Hauptsache gesund | 01.09.2011 | 21:00 Uhr : Hartnäckige Pilzinfektionen
Unser Körper bietet Milliarden von Mikroorganismen Unterkunft, auch Pilzen. Die körpereigene Abwehr hält diese Keime normalerweise in Schach. Personen, bei denen die Abwehrkräfte geschwächt sind, sind jedoch anfällig für Pilzinfektionen. Dazu zählen unter anderem Patienten mit Diabetes mellitus, mit Durchblutungsstörungen und solche, die zum Beispiel mit Antibiotika oder Cortison behandelt werden müssen.
Pilzerkrankungen können praktisch am gesamten Körper auftreten, vorrangig auf Haut und Kopfhaut, aber auch an inneren Organen, wie der Lunge. Letztere betreffen vor allem Krebskranke in der Chemotherapie, Patienten nach Transplantationen oder mit AIDS, deren Immunsystem stark beeinträchtigt ist. Es gibt drei Hauptgruppen von Pilzen, die als Krankheitserreger infrage kommen. Die klassischen Hautpilze (Fadenpilze), die Hefepilze und, deutlich seltener, Schimmelpilze. Manche Erreger sind giftig, manche lösen Allergien aus, die meisten verursachen Entzündungen und Gewebeveränderungen.
Angriff auf Haut und Haar
Am häufigsten machen Hautpilze Probleme, so genannte Dermatophyten - die Verursacher von Fuß- und Nagelpilz. Sie können sich aber auch am Haarschopf ansiedeln. Hautpilze bevorzugen ein feuchtwarmes Mikroklima. Darum siedeln sie sich gerne in Zehenzwischenräumen, in Achselhöhlen, im Genitalbereich oder unter Nägeln an. Juckreiz im Analbereich z.B. ist zwar ein Tabuthema, aber ein weit verbreitetes Leiden, dessen Ursache häufig Pilze sind. Sowohl in den Haaren als auch in der Haut und in den Nägeln ist Hornmaterial zu finden. Das dient als Nahrungsgrundlage. Hautpilze bauen dieses Hornmaterial ab und verwerten es.
Experten im Studio:
Prof. Dr. Hans-Jürgen Tietz,
Institut für Pilzkrankheiten, Berlin
Prof. Dr. Michael Meurer,
Universitätsklinik für Dermatologie, Dresden
