Moskau/Kiew Aufklärungsmission gegen Stalin

Laienforscher Sergej Prudowskij, Russland
Der 65 Jahre alte Moskauer Laienforscher Sergej Prudowskij arbeitet derzeit an einem Buch über seinen Großvater Stepan Kusnezow. Der war 1941 vom Stalin-Regime zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt worden - wegen politischer Subversion und Spionage. Erst 1955 - zwei Jahre nach Stalins Tod - wurde Kusnezow rehabilitiert, er hatte unschuldig im Gefängnis gesessen. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Laienforscher Sergej Prudowskij, Russland
Der 65 Jahre alte Moskauer Laienforscher Sergej Prudowskij arbeitet derzeit an einem Buch über seinen Großvater Stepan Kusnezow. Der war 1941 vom Stalin-Regime zu 15 Jahren Lagerhaft verurteilt worden - wegen politischer Subversion und Spionage. Erst 1955 - zwei Jahre nach Stalins Tod - wurde Kusnezow rehabilitiert, er hatte unschuldig im Gefängnis gesessen. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Kopie von Verurteilungen
Prudowskij besitzt eine Menge Kopien ähnlich lautender Urteile. Sein Großvater arbeitete in den 1920er Jahren für die "Chinesische Osteisenbahn" in der heute chinesischen Stadt Harbin. Damals lebten rund 100.000 Russen in Harbin. Mitte der 1930er Jahre kehrte ein Teil von ihnen wieder in die Sowjetunion zurück. Für die sowjetische Führung waren sie Spione und Feinde und wurden verfolgt und verurteilt. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Joseph Stalin (ZK der WKP(b)) und Außenminister Wjatscheslaw Molotow (re., beide Sowjetunion/Vorsitzender Rat der Volkskommissare) sowie Joseph Davies (li., USA/Botschafter Moskau) während eines Treffens in Moskau. (1943)
Als Beginn der "großen Säuberung" unter Stalin gilt der geheime NKWD-Befehl Nr. 00447 vom 30. Juli 1937. Nach Schätzung der Menschenrechtsorganisation "Memorial" in Moskau wurden mindestens sechs Millionen Menschen von den sowjetischen Machthabern inhaftiert, mindestens eine Million wurde zwischen 1921 und 1953 getötet. Die Namenlisten zu vielen Fällen sind bis heute unvollständig. Bildrechte: IMAGO
Ehemaliger Schießplatz Butowo-Poligon
Ehemaliger Schießplatz in Butowo, einem Vorort von Moskau. Er erlangte als Hinrichtungsstätte während der Zeit der "Großen Säuberung" traurige Berühmtheit. Zehntausende Opfer Stalins wurden hier in Massengräbern verscharrt. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Fotos auf einer Erinnerungstafel
Bilder von Stalin-Opfern - sie sind am ehemaligen Schießplatz ausgestellt. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Russisch-Orthodoxes Kloster
Die Suchanowka - ein russisch-orthodoxes Kloster aus dem 17. Jahrhundert. In der Stalinzeit wurde das Gotteshaus südlich von Moskau als Gefängnis genutzt. Inoffiziell trug es den Namen "Folterdatsche". Heute wird es wieder als Gotteshaus genutzt und trägt den Namen Katharinenkloster. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Russisch-Orthodoxes Kloster
Sergej Prudowskij auf dem Gelände des Katharinenklosters. In dem dortigen Gefängnis war sein Großvater einige Zeit inhaftiert. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Souvenirverkauf in Moskau
Laut einer jüngsten Umfrage des unabhängigen Instituts für Meinungsforschung "Lewada-Zentrum" in Moskau halten die Russen Diktator Josef Stalin für die bedeutendste Persönlichkeit der Welt. Hier ein Souvenirstand in Moskau, an dem auch Erinnerungsstücke an den einstigen Machthaber verkauft werden. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Matrjoschkas mit Antlitz von Stalin
Eine Matrjoschka mit dem Antlitz von Stalin (zweite von links) an einem Souvenirstand in Moskau. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Laienforscher Sergej Prudowskij
Sergej Prudowskij investiert seine Freizeit in verschiedenen russischen und ausländischen Archiven, um mehr Details zum Fall der Stadt "Harbin" herauszufinden. Seine Recherchen finanziert er selbst. Im Fall "Harbin" wurden mehr als 20.000 Todesurteile vom Stalin-Regime verhängt. Die Opferliste ist bis heute unvollständig. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Akten aus Geheimdienstarchiv
Vier Mal wurde Prudowskij der Zugang zu wichtigen historischen Akten des russischen Geheimdienstes FSB verwehrt. Vier Mal hat er den russischen Staat deswegen verklagt, er blieb erfolglos. Im Herbst 2017 will er erneut vor Gericht ziehen. Bildrechte: MDR/Roman Schell
Akten aus Geheimdienstarchiv
Historische Dokumente des sowjetischen Geheimdienstes NKWD, die in Russland als "geheim" eingestuft werden, sind in der Ukraine inzwischen zugänglich. Prudowskij darf in Kiew in einem einstigen sowjetischen Geheimdienstarchiv die Dokumente einfach fotografieren. Das ist unglaublich für ihn. Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: Fernsehen | 11.08.2017 | 17:45 Uhr. Bildrechte: MDR/Roman Schell
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