Hauptsache gesund | 07.06.2012 | 21:00 Uhr : Die fantastische Heilkraft der Öle
Fettiges macht fett - das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Öle enthalten Fettsäuren, die sogar lebensnotwendig sind. Zudem machen sie uns satt und sorgen für mehr Geschmack im Essen. Auf der Haut sorgen Öle für Feuchtigkeit, lindern Schmerzen und lösen Verspannungen.
"Das geht runter wie Öl". Sprachlich gesehen, verbinden wir damit etwas sehr Angenehmes. Doch bezüglich der Ernährungsgewohnheiten assoziieren die meisten mit Ölen und Fetten eher Negatives. Es heißt: Wir essen zu viel davon oder das falsche, es macht dick und krank, verursacht Schwabbelbauch und hohe Cholesterinwerte. Doch ohne Fette und Öle könnten wir gar nicht leben. Sie helfen uns, fettlösliche Vitamine aufzunehmen. Wir brauchen sie als wichtigen Baustein für die Bildung verschiedener Gewebshormone und Signalstoffe. Einige Fette vermindern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hohen Blutdruck, andere lindern Entzündungen und senken das Diabetesrisiko. Und sie sind ein wichtiger Energielieferant.
Fett ist nicht gleich Fett
Öle enthalten unter anderem Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Polyphenole und Phytosterole, also pflanzliche Hormone. Diese Stoffe wirken entzündungshemmend, blutdrucksenkend und gefäßschützend. Ein gutes Öl enthält also mehr als nur Fett. Fette, die bei Zimmertemperatur flüssig sind, nennt man Öle. Ob ein Fett flüssig oder fest ist, hängt von seiner Zusammensetzung ab. Gesättigte Fettsäuren machen ein Fett fest. Sie kommen vorwiegend in Butter, Rinderfett oder Schweineschmalz vor. Häufig werden zu viele gesättigte Fettsäuren aufgenommen, die dann zu Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen führen können. Ungesättigte Fettsäuren machen ein Fett flüssig.
- Gesättigte Fettsäuren dienen zur Energiegewinnung, als Fettreserve und sind ein Baustoff für Zellwände.
- Ungesättigte Fettsäuren dienen der Leitfähigkeit der Nerven, der Bildung von Zellhüllen und Botenstoffen. Mit diesen Botenstoffen werden zum Beispiel der Blutdruck und das Immunsystem geregelt.
Ungesättigte Fettsäuren muss man sich wie ein weitverzweigtes Familiensystem vorstellen. Für den Laien sind diese "Familienverhältnisse" nicht leicht zu verstehen. So gibt es einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die auch unterschiedliche Aufgaben im Körper erfüllen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind wiederum Omega-3- und Omega-6-Fette. Omega-3-Fette wirken eher positiv auf die Gesundheit, Omega-6-Fette eher negativ. Und wie immer im Leben, ist alles noch viel komplizierter. Denn alle Öle enthalten einen Mix verschiedener Fettsäuren. Wir brauchen letztlich alle - in der richtigen Mischung.
Weitere Beiträge zum Thema:
Experte:
Prof. Dr. Werner Richter, Fettstoff-wechsel-Experte, Windach
Deutsche Gesellschaft für Fettwissen-schaften
