Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 23.08.2012 | 21:00 Uhr : Milch als Krankmacher

Es gibt Menschen, die Milch grundsätzlich ablehnen. Sie verweisen auf die weltweit sehr verbreitete Milchunverträglichkeit. Das zeigt ihrer Ansicht nach deutlich, dass Milch für den menschlichen Organismus eher schädlich sei. Zudem gäbe es Studien, die die Schädlichkeit von Milch beweisen.

Milch als Verursacher von Diabetes

Eine rot durchgestrichene Milchflasche und ein Glas.
Kritiker machen Milch für die Entstehung von Krankheiten mitverantwortlich.

Das Milcheiweiß A1-Beta-Casein wird bei Kindern und Jugendlichen für den Ausbruch von Diabetes Typ 1 verantwortlich gemacht. Das scheint bedingt zuzutreffen. Menschen die Diabetes Typ 1 entwickeln, haben eine entsprechende genetische Veranlagung. Unterschieden wird in Hochrisikotyp bis hin zu weniger gefährlichen Varianten. Eine skandinavische Studie zeigte, dass unter Hochrisikopatienten für  Diabetes Typ 1 ein reduzierter Kuh-Milchkonsum bis zum 2. Lebensjahr das Risiko, die Krankheit zu entwickeln, deutlich vermindert. Bester Schutz gegen den Ausbruch der Krankheit ist es,  ein Kind bis zum 4., besser zum 5. Monat voll zu stillen und erst danach mit dem langsamen Aufbau der Beikost anzufangen. Im ersten Lebensjahr sollte dabei ganz auf Kuhmilch verzichtet werden. Ab dem Kindergartenalter konnte kein negativer Einfluss von Kuhmilch mehr festgestellt werden.

Milch als Verursacher von Prostatakrebs

Eine isländische Studie belegte einen Zusammenhang zwischen einem ländlichen oder städtischen Wohnsitz in der Jugend und dem damit verbundenen höheren Milchkonsum und einem erhöhten Risiko Prostatakrebs zu entwickeln. Resultate solcher epidemologischen – also auf konkrete Bevölkerungsgruppen bezogene – Studien sind jedoch oft sehr schwer zu interpretieren und mit Vorsicht zu genießen. Manche Studien machten das Kalzium für das erhöhte Prostatakrebsrisiko verantwortlich, andere das Milchfett. Wieder andere die geringen Mengen an Östrogenen, also weibliche Hormone. Bevor nicht ein wirklicher Beweis erbracht wird, dass ein bestimmter Inhaltsstoff der Milch das Prostatakrebsrisiko erhöht, besteht aus Sicht von Medizinern keine Notwendigkeit, den Konsum von Milch- und Milchprodukten einzuschränken.

Milch als Verursacher von Antibiotikaresistenzen

Durch die Massentierhaltung werden Kühe öfter krank und müssen dann mit Antibiotika behandelt werden. Diese Antibiotika aus den Futtermitteln gehen in die Milch über und tragen zur steigenden Resistenz von Antibiotika bei, argumentieren Milchgegner. Fakt ist, dass die Milch einer mit Antibiotika behandelten Kuh eine gewisse Zeit nicht verkauft werden darf. Diese Wartezeit soll sicherstellen, dass alle Antibiotikareste aus dem Körper des Tieres ausgeschieden sind, bevor die Milch wieder in den Handel kommt.

Zuletzt aktualisiert: 23. August 2012, 13:18 Uhr

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