Hauptsache gesund | 11.10.2012 | 21:00 Uhr : Ärztelatein: Was ist eine Kyphoplastie?
Wirbelkörpereinbrüche sind eine gefürchtete Folge der Osteoporose. Um den Patienten eine rasche Stabilität der Wirbelsäule und damit Mobilität zu ermöglichen, wurde die Operationsmethode "Kyphoplastie" entwickelt.
Das lateinische Wort "Kypho" steht für "Wirbel" und "Plastie" für "bilden". Es geht also um einen Eingriff an der Wirbelsäule, für den ein etwa zwei Zentimeter langer Hautschnitt reicht. Dann wird eine Hohlnadel zu beiden Seiten in den gebrochenen Wirbelkörper geschoben. Das ist der Arbeitstunnel, durch den der Chirurg einen Ballon einführt und mit einem Kontrastmittel aufbläht. Dabei wird das Knochenmark an den Rand gedrückt, im Wirbel entsteht ein Hohlraum. Nachdem der Ballon wieder entfernt ist, wird in den Hohlraum ein spezieller Knochenzement eingebracht. Das macht den gebrochenen Wirbel wieder stabil. Der Zement härtet nach etwa zehn Minuten aus und ist dann so fest wie ein gesunder Knochen.
Weil die anliegenden Nerven damit sofort vom Druck befreit sind, tritt unmittelbar nach der Operation eine Schmerzlinderung oder sogar Schmerzbefreiung ein. Das ermöglicht den Patienten, auch mit dem notwendigen Muskelaufbau- und Bewegungsprogramm zu beginnen. Sie können in der Regel schon am nächsten Tag aus der Klinik entlassen werden. Neurologische Ausfälle sind selten. Trotzdem bleibt wie bei jeder Operation am Rücken ein Restrisiko, z.B. für Infektionen oder Blutungen. Deshalb sollte betroffene zunächst ein konservatives Vorgehen ohne Operation favorisieren.
