezerrt oder verkürzt, Bänder gedehnt oder gelockert. Solche Störungen müssen in der Regel nicht operiert werden, sondern lassen sich physiotherapeutisch behandeln. Auch lokale Muskelverknotungen oder Funktionsstörungen (etwa eine Blockierung am Kreuzbein-Darmbein-Gelenk), die nicht unbedingt am Knie ihren Ursprung haben müssen, können sich als Knieschmerz bemerkbar machen. Fehlstellungen der Beinachsen - die sogenannten X- und O-Beine - verursachen durch Fehlbelastung ebenso Schmerzen. Die mit Abstand häufigste Erkrankung des Knies ist aber die Arthrose. Neben einem defekten Knorpel sind hier meist auch andere Strukturen wie Menisken, Seiten- oder Kreuzbänder verschlissen.
Krank durch übermäßige Belastung
Einer der größten Risikofaktoren ist das Übergewicht. Aber auch Verletzungen, jahrelanger Leistungssport oder kniebelastende Arbeiten im Beruf, denen zum Beispiel Fliesen- oder Parkettleger ausgesetzt sind, verursachen häufig eine Kniearthrose. Ist der Knorpel einmal verletzt, führen Entzündungsprozesse zu einem raschen Abbau und Verlust des Knorpelüberzugs. Der Knorpel selbst kann nicht schmerzen, jedoch die darunterliegende Knochenhaut. Sie ist mit vielen Nerven durchzogen und sehr empfindlich. Entzündliche Erkrankungen wie die Rheumatoide Arthritis befallen nicht nur kleine, sondern auch große Gelenke wie das Kniegelenk. Die moderne Medizin hat heute glücklicherweise viele Möglichkeiten Knieerkrankungen zu behandeln, ohne das Gelenk gleich ersetzen zu müssen.
Experte im Studio
Prof. Dr. med. Georg von Salis-Soglio, Direktor der Orthopädischen Klinik und Poliklinik am Universitätsklinikum Leipzig
