Parteitag der Neonazi-Partei FAP 1992 in Ost-Berlin.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Geschichte der FAP

Parteitag der Neonazi-Partei FAP 1992 in Ost-Berlin.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP) wird am 17.03.1979 von dem ehemaligen HJ-Führer Martin Pape gegründet und fristete bis Mitte der 80er-Jahre ein Randgruppendasein als dumpf-militaristische und fremdenfeindliche Kleinstpartei. Das ändert sich rasant, als zahlreiche Neonazis nach den Organisationsverboten von Michael Kühnens ANS/NA und Friedhelm Busses VSBD/PdA die FAP erfolgreich unterwandern. Innerhalb weniger Jahre wird aus der verstaubten Stuttgarter Regionalpartei die wichtigste neonazistische Kaderorganisation Deutschlands.


Programmatisch fordert die FAP eine Neugestaltung Deutschlands auf einer nationalsozialistischen Basis in den Grenzen eines neu zu schaffenden großdeutschen Reiches. Flugblätter der Gruppe sind deutlich rassistisch und nationalistisch ausgerichtet. Auf Parteitagen der FAP wie 1992 in Berlin wird Adolf Hitler als historisches Vorbild hervorgehoben. Die FAP gehört zu den Gruppen, die im Zuge der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern besonders viele Jugendliche rekrutieren kann. Schwerpunkte beobachtet das Bundesamt für Verfassungsschutz in Sachsen und Brandenburg.

Als die Gruppe Februar 1995 verboten wird, erklärt Bundesinnenminister Manfred Kanther zur Begründung, dass die Organisation "NS-Riten" pflege und die Menschenrechte missachte. Im Zuge der Verbotsmaßnahmen beschlagnahmt die Polizei auch fünf alte Gewehre und fünf Handgranaten, was den militanten Charakter vieler FAP-Mitglieder unterstreicht. 

FAP Demonstration am Ernst Thaelmann Denkmal in Berlin, Anfang der 90er Jahre an einem 1. Mai.
FAP-Demonstration Anfang der 90er-Jahre in Berlin Bildrechte: dpa

Literaturtipp Uwe Backes/Patrick Moreau: Die extreme Rechte in Deutschland, München 1993, S. 76 ff.

Rainer Fromm: Am rechten Rand, Marburg 1994, S. 81 ff.

Zuletzt aktualisiert: 05. Januar 2016, 09:31 Uhr