Hauptsache gesund | 14.07.2011 | 21:00 Uhr : Vitamine – Die großen Irrtümer
Fast ein Drittel der Deutschen nimmt Vitaminpräparate, um gesund zu bleiben, und unterliegt damit einem verhängnisvollen Irrtum. Denn Vitamine sind möglicherweise lebensgefährlich.
Vitamine sind lebenswichtige, organische Verbindungen, die der Körper, bis auf das D-Vitamin, nicht selbst bilden kann und deshalb mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Sie wirken als vermittelnde Kraft bei vielen Stoffwechselvorgängen, als Schutz vor Oxidation oder bei der Synthese von Zellbausteinen. In der Regel reichen geringe Mengen aus. Und die finden sich mitunter sogar in vermeintlich ungesunder Nahrung.
Vitaminspender Tiefkühlpizza
Eine Tiefkühlpizza gilt als Inbegriff der ungesunden Ernährung: kalorienreich und nährstoffarm. Irrtum, was den Gehalt an lebenswichtigen Vitaminen angeht! So deckt eine Pizza „Vier Jahreszeiten“ einen Großteil des Tagesbedarfs an wichtigen Vitaminen, wie eine Untersuchung ergeben hat: B-Vitamine im Teig, Käse und Thunfisch liefern Vitamin D und A, das Olivenöl Vitamin E und die Tomaten, Pilze und der Spinat enthalten Folsäure und Vitamin C.
Hartnäckige Irrtümer
Viele Irrtümer in Sachen Vitamine halten sich hartnäckig: Als Jungbrunnen sollen Vitamine gesund und schön erhalten, vor Krebs und Herzkrankheiten schützen und somit für ein langes unbeschwertes Leben sorgen. Ein Trugschluss. Tatsächlich ist bislang bei keinem Vitamin eindeutig nachgewiesen, dass es vor Krebs schützt. Im Gegenteil: Einige Studien deuten darauf hin, dass eine zusätzliche Zufuhr von Vitaminen, z.B. Vitamin E oder A, Krebs fördert. Ein Zuviel ist dann schädlich, wenn Vitamine in künstlicher Form als Kapseln oder Tabletten zugeführt werden. Ein Drittel der Deutschen nimmt Vitaminpräparate. Die meisten Experten raten davon ab und warnen sogar davor, denn ein Zuviel an Vitaminen kann krank machen!
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Priv. Doz. Dr. Diana Rubin, Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Berlin
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