Hauptsache gesund | 23.08.2012 | 21:00 Uhr : Milch – Heilmittel oder Krankmacher?
Milch kann den Blutdruck senken, bei Diabetikern kurbelt sie den Insulin-Stoffwechsel an und dank ihres Melatonin-Anteils hilft sie beim Ein- und Durchschlafen. Weltweit suchen Wissenschaftler nach Stoffen in der Milch, die eines Tages vielleicht Medikamente ersetzen könnten. Andere halten Milch für einen Mitauslöser von Kankheiten. Wir durchleuchten die Mythen und erklären die Fakten.
Woraus besteht Milch?
Wenn wir hierzulande von Milch reden, meinen wir meist Kuhmilch, und diese besteht zu 86 Prozent aus Wasser. Der Rest sind Milchzucker, Fett und Eiweiß. Dazu kommen Kalzium und andere Mineralien, Vitamine und Aminosäuren, die unser Körper nicht selbst bilden kann. Gerade für die Knochen- und Zahnbildung spielt Kalzium eine wichtige Rolle.
Warum ist das Kalzium so wichtig für die Knochen?
Knochen bestehen zu einem Drittel aus organischen und zu zwei Dritteln aus anorganischen Substanzen, wie Mineralsalzen. Wichtigstes Mineralsalz ist Kalksalz, das in Form von Kalzium im Knochen steckt. Kalzium ist für den Aufbau der Knochen von entscheidender Bedeutung. Deshalb muss der Mensch über die Nahrung genügend Kalzium zu sich nehmen. Wichtigster Lieferant sind Milch und Milchprodukte.
Der tägliche Kalziumbedarf
Der Kalziumbedarf eines Menschen ist vom Alter abhängig: 220 bis 300 mg pro Tag empfiehlt die WHO für Babys und Kleinkinder und bis zu 1.300 mg pro Tag für Jugendliche. Erwachsene sollten 1.000 mg Kalzium am Tag zu sich zu nehmen, Frauen in den Wechseljahren sowie Männer über 65 Jahre 1.300 mg. Milch ist das Lebensmittel mit dem höchsten Kalziumgehalt.
Dr. Volksmund: Milch macht müde Männer munter
Stimmt es eigentlich, dass Milch müde Männer munter macht? Ein Fall für Dr. Volksmund! "Hauptsache Gesund"-Reporter Jan Schlegel versucht der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Resultat: Der Spruch ist falsch!
Er entstammt einem Werbeslogan aus den 1950er Jahren als das positive Image der Milch besonders gefördert wurde und zig Milchbars eröffneten. Bisher konnte kein leistungssteigernder Effekt der Milch festgestellt werden. Ganz im Gegenteil: Die Milch enthält viel Tryptophan, das eher eine schlaffördernde Wirkung zu besitzen scheint.
Literatur
Cornelia Haller-Zingerling, Susanne Hofmann: Die Welt von Milch und Käse, Umschau Buchverlag, Neustadt an der Weinstraße, 2009, ISBN: 978-3865286727
Thilo Schleip: Laktose-Intoleranz. Wenn Milchzucker krank macht, Trias Verlag, Stuttgart, 2010, ISBN: 978-3830436843
