Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 06.09.2012 | 21:00 Uhr : Wie viel Zucker ist gesund?

Rund 40 Kilogramm Zucker verbraucht jeder Deutsche pro Jahr. Doch das Problem ist nicht die halbe Tafel Schokolade, die der eine oder andere am Abend isst. Vor allem der Zucker, der sich in alltäglichen Lebensmitteln versteckt, treibt unseren Zuckerkonsum in die Höhe.

Zucker auf dem Löffel

Wer das Wort Zucker hört, denkt zuerst an Süßigkeiten und Kuchen. Doch erhebliche Mengen Zucker verstecken sich auch in Produkten, in denen wir ihn gar nicht vermuten: beispielsweise in sauren Gurken, Frikadellen oder Pizza. Doch wer auf die Zutatenliste schaut, findet auf den ersten Blick keinen Zucker. Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Böhm aus Leipzig weiß, warum das so ist: "Die Industrie ist ja nicht dumm. Sie hat gemerkt, dass die Verbraucher Zucker nicht haben wollen. Sie geht deshalb andere Wege, um etwas zu süßen." So wird Zucker häufig unter anderen Begriffen auf der Zutatenliste versteckt: Glucose, Dextrose oder Maltose sind Begriffe, mit denen der Laie nicht viel anfangen kann. Hier hilft eine Eselsbrücke: Alles was auf der Zutatenliste auf "ose" endet, ist süß.

Auch Lebensmittel, die augenscheinlich gesund daherkommen, enthalten zum Teil unglaublich viel Zucker. Vor allem bei Getränken ist das der Fall. Bei der Recherche im Supermarkt fand die "Hauptsache Gesund"-Redaktion ein kleines Trinkpäckchen Vanillemilch mit 45,5 Gramm Zucker pro Portion. Das entspricht 15 Stück Würfelzucker und damit der Tageshöchstgrenze für den Zuckerkonsum von Kindern. Auch andere Getränke, die wir unter die Lupe nahmen, wie ein Bio-Milchgetränk und ein fettreduzierter Joghurtdrink enthielten über 30 Gramm Zucker. Das sind schon dreißig Prozent des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Selbst Wassersorten mit Geschmack, die aussehen wie reines Wasser, enthielten rund zwei Stück Würfelzucker pro Portion.

Würfelzucker-Vergleich

Der Zuckergehalt eines Lebensmittels wird greifbarer, wenn man ihn in die Würfelzucker-Anzahl umrechnet. Drei Gramm Zucker entsprechen etwa einem Stück Würfelzucker. Ein Schokoladenpudding enthält beispielsweise zehn Stück, eine Flasche Ketchup bis zu 29 Stück und ein Glas saure Gurken elf Stück Würfelzucker.

Maximaler Zuckerkonsum

Der empfohlene Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für die Tageshöchstzufuhr von Haushaltszucker liegt für Erwachsene bei 90 Gramm. Kinder sollten nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag essen.

Hauptsache gesund | 06.09.2012 | 21:00 Uhr: Zucker: Eine Gefahr für die Gesundheit

Zucker verschafft dem Körper schnell Energie, sein Genuss macht glücklich. Doch zuviel Zucker schadet erheblich. Die gesundheitsschädlichen Wirkungen der süßen "Droge" sind umfangreich. [mehr]


Hauptsache gesund | 06.09.2012 | 21:00 Uhr: Alternativen zum Zucker

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sind süß wie Zucker, manche sogar süßer. Obwohl sie sehr wenige oder gar keine Kalorien enthalten, sollte man auch sie in Maßen genießen. [mehr]


Hauptsache gesund | 06.09.2012 | 21:00 Uhr: Wie man anderswo auf der Welt nascht

Süßmäuler haben zwar eines gemeinsam: Sie naschen gerne. Doch die Vorlieben unterscheiden sich in den verschiedenen Kulturen deutlich. [mehr]


Hauptsache gesund | 06.09.2012 | 21:00 Uhr: Pfefferminzplätzchen nach traditioneller Art

"Hauptsache-gesund"-Apotheker Friedemann Schmidt über Zucker in Medikamenten und wie man Gesundes und Leckeres verbinden kann. [mehr]


Hauptsache gesund | 06.09.2012 | 21:00 Uhr: Schokoladen-Brownie

Andreas Goßler backt im Studio Schoko-Brownies. Dabei kommt er komplett ohne Zucker und künstliche Süßstoffe aus. Er süßt mit einer Pflanze aus Lateinamerika. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2012, 17:55 Uhr

Dr. Volksmund: "Dem Affen Zucker geben."

Wer vor Tatendrang sprüht und besonders viel Kraft hat, der hat seinem Affen Zucker gegeben. So eine alte Redewendung. Und es ist in der Tat so, dass Süßes und naürlich auch allen anderen Kohlehydrate unseren Körper schnell mit Energie versorgen. Ob Apfel, Brötchen oder Zucker - sie helfen dem Gehirn auf die Sprünge und verbessern so die Konzentration. Allen Risiken zum Trotz, hat der Genuss von Süßem also in Maßen auch seinen Zweck. Der Ursprung der Redewendung lässt sich übrigens auf die Scherenschleifer im Mittelalter zurückführen. Da das Schleifen eine Weile dauerte, zogen sie häufig mit einem Äffchen durch die Lande, um ihre Kundschaft zu unterhalten. Um das Äffchen bei Laune zu halten, wurde ihm Zucker gegeben. Allerdings weiß man heute, dass zu viel Zucker auch für Affen nicht gesund ist.

Buchtipps

Kohl, Oliver; Dehmel, Carola: Die neue Ernährung bei Krebs. Ernährung, die auf ihren Stoffwechsel abgestimmt ist. Schlütersche Verlagsanstalt, 2010.

Flemmer, Dr. Andrea: Echt süß! Gesunde Zuckeralternativen im Vergleich. VAK Verlag, 2011

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK