Hauptsache gesund | 30.06.2011 | 21:00 Uhr : Wieder gut sehen
Wir Menschen können den Adler mit seinem berühmten "Adlerblick" wahrhaft beneiden. Er sieht nicht nur viel weiter, sondern schärfer und zudem kann er auch Farben besser erkennen als das menschliche Auge. Aus einer Höhe von 1.000 Metern erspäht ein Adler so kleine Beutetiere, wie eine Maus.
Diese außergewöhnliche Sehkraft hat ihren Grund in der Anatomie des Adlerkopfes. Denn die Augäpfel des Adlers sind beinahe so groß wie sein gesamter Kopf. Dazu kommt, dass die Linse eines Adlerauges flexibel ist und sich so jeder Situation perfekt anpassen kann. Die menschliche Augenlinse dagegen ist starr. Für das scharfe Sehen sind sogenannte Zapfen verantwortlich: je mehr da sind, desto schärfer der Blick. Kein Wunder, auch hier hat der Adler dem Menschen einiges voraus, verfügt er doch über fünfmal so viele Zapfen im Auge.
Doch den anatomischen Nachteil gleicht der Mensch durch seine Fähigkeit der Erkenntnis aus. Und die nutzt er auch um ganz praktische Hilfsmittel für sich hervorzubringen. So können Brillen, Lupen, Medikamente und chirurgische Eingriffe das Nachlassen der menschlichen Sehkraft kompensieren.
Krankheiten am Auge erkennen
Etliche Krankheiten lassen sich am Auge ablesen. Diabetes Typ II zum Beispiel kann man mit Hilfe eines Lichtblitzes im Auge erkennen. Dieses Verfahren haben Wissenschaftler der Universität Michigan entwickelt. Dabei wird ein bestimmtes Eiweiß im Auge mit einem Lichtblitz zum Leuchten gebracht. Im Gegensatz zum gesunden Menschen fällt die entsprechende Reaktion beim Diabetiker weitaus stärker aus.
Ein häufig auftretendes Gerstenkorn ist ein Zeichen für eine geschwächte Immunabwehr und kann unter Umständen auch ein Hinweis auf Diabetes sein. Ebenso verhält es sich mit Schielen. Hier kann die Ursache in einem erkrankten Nerv liegen, der Diabetes als Ursache hat.
Ein häufiges blutunterlaufenes Auge kann ein Hinweis auf Bluthochdruck sein.
Wenn das Auge wiederholt Schleim absondert, können entweder Zahnprobleme die Ursache sein oder Nasen-Nebenhöhlen-Beschwerden.
Grauer und Grüner Star
Neben der Altersbedingten Makuladegeneration, sind die beiden häufigsten Augenerkrankungen der Graue und der Grüne Star (Glaukom). Während beim Grauen Star eine Trübung der Augenlinse die Ursache ist, handelt es sich beim Grünen Star (auch Glaukom genannt) um eine Erkrankung des Sehnervs. Der Grüne Star kann mit Augentropfen behandelt werden, die eine Senkung des Augeninnendrucks bewirken.
Bei der Behandlung des Grauen Stars bleibt nur die Möglichkeit einer Operation. Diese ist aber mittlerweile ein Routineeingriff an Augenkliniken. Dabei wird die eingetrübte Linse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt.
Wann zum Augenarzt?
Ab dem 40. Lebensjahr sollte man aller zwei bis drei Jahre, ab dem 65. Lebensjahr aller ein bis zwei Jahre einen Augenarzt konsultieren. Wer Veränderungen spürt oder Probleme hat, sollte diese sofort bei einem Augenarzt abklären. Diabetiker sollten mindestens einmal pro Jahr ihre Netzhaut untersuchen lassen. Gleiches gilt für Menschen, bei denen bestimmte Augenkrankheiten in der Familie häufig vorkommen.
Weitere Themen
Experte im Studio
Prof. Dr. med. Peter Wiedemann
Universitätsklinikum Leipzig,
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde
Literatur
Brille? Kontaktlinsen? OP? Richtig sehen. Ein Ratgeber der Stiftung Warentest. ISBN: 978-3-86851-101-7
Nieswandt, Andreas + Kleiber, Klaus: Heile Deine Augen: Bewährte Methoden der Naturheilkunde bei Augenkrankheiten und Sehstörungen, Verlag M, ISBN-10: 3981174216
Kalitzkus, Vera: Dein Tod, mein Leben: Warum wir Organspenden richtig finden und trotzdem davor zurückschrecken, Suhrkamp Verlag, ISBN 978-3-518-46114-3
