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Hauptsache gesund | 11.10.2012 | 21:00 Uhr : Osteoporose – Irrtümer und Fakten

Osteoporose ist eine weit verbreitete Skeletterkrankung. Dass vor allem Frauen nach den Wechseljahren an ihr leiden, ist unbestritten. Trotzdem ist Osteoporose weder reine Frauensache noch eine bloße Alterserscheinung. Das sind verbreitete Irrtümer, denn etwa jeder fünfte Osteoporose-Patient ist ein Mann. Auch junge Frauen in der Schwangerschaft können betroffen sein.

Osteoporose am Röntgenbild

Die Fakten: Schleichender Prozess

Oft unbemerkt kann die auch als Knochenschwund bezeichnete Krankheit Osteoporose über viele Jahre den Knochen zermürben, so dass dessen Stabilität allmählich abnimmt. Häufig fällt den Betroffenen eine verringerte Körpergröße auf, später bestimmt ein starker Rundrücken das Aussehen. Typisch sind diese Anzeichen eher bei einem fortgeschrittenen Krankheitsbild, wenn bereits mehrere Wirbelkörper gebrochen und in sich zusammengesunken sind. Rückenschmerzen sind dann das vordergründige Symptom. Faktoren wie die längere Einnahme bestimmter Medikamente (Prednisolon, Cortison), familiäre Häufung, entzündliche Erkrankungen (rheumatoide Arthritis), Stoffwechselerkrankungen oder Rauchen erhöhen das Risiko, an einer Osteoporose zu erkranken. Ärzte werden zudem "hellhörig", wenn bei banalen Stürzen oder Unfällen ein oder mehrere Knochen brechen oder an für Osteoporose typischen Stellen Knochenbrüche auftreten. Dazu gehören vor allem hüftnahe Knochenbrüche (Oberschenkelhals) oder Wirbelkörperbrüche.


Für ausreichend Vitamin D sorgen

Knochen ist ein sehr elastisches, stabiles, aber dennoch flexibles Gewebe, das nichts mit der leblosen und starren Masse zu tun hat, für das viele es halten. Knochengewebe ist vielmehr äußerst lebendig und befindet sich permanent im Umbauprozess. Es baut sich in etwa alle zwei bis fünf Jahre komplett neu auf. Dass Knochen nur aus Kalzium besteht, ist ein Irrtum. Die filigrane Struktur des Knochens erinnert an ein dreidimensionales Netz, das von knochenaufbauenden (Osteoblasten), aber auch knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) gebildet wird. Beide befinden sich im Gleichgewicht. Die Grundstruktur des Knochens ist Kollagen, eine Art Bindegewebe, in das Salze wie Kalziumphosphat und Kalziumkarbonat eingelagert sind. Ein Hormon (Vitamin D) ist für die Mineralisierung dieses Gewebes verantwortlich. Wir nehmen es über bestimmte Speisen (vor allem fetten Seefisch) in geringen Mengen auf. Wichtiger ist, dass die körpereigene Vitamin-D-Synthese über die UV-Strahlung auf der Haut angeregt wird. Deshalb ist der Aufenthalt im Freien sehr wichtig. Bei der Osteoporose ist die Aktivität der Osteoklasten erhöht, so dass die von den Osteoblasten gebildete Grundsubstanz abgebaut wird. Der Knochen wird dann porös und brüchig. Wörtlich übersetzt heißt Osteoporose "löchriger Knochen".

Alter erhöht Risiko

Das Risiko, an Osteoporose zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter, und das gilt für beide Geschlechter. Ab einem Alter von 70 Jahren für Frauen und ab 80 Jahren für Männer beträgt das Risiko, eine osteoporotische Fraktur zu erleiden, 20 Prozent. Kommen weitere Risikofaktoren hinzu, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit.

Mediziner unterscheiden zwischen primärer und sekundärer Osteoporose. Zu den primären Formen gehören die Erkrankung nach den Wechseljahren (Absinken des Hormons Östrogen, das den Knochenaufbau anregt) und die senile Form des Altersknochenschwunds (Oberschenkelhalsbrüche). Bei der sekundären Form tritt Osteoporose als Folge von Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion), Dauertherapien mit bestimmten Medikamenten (Cortison), entzündlichen Erkrankungen (Rheumatoide Arthritis) oder chronischen Organerkrankungen (z.B. von Magen-Darm-Trakt, Leber oder Niere) auf. Auch Inaktivität baut den Knochen ab.

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Zuletzt aktualisiert: 21. November 2012, 10:46 Uhr

Experten im Studio:

Prof. Dr. med. Jörn Kekow, Ärztlicher Leiter am Fachkrankenhaus für Orthopädie und Schmerztherapie in Vogelsang/Gommern
Prof. Dr. med. Gunter Hofmann, Ärztlicher Leiter der Klinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Jena
Dr. med. Niels Hammer, Institut für Anatomie, Medizinische Fakultät der Universität Leipzig

Suche nach Betroffenen:

Das Deutsche Referenzzentrum für schwangerschaftsassoziierte Osteoporose der Uni Marburg möchte dieses Krankheitsbild besser erforschen. Die Wissenschaftler würden daher gern telefonisch Kontakt zu Betroffenen aufnehmen. Die Telefonhotline für Betroffene: 06421 5864455.

Empfehlenswerte Adressen:

Kuratoriums Knochengesundheit e.V.
"Kümmertelefon" - Tel.: 07261/9217-0 (montags bis freitags 08:30 Uhr bis 12:30 Uhr)

Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.
Kirchfeldstr. 149
40215 Düsseldorf
Tel.: 0211/30 13 14-0
Fax: 0211/30 13 14-10
E-Mail: info@osteoporose-deutschland.de

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