Hauptsache gesund | 20.09.2012 | 21:00 Uhr : Hilfe, mein Rücken!
Die Wirbelsäule ist ein wahres Wunderwerk. Sie hält uns aufrecht, ist die Zentrale unseres Skelettsystems, stabilisiert den Körper und ist gleichzeitig so flexibel, dass wir uns drehen, bücken und strecken können. Doch manchmal ist sie davon überfordert. Das merken auch rund 70 Prozent der Deutschen, die einmal im Jahr unter Rückenschmerzen leiden.
Die Wirbelsäule besteht aus 33 Wirbeln: sieben Halswirbel, zwölf Brustwirbel und fünf Lendenwirbel. Dazwischen liegen 23 Bandscheiben, die den Druck, der auf der Wirbelsäule lastet, verteilen und Stöße abdämpfen. Hinzu kommen fünf Wirbel, die im Kreuzbein miteinander verschmolzen sind und vier, die das Steißbein bilden. Die Wirbel im Lendenbereich sind am größten und kräftigsten, weil sie den größten Teil des Körpergewichts zu tragen haben und darum am stärksten belastet werden. Aus diesem Grund treten Schmerzen auch am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf.
Der Fall George Alexander Albrecht: Dirigieren unter Schmerzen
Auch Professor George Alexander Albrecht litt unter Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Der Dirigent, der Orchester unter anderem in Tokio, Paris und Warschau leitete, bekam so starke Schmerzen, dass er nur noch im Sitzen dirigieren konnte und vorher starke Schmerzmittel einnehmen musste. Die Ärzte diagnostizierten bei ihm eine Spinalkanalstenose, also eine Verengung des Wirbelkanals. Doch niemand traute sich zu helfen. "Die haben gesagt, an der Stelle lässt sich nichts operieren oder Sie gehen dabei drauf oder werden querschnittsgelähmt. Also müssen Sie es ertragen. Zum Schluss nahm ich Morphine und schrie immer noch vor Schmerzen."
Doch die Schmerzen ließen sich bald nicht mehr ertragen, und George Alexander Albrecht kam schließlich in die Notaufnahme der Zentralklinik Bad Berka. In dieser Klinik, die auf Wirbelsäulenbehandlungen spezialisiert ist, wurde er von Dr. Heinrich Karl Böhm operiert. Der Arzt erinnert sich an einen besonders schwierigen Fall: "Von allen Therapiemöglichkeiten war bei diesem Patienten die einschneidendste erforderlich: Die auf die Nerven drückenden Knochen- und Bandscheibenteile wurden entfernt, die fehlgestellten Wirbel korrigiert und mit den angrenzenden Wirbeln verblockt." Der Erfolg war für den Dirigenten gewaltig: "Seitdem ist mein Leben wie neu geschenkt. Ich bin völlig schmerzfrei!" George Alexander Albrecht kann nun wieder problemlos dirigieren und ist mit 77 Jahren weiterhin ein gefragter Meister seines Fachs.
Stichwort Spinalkanalstenose
Bei einer Spinalkanalstenose ist der Wirbelkanal verengt. Die Enge entsteht, weil der Wirbelkörper durch Verschleiß in den Kanal wuchert. Nerven, die durch den Kanal verlaufen, werden gequetscht oder eingeklemmt, was erhebliche Schmerzen bereitet. Betroffene können nicht lange Stehen oder Laufen. Oft strahlen die Schmerzen bis in die Beine, die sich müde anfühlen und kribbeln. Im Sitzen und bei einem krummen Rücken lassen die Schmerzen nach. Die Beschwerden kommen nicht abrupt, sondern nach und nach im Laufe von Monaten.
