Hauptsache gesund | 23.08.2012 | 21:00 Uhr : Milch als Medikament - Neue Ideen
Milch als Blutdrucksenker
Als japanische Wissenschaftler in den 1990er Jahren zwei Eiweiße in gesäuerter Milch entdeckten, waren ihnen diese schon bekannt – allerdings aus Schlangengift. Es wurde angenommen, dass VPP und IPP den Blutdruck senken, so wie es eben auch das Schlangengift tut. Dort allerdings bis zum Tod. Daher verarbeiten die Japaner die Eiweiße VPP und IPP in funktionellen Lebensmitteln. Inzwischen gibt es entsprechende Produkte auch in Europa. Doch auch in normalem Käse, wie manchem Bergkäse und Grana Padano, sind diese Stoffe enthalten, da das eingesetzte Bakterium Lactobacillus helveticus große Milcheiweiße in die kleineren VPP und IPP verwandelt.
Deutsche Wissenschaftler folgen eher der Spur von Dipeptiden, noch kleineren Protein-Strukturen als die Tripeptide VPP und IPP. An der Universitätsklinik in Dresden forscht Professor Thomas Henle zu der blutsenkenden Wirkung eines tryptophanhaltigen Eiweißes, das auch in geringen Mengen in Joghurt und Käse enthalten ist.
Nachtmilch statt Schlaftabletten
Nächtliches Kuhmelken, um Nachtmilchkristalle zu erhalten hört sich seltsam an. Die nachts gemolkene Milch soll einen höheren Gehalt an Melatonin enthalten als normale Milch und so den Schlaf fördern. Wissenschaftlich ist die besondere Wirkung von Nachtmilch bislang nicht belegt. Ein normales Glas warme Milch hilft beim Einschlafen ebenso und ersetzt bei manchen Menschen sogar eine Schlaftablette.
Milch als Schlankmacher
Mäuse werden durch Milch schlank. Das Vitamin Nicotinamid-Ribosid, ein natürlicher Inhaltsstoff der Milch, regt bei Mäusen den Stoffwechsel so an, das sie beim Fressen von fettreicher Nahrung trotzdem nicht zunehmen. Mäuse die ein Normalgewicht hatten, zeigten keine Veränderung im Gewicht. Auch bei Diabetes-Mäusen hilft das Vitamin, indem es den Blutzuckerspiegel und Insulinhaushalt stabilisiert. Die Versuchmäuse entwickelten außerdem eine größere Ausdauer. Allerdings muss der Inhaltsstoff als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, da die natürliche Menge in der Milch nicht hilft. Ob dieses Vitamin auch beim Menschen die gleiche Wirkung hat, müssen Studien zeigen.
Molke als Fitnessdrink
Molke ist ein Nebenprodukt aus der Käseherstellung. Sie ist reich an Nährstoffen und arm an Kalorien. Ihr hoher Anteil an Milchzucker und Milchsäure fördert außerdem eine gesunde Darmflora und unterstützt die Verdauung. Wer Molke nicht pur trinken möchte, kann sich herzhafte oder süße Molkedrinks mixen.
