Hauptsache gesund | 22.11.2012 | 21:00 Uhr : Körpersignale - Wann besteht Lebensgefahr?
Es gibt eine Reihe von Körpersignalen, die uns stark beunruhigen. Nicht immer stecken dahinter lebensbedrohliche Krankheiten, in einigen Fällen allerdings schon. Werden die Zeichen richtig gedeutet, können lebensrettende Maßnahmen schneller eingeleitet werden. Grund genug, sein Wissen noch einmal aufzufrischen.
Herzinfarkt
Ein Herzinfarkt zählt zu den häufigsten medizinischen Notfällen. Seine Symptome fallen zum Teil bei Männern und Frauen unterschiedlich aus.
Symptome:
- starke Schmerzen (vor allem in der Brust, die bis in den linken Arm, die Schulter oder den Oberbauch ausstrahlen)
- Engegefühl (so als ob ein Gewicht auf dem Brustkorb lastet)
- brennendes Gefühl (im Herz- und Oberbauchbereich)
- Übelkeit, Luftnot, Schmerzen im Oberbauch, Rückenschmerzen und Erbrechen (Solche unspezifischen Anzeichen kommen bei Frauen häufiger als bei Männern vor. Da solche Beschwerden auch bei harmloseren Erkrankungen auftreten, empfiehlt die Deutsche Herzstiftung den Notarzt zu rufen, wenn diese unspezifischen Beschwerden in zuvor noch nie erlebtem Ausmaß auftreten.)
- Plötzlicher Herzstillstand
Schlaganfall
Fast 270.000 Bundesbürger erleiden jährlich einen Schlaganfall. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland, 70 Prozent der Überlebenden bleiben langfristig gesundheitlich beeinträchtigt.
Symptome:
- plötzliche einseitige Taubheitsgefühle oder Lähmungen (besonders in Arm, Bein und Gesicht)
- Sehstörungen (verschwommenes, doppeltes oder eingeschränktes Sehen)
- Sprachstörungen (undeutliches Sprechen, Wiederholungen von Wörtern oder Silben, lange Pausen)
- Verständnisstörungen (Fragen werden nicht oder falsch beantwortet)
- Gleichgewichtsstörungen (Schwindelgefühle, Koordinationsschwierigkeiten, Fallneigung zu einer Seite
- Übelkeit und Erbrechen
- Starke Kopfschmerzen (setzen schlagartig ein und sind kaum zu ertragen)
Lungenembolie
Bei einer Lungenembolie sind die Lungenblutgefäße teilweise oder vollständig verstopft. Ausgelöst wird eine Embolie durch Blutgerinnsel, die vom Blutstrom in die Lunge transportiert werden und in einer Lungenarterie steckenbleiben. Eine Lungenembolie entsteht am häufigsten durch Thrombosen in den Becken- und Oberschenkelvenen. Die Erkrankung kann unbemerkt, aber auch so schwer verlaufen, dass sie tödlich endet.
Symptome:
- Plötzliche Atemnot
- Schmerzen beim Atmen
- blutiger Auswurf
- Herzrasen
- Unter Umständen auch unspezifische Symptome wie Brustschmerzen.
Darmverschluss
Der Darmverschluss (Ileus) gehört zu den gefährlichsten Krankheitsbildern des Magen-Darm-Trakts. Dabei wird der Darminhalt aufgrund einer mechanischen, toxischen oder traumatischen Störung nicht mehr weiter transportiert und staut sich. Die Folge ist ein Darmverschluss oder eine Darmlähmung. Etwa 15 Prozent der Patienten versterben daran. Die Sterblichkeit ist umso höher, je später die Behandlung einsetzt.
Symptome:
- Plötzliche Bauchkrämpfe
- Schweres Erbrechen (bis hin zum Erbrechen von Darminhalt)
- Aufgeblähter Bauch
- Durchfall und blutiger Stuhlgang
Allergischer Schock
Der anaphylaktische Schock ist die schwerste allergische Reaktion, die eintreten kann und die zu Kreislaufversagen führen und tödlich enden kann. Ein allergischer Schock kann durch Nahrungsmittel, Medikamente oder Insektenstiche ausgelöst werden.
Symptome:
- Hautrötung, Juckreiz, Schwellungen
- Übelkeit, Erbrechen
- Atemnot, Asthmaanfall
- Krampfanfälle
- Bewusstlosigkeit und Atemstillstand
Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Denken Sie daran, rechtzeitig eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung zu hinterlegen. Das Bundesjustizministerium bietet eine Broschüre zur Patientenverfügung an, die bei den Formulierungen hilft. Sie kann kostenfrei bestellt werden beim Publikationsversand der Bundesregierung, Tel.: 01805 778090 (14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobil max. 42 Cent/Minute), Internet: www.bmj.de (weiter unter "Broschüren")
Experten im Studio:
Dr. Michael Burgkhardt, Allgemeinmediziner, Vorsitzender des Deutschen Notärzteverbandes
Prof. Dr. Christoph Josten, Direktor Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Uniklinikum Leipzig, Sprecher Traumanetzwerk Westsachsen
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