Hauptsache gesund | 29.09.2011 | 21:00 Uhr : Diagnose Krebs – Was kann ich selbst dagegen tun?
Eine Krebsdiagnose ist für die meisten Betroffenen ein Schock. Doch sind die Patienten ihrer Erkrankung heute oft nicht mehr hilflos ausgeliefert. Verfahren aus der Naturheilkunde bieten zahlreiche Möglichkeiten, neben der schulmedizinischen Behandlung selbst aktiv zu werden und die Selbstheilungskräfte zu stärken. "Hauptsache gesund" gibt Hilfe zur Selbsthilfe und stellt Therapien vor, die die Nebenwirkung von Chemotherapie und Bestrahlung erträglicher machen und zu mehr Lebensqualität verhelfen.
"Wie ein Erdbeben ohne Vorwarnung", beschrieb einmal eine Krebspatientin den Moment der endgültigen Diagnose und den Schock, der ihr Leben veränderte. Angst vor Nebenwirkungen, Schmerzen und Tod bestimmen die Gedanken. "Was wollen Sie mit Kräutern, Sie sind schwer krank!", so oder so ähnliche Antworten bekamen Krebspatienten lange Zeit von Ärzten auf die Frage, was sie denn selbst gegen ihre Erkrankung tun könnten.
Naturheilkunde und Schulmedizin - Hand in Hand
Vor einigen Jahren war es noch undenkbar, dass Onkologen und Ärzte für Naturheilverfahren an einem Tisch sitzen und gemeinsam über Therapien für einen Krebspatienten beraten. Doch die Krebstherapie befindet sich im Wandel. Heute erkennt man immer mehr das Potential der Naturmedizin. "Verfahren aus der Naturheilkunde oder der Traditionellen Chinesischen Medizin können den Krebs nicht heilen, aber die Standardtherapie gut ergänzen. Sie lindern Nebenwirkungen, stärken Körper und Psyche und geben auch ein Stück Verantwortung an die Patienten ab", erklärt Prof. Gustav Dobos. An den Kliniken Essen-Mitte leitet er die Abteilung "Naturheilkunde und Integrative Medizin". Onkologen, Ärzte für Naturheilverfahren, Physiotherapeuten, Ernährungsfachleute und Yoga-Lehrer arbeiten hier Hand in Hand.
Das gemeinsame Ziel: Selbstheilungskräfte aktivieren
In zwölf deutschen Städten gibt es mittlerweile Kliniken, die schulmedizinische und naturheilkundliche Therapien kombinieren, darunter auch am Universitätsklinikum Jena. Hier werden die Patienten z.B. mit Akupunktur gegen Schmerzen behandelt. Kneippsche Güsse stärken das Abwehrsystems und fördern die Durchblutung, Vitamin-Infusionen kompensieren Mangelzustände infolge der Chemotherapie. Zudem werden die Patienten angeleitet, Naturheilverfahren auch zu Hause durchzuführen. Ob Massage, Wickel, Güsse oder Bäder – die Behandlungen haben alle das gleiche Ziel: Sie sollen den Körper umstimmen und seine Selbstheilungskräfte aktivieren. So sind die Betroffenen der oft langwierigen Therapie besser gewachsen.
Unerlässlich: Rücksprache mit dem Arzt halten
Problematisch ist jedoch, dass drei von vier Patienten nicht mit ihrem Arzt darüber sprechen, dass sie zusätzlich pflanzliche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Das kann jedoch gefährliche Wechselwirkungen nach sich ziehen. So verändern die Wirkstoffe aus Johanniskraut, Ginkgo oder Baldrian die Wirkung einer Chemotherapie. Deshalb ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unerlässlich.
Weitere Beiträge zum Thema:
Experte im Studio
Prof. Dr. med. Gustav J. Dobos, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Naturheilkunde und Leiter der Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin an den Kliniken Essen-Mitte
Buchtipps
Gustav Dobos, Sherko Kümmel: Gemeinsam gegen Krebs. Verlag Zabert Sandmann 2011.
Kohl, Oliver; Dehmel, Carola: Die neue Ernährung bei Krebs. Ernährung, die auf ihren Stoffwechsel abgestimmt ist. Schlütersche 2010.
Jon Kabat-Zinn, Ulrike Kesper-Grossmann: Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit (Buch und CD). Arbor-Verlag 1999.
David Servan-Schreiber: Das Antikrebsbuch: Was uns schützt. Vorbeugen und Nachsorgen mit natürlichen Mitteln. Goldmann Verlag 2010.
Adressen
Haus Leben Leipzig
Begegnungs- und Informationszentrum rund um Tumorerkrankungen
Friesenstr. 8
04177 Leipzig
Tel.: 444 23 16
Bundesverband Kehlkopfoperierte
Burgstr. 7
65591 Runkel
Tel.: 06482 4414
Landesverband der Kehlkopfoperierten
Sachsen-Anhalt e.V.
Kleine Schlossbreite 7
06406 Bernburg/Saale
Tel.: 03471 313520
Links ins WWW
Der MDR ist nicht für den Inhalt externer Internetseiten verantwortlich!
