Hauptsache gesund | 29.09.2011 | 21:00 Uhr : Ernährung bei Krebs
Viele Patienten leiden während einer kräftezehrenden Krebstherapie an Appetitlosigkeit und müssen wieder zu Kräften kommen. "Manche klagen über einen metallischen Geschmack oder empfinden Salz als bitter. In dem Fall hilft es, mehr mit Kräutern zu würzen. Die sollten aber frisch sein, da trockene Kräuter häufig auf den entzündeten Schleimhäuten im Hals kratzen", empfiehlt Carola Dehmel, leitende Diätassistentin am Klinikum St. Georg in Leipzig. Im Haus "Leben Leipzig", einem Informationszentrum für Krebspatienten, gibt sie Kochkurse.
"Viele Patienten entwickeln während oder nach einer Chemotherapie eine Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel. In unserem Kochkurs vermitteln wir nicht nur neue Rezeptideen, wir probieren sie auch gleich aus." Bei einer Abneigung gegen Fleisch und Wurst beispielsweise empfiehlt die Expertin auf eine vorwiegend vegetarische Kost mit vielen Hülsenfrüchten umzusteigen. Die machen satt und haben einen hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalt. Von Vorteil ist auch, dass die jeweiligen Rezepte warm oder kalt gegessen werden können, je nach Verträglichkeit der Patienten.
Brotaufstrich ohne Wurst: Kichererbsen-Chuttney
- 1 Tasse gekochte Kichererbsen
- Saft einer Zitrone
- 1 EL Tahin (Sesampaste)
- ½ Knoblauchzehe, fein gehackt
- Prise Paprika oder Chilipulver
- 1 EL Petersilie, gehackt
- Sojasoße
- 1EL Olivenöl
- Meersalz
Zubereitung:
Kichererbsen eine halbe Stunde in Wasser einweichen, anschließend eine halbe Stunde kochen. Danach alle Zutaten im Mixer miteinander pürieren, dabei den Knoblauch erst zum Schluss zugeben. Mit Salz abschmecken und mit Petersilie und Paprika oder Chili garnieren.
Süßer Snack für zwischendurch: Aprikosencreme
- 5 Aprikosen, nicht geschwefelt
- 200 ml Reismilch
Zubereitung:
Aprikosen vierteln, Zutaten in einen Messbecher geben und mit einem Pürierstab aufschlagen, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Zutaten für 1 Person.
Wärme von innen: Gewürztee
- 1 EL unbehandelte Zitrusschalen, grob zerkleinert
- 4 Scheiben frischer Ingwer
- 1 Zimtstange
- 2-3 Kapseln grüner Kardamom, leicht gemörsert
Zubereitung:
Die Zutaten in 1 Liter Wasser aufkochen und 5 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Nach Geschmack mit Honig süßen. Der Gewürztee reguliert die Verdauung, hält schön warm und wirkt gegen Übelkeit.
Nahrungsergänzung – was ist sinnvoll?
Bei Krebspatienten ist der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen, insbesondere während und nach chemo- oder strahlentherapeutischer Behandlung, außergewöhnlich hoch. Dies ist zum einen durch die Erkrankung bedingt. Zum anderen bewirken die Therapien und deren Nebenwirkungen auf den Verdauungsapparat einen erhöhten Verlust bzw. eine verminderte Aufnahme der Stoffe. Der erhöhte Bedarf ist oft durch die Ernährung allein nicht zu decken.
In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen u.a. ein vermindertes Ansprechen auf Krebsstandardtherapien bewirkt und mit erhöhten Nebenwirkungen der Therapien einhergeht. Vitamin E zum Beispiel hat in klinischen Studien Schweregrad und Häufigkeit von Missempfindungen in Händen und Füßen durch bestimmte Chemotherapien deutlich mindern können.
Auch durch die Gabe von Selen können Nebenwirkungen reduziert werden. Außerdem wird durch das Mineral die krebsabtötende Wirkung der Strahlentherapie verstärkt. Dennoch ist eine zielgerichtete Ernährung der Einnahme von Präparaten nach Möglichkeit vorzuziehen. Falsch- bzw. hochdosierte Vitamin- und Spurenelementeinnahmen können mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einhergehen. Sprechen Sie daher alle jede Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Ihrem Arzt ab.
