Sambolfoto - Pollenallergie. Übergroße Pollen fliegen durch die Luft.
Bildrechte: IMAGO

Hauptsache Gesund | 25.02.2016 | 21:00 Uhr Pollenalarm – Was tun?

Viele plagen sich noch mit einer heftigen Erkältung herum, da droht den Atemwegen schon wieder neues Ungemach: Für elf Millionen Pollenallergiker beginnt die härteste Zeit des Jahres. Dass es in diesem Jahr so zeitig losgeht, liegt an dem milden Winter.

Sambolfoto - Pollenallergie. Übergroße Pollen fliegen durch die Luft.
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Neben dem zeitigen Start müssen Allergiker noch eine weitere schlechte Nachricht verkraften: Laut der Stiftung Deutscher  Polleninformationsdienst wird insbesondere die Belastung mit Birkenpollen 2016 besonders stark ausfallen. Was tun? Wer schon in der Vergangenheit mit Pollenallergien zu tun hatte oder jetzt plötzlich unter tränenden Augen, geschwollener Nase samt Fließschnupfen sowie heftigen Niesattacken leidet, der sollte sich untersuchen lassen. Das geschieht beim Allergologen mit Hilfe des sogenannten Prick-Tests am Unterarm. Innerhalb weniger Minuten ist klar, auf welche Pollen man allergisch reagiert.

Risiko "Etagenwechsel"

Grundsätzlich sollte man allergische Beschwerden nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Gefahr des sogenannten "Etagenwechsels", das heißt, dass der Heuschnupfen auf die Bronchien schlägt und dort für ein allergisches Asthma sorgt, ist hoch. Die Behandlung der Pollenallergie beugt dieser Gefahr vor.

Teilnehmer gesucht! Das Uniklinikum Dresden sucht für eine Studie noch Teilnehmer, die auf Birkenpollen, Gräser oder Milben allergisch reagieren. Die Teilnehmer sollten zwischen 18 und 64 Jahren alt sein. Wer Interesse kann unter Telefon 0351/45813506 melden oder eine E-Mail an allergiestudien@uniklinikum-dresden.de schreiben.

Symptome lindern

Sind die Symptome schon deutlich spürbar, helfen cortisonhaltige Nasensprays. Sie wirken entzündungshemmend und halten die Nase frei. Vorteil: Das Cortison wirkt nur lokal, gelangt also nicht in die Blutbahn. Bei geröteten und brennenden Augen helfen spezielle Augentropfen für Allergiker. Anti-Histaminika in Tablettenform unterdrücken dagegen die Symptome und sollten nach Bedarf eingenommen werden. Darunter finden sich übrigens viele neue Wirkstoffe, die nicht mehr so müde machen.

Immuntherapie kann heilen

Dauerhaft von einer Pollenallergie befreien kann aber nur eine spezifische Immuntherapie. Sie erlöst rund 80 Prozent der Patienten von ihren Beschwerden. Bei der Immuntherapie, auch Hyposensibilisierung genannte, spritzt der Arzt dem Patienten das entsprechende Allergen über einen langen Zeitraum. Die Dosis wird dabei nach und nach erhöht. Im Blut bilden sich dann blockierende Antikörper, so dass der Körper sich an das Allergen gewöhnt und irgendwann nur noch schwach oder überhaupt nicht mehr reagiert. Nachteil: Möchte man für immer beschwerdefrei sein, muss man die Therapie mindestens drei Jahre lang durchhalten.

Vorsicht Diabetiker

Allerdings ist die Immuntherapie nicht für alle Patienten geeignet oder muss unter genauer Kontrolle durchgeführt werden. So zum Beispiel bei Typ I-Diabetikern. Hier muss der Blutzuckerwert exakt eingestellt werden, erst dann kann eine Immuntherapie erfolgen. Patienten, die Betablocker nehmen oder unter Herzproblemen leiden, wird dagegen ganz von der Hyposensibilisierung abgeraten. Und generell ist sie nichts für Kinder unter 6 Jahren.

Was noch hilft

Symbolfoto die Pollen fliegen wieder! Eine Frau schneutzt hinter einem blühenden Haselstrauch.
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Die Allergene aussperren! Heißt, tagsüber alle Fenster geschlossen halten oder eine feine Gaze am Fenster montieren. Dann kann man auch als Allergiker nachts bei geöffnetem Fenster schlafen. Wer gerne Sport treibt, sollte das lieber in die Abendstunden verlegen, da sinkt die Pollenkonzentration in der Luft. Abends sollte man sich zudem die Allergene aus den Haaren waschen. Und eine Nasendusche - früh und abends angewendet - befreit die Schleimhäute. Für Autofahrer gilt: Pollenfilter regelmäßig kontrollieren und austauschen lassen. Und wer kann, der fährt so oft wie möglich in die Berge. Hier geht die Pollenbelastung gegen Null.

Mit Nadeln gegen Heuschnupfen

Wie es genau wirkt, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Aber dass es wirkt, konnten Wissenschaftler in Deutschland nachweisen: Mit Hilfe von Akupunktur können Heuschnupfen-Geplagte beschwerdefrei werden. Aber auch hier steht vor der Behandlung die ausführliche Diagnose. Dann kann es losgehen. Im Idealfall beginnt man die Behandlung in der symptomfreien Zeit. Für Allergiker, die schon auf die Frühblüher Erle und Hasel reagieren, wäre das Mitte Dezember bis Mitte Januar. Also vier Wochen, bevor die ersten Pollen fliegen. Aber auch kurz vor Beginn der Heuschnupfenzeit macht die Behandlung noch Sinn oder, wenn die Beschwerden schon da sind. Dann kann die Akupunktur zur Linderung beitragen.

 In den neun bis zwölf jeweils halbstündigen Sitzungen bekommt der Patient dann bis zu 16 Nadeln gesetzt. In der Regel startet man mit zwei Behandlungen in der Woche. Später genügt es dann, wenn man nur einmal in der Woche zur Akupunktur kommt. Nach acht Wochen sollte die Behandlung abgeschlossen sein. Empfohlen wird, die Therapie im Folgejahr zu wiederholen, um einen Langzeiteffekt zu erreichen.

 Ob die Kosten von bis zu 50 Euro von der Kasse übernommen werden, sollte vorher erfragt werden. In der Regel muss der Patient jedoch selber für die Behandlung aufkommen.

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2016, 13:07 Uhr