Hauptsache gesund | 28.07.2011 | 21:00 Uhr : Lebensgefährliche Gebiss- und Munderkrankungen
In der Altsteinzeit, als die Menschen noch als Jäger und Sammler lebten, starben sie vor allem aus zwei Gründen: ein Jagdunfall oder ein Zahndefekt. Heute muss an einer entzündeten Zahnwurzel kein Mensch mehr sterben. Doch in den letzten Jahren mehren sich die Studien, die belegen, dass die Zahngesundheit sehr wohl einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit hat.
Sie wurde nur etwa 25 Jahre alt, hatte fast makellose Zähne und starb trotzdem an einem Zahndefekt. Archäologen fanden das Grab der "Schamanin von Bad Dürrenberg" 1934 bei Kanalisationsarbeiten im Kurpark von Bad Dürrenberg. Sie vermuteten, dass die junge Frau in der Mittelsteinzeit vor ca. 9.000 Jahren gelebt hat. Das Gebiss der jungen Frau weist weder Spuren von Karies noch Parodontitis auf. Doch die mittleren Schneidezähne im Oberkiefer sind extrem abgerieben, so dass die Zahnmarkkanäle frei liegen.
Offenbar wurde das Gebiss damals als "dritte Hand" eingesetzt. An den eröffneten Wurzelspitzen entstanden so eitrige Entzündungen, die teilweise die Knochensubstanz der Mund- und Wangenpartie zersetzten. Die chronische Vereiterung führte wahrscheinlich zu einer Blutvergiftung und zum Tod der jungen Frau. Ihre Gebeine und Grabbeigaben sind heute im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen.
Mit dem zahnärztlichen Wissen der heutigen Zeit hätte der jungen Frau sicherlich unkompliziert geholfen werden können. Doch auch heute gibt es noch Mund- und Zahnerkrankungen, die lebensbedrohlich werden können.
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Dr. Gottfried Wolf, Zahnarzt aus Suhl und Vorsitzender der Mitteldeutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde zu Erfurt e.V.
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Literatur
Bundeszahnärztekammer: Handbuch der Mundhygiene. Ratgeber für das Pflegepersonal. Köllen Druck+Verlag GmbH, Bonn Berlin, 2002
Bezug:
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