Der Magearu-Kanal im Nordosten des Donaudeltas
Der Magearu-Kanal im Nordosten des Donaudeltas. Bildrechte: MDR/Mandy Lehm

Reiseland Rumänien

Dracula, Zigeuner, Korruption: Zu Rumänien haben die meisten vor allem Klischees im Kopf. Dabei ist das Land am Rande Europas ein vielseitiges Urlaubsziel und bietet Abenteuer zum kleinen Preis.

Der Magearu-Kanal im Nordosten des Donaudeltas
Der Magearu-Kanal im Nordosten des Donaudeltas. Bildrechte: MDR/Mandy Lehm

Vor dem Fall der Mauer zog es vor allem Ostdeutsche nach Rumänien. 1970 waren es 17.000 und am Ende des Jahrzehnts fast 60.000 pro Jahr. Die meisten von ihnen reisten individuell, mit Vorliebe in die Karpaten und an die Schwarzmeer-Küste. Das Land am Rande Europas galt als Brücke zum Orient und fühlte sich exotisch, wild und frei an.

Klischeebeladener Sehnsuchtsort

Um dorthin zu gelangen, bedurfte es zu jener Zeit keiner persönlichen Einladung mehr, sondern nur noch einer schriftlichen Genehmigung der Volkspolizei. Wegen der schlechten Versorgungslage in den 1980er Jahren, des ramponierten Rufs und des Verbots von Nicolae Ceauşescu, Ausländer privat zu beherbergen, fuhren immer weniger DDR-Bürger nach Rumänien.

Nach der Wende geriet das Land beinahe in Vergessenheit. Bis 1996 hatte es 60 Prozent seiner Urlauber verloren. Heute fallen den meisten zu Rumänien nur wenige Dinge ein: Transsylvanien ein, die sagenumwobene Heimat von Dracula. Die Walachei als Synonym für Unordnung. Das romantisch verklärte Bild von Zigeunern, Hirten, Diebe, Bären und Straßenhunden. Hinzu kommen: Korruption, organisierte Kriminalität, Armut.

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Rumänien will entdeckt werden

Jeder Rumänienreisende aber macht seine eigenen Erfahrungen. Ob er in die Hauptstadt Bukarest fährt, dem "Paris des Ostens", in die unberührten Berge der Westkarpaten, in die sanfte Hügellandschaft Siebenbürgens, in die idyllischen Dörfer der Maramureş, zu den berühmten Klöstern der Bukowina, an die feinsandigen Strände des Schwarzen Meeres oder in das verwunschene Donaudelta.

Wer schon einmal dort war, kehrt auch wieder zurück. Vorausgesetzt, er ist geduldig, unvoreingenommen und neugierig. Es gibt so viel zu entdecken in diesem "humorvoll traurigen Land", wie es der einheimische Dichter George Bacovia nannte.

Rumänien Einwohner: 19,8 Millionen

Fläche: 238 391 km2 (davon jeweils ein Drittel Gebirge, Hochland und Ebene)

Hauptstadt: Bukarest (etwa 1,9 Mio.)

Staatsform: Semipräsidentielle Republik

EU-Mitgliedsstaat: seit 1. Januar 2007

Währung: Rumänischer Leu (Mehrzahl Lei)

Klima: Kontinental (Sommer heiß - bis zu 40° Celsius; Winter kalt; insgesamt trockener als in Deutschland)

Zeitverschiebung: + 1 Stunde vor der Zeit in Deutschland

Abenteuer für kleines Budget

Rumäniens Tourismusbranche entwickelt sich erst noch, weshalb es hier und da an entsprechender Infrastruktur mangelt. Doch gerade das macht es so reizvoll – ein Urlaub fernab von uniformierten Massen und vorprogrammierten Erlebnistouren. Rumänien verspricht Abenteuer.

Das ist einer der Gründe, warum es als Urlaubsland wieder eine Renaissance erfährt. Mal abgesehen davon, dass es noch immer sehr preiswert ist. Laut Angaben des rumänischen Statistikamtes (INS) reisten im vergangenen Jahr 2,5 Mio. ausländische Touristen nach Rumänien. Etwa 15 Prozent davon kamen aus Deutschland.

Über dieses Thema berichtet der MDR auch im: TV | 15.07.2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2017, 17:31 Uhr