Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 23.02.2012 | 21:00 Uhr : Wie der Körper vor Krankheiten warnt

Ist mit uns etwas nicht in Ordnung, teilt uns das unser Körper meist mit. Doch die Zeichen richtig zu deuten, ist für den Laien in der Regel schwierig. "Hauptsache gesund" über Signale, die auf Krankheiten hinweisen.

HG Hände Füße

Nicht hinter jedem Signal unseres Körpers muss gleich eine schlimme Krankheit stecken. Manchmal sind schmerzende Muskeln oder ein wehleidiger Bauch auch nur Zeichen für eine momentane Überforderung. Wer nur noch keuchend die Treppe steigen kann, muss nicht unbedingt krank, sondern kann einfach schlecht trainiert sein. Wichtig ist, dass jeder Mensch lernt, auf die Signale seines Körpers zu hören und sich selbst besser kennenzulernen.

Hauptsache gesund | 23. Februar 2012: Chatprotokoll: Wie der Körper vor Krankheiten warnt

Dauermüdigkeit, Schwindelgefühl, taube Fingerspitzen? Ihre Fragen rund um das Thema "Körpersignale" beantworteten im Chat Dr. med. Anke Görgner und Heilpraktikerin Sabine Schwennicke. [mehr]


Schmerz - die persönliche Alarmanlage

Ein stechender Blitz im Kopf, ein Hämmern in den Fingergelenken oder ein pochender Schmerz im Nacken - für die Betroffenen mag so ein Signal ihres Körpers kaum aushaltbar sein. Biologisch betrachtet ist genau dieser Schmerz aber ein uraltes genetisches Programm. Er ist gewissermaßen die ganz persönliche Alarmanlage, das individuelle Blaulicht unseres Körpers. Jetzt gilt es, auf diesen Schmerz zu hören und seine Ursache zu ergründen. Denn wird der Schmerz erst chronisch, speichert auch unser Gehirn diesen Schmerz als Normalzustand. Dieses sogenannte Schmerzgedächtnis dann wieder zu überschreiben oder zu löschen, erfordert nicht nur hochgradige Spezialisten, sondern auch eine aktive Teilnahme des Schmerzpatienten.

Warnzeichen, bei denen man sofort zum Arzt gehen soll

Treten Schmerzen sehr plötzlich auf oder verschwinden sie lange Zeit nicht mehr, dann sollte man auf jeden Fall seinen Hausarzt darüber informieren. Auch Schwindel und plötzliche Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen müssen schnell abgeklärt werden.

Einige Menschen beachten die Signale ihres Körpers jedoch nicht oder ignorieren sie bewusst. Sie sind entweder beruflich gerade stark angespannt oder entwickeln auch einen falschen Ehrgeiz, gemäß dem Motto: "Ach, das halte ich schon aus. Was allein kommt, geht auch allein!" Das andere Extrem sind Menschen, die jedes Signal überbewerten. Sie laufen bei den kleinsten Symptomen zum Arzt und machen sich durch ihre oft unbegründete Angst selbst krank. Deshalb ist es wichtig, ein gesundes Mittelmaß zu entwickeln und genau auf die Signale des Körpers zu achten.

Kuriose Fälle in der Medizin

Im DRK-Krankenhaus Lichtenstein standen die Ärzte vor einem Rätsel, als eine Patientin eine nicht zu erklärende entzündliche Erkrankung bekam. Trotz Antibiotikagaben verschlimmerte sich ihr Zustand. Eine bedrohliche Blutvergiftung kam hinzu. Schließlich erwogen die Ärzte eine Darmspiegelung und entdeckten ein ungewöhnliches Geschwür, das offensichtlich durchgebrochen war und die Blutvergiftung hervorrief. Der Fremdkörper wurde chirurgisch entfernt und entpuppte sich als Hühnerknochen, den die Patientin einige Wochen zuvor verschluckt hatte.

Im Sophien- und Hufelandklinikum in Weimar wurde eines Tages eine ältere Dame mit starkem Husten eingeliefert. Auch nach gründlicher Ursachenforschung waren die Ärzte immer noch ratlos. Weder war die Patientin erkältet, noch hatte sie Asthma oder ein sonstiges Lungenleiden. Eine Röntgenaufnahme brachte dann die Wahrheit ans Licht: Die alte Dame hatte ihre Teilprothese verschluckt. Sie war in den "falschen Hals" geraten und wanderte von der Luftröhre in die Lunge, ohne, dass es die Patientin bemerkte.

Signal Nasenbluten

Meist geht einer plötzlich blutenden Nase eine große Erschütterung voraus - ein Schlag, Nasenbohren oder heftiges Schnäuzen. Im Winter blutet die Nase auch schneller als im Sommer. Denn durch stark beheizte und wenig belüftete Räume trocknet die Nasenschleimhaut soweit aus, dass sie porös wird. Dadurch werden die kleinen Blutgefäße extrem beansprucht.

Eine häufig, scheinbar grundlos blutende Nase sollte vom Arzt untersucht werden, denn dahinter könnte sich eine bislang unentdeckte erbliche Blutkrankheit oder eine Gerinnungsstörung des Blutes verbergen. Auch Blutdruckspitzen machen sich durch plötzliches Nasenbluten bemerkbar.

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Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2012, 09:13 Uhr

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Dr. med. Evelyn Fabiensky, Magdeburg
Fachärztin für Allgemeinmedizin

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