Russland Präsident Putin kandidiert erneut für das höchste Amt

Putin spricht vor Arbeitern in einer Autofabrik
Putin kündigt in Nischni Nowgorod seine erneute Kandidatur um das Präsidentenamt an. Bildrechte: dpa

Wladimir Putin will bei der Präsidentschaftswahl im März 2018 erneut antreten. Das kündigte er am Mittwoch in der Wolga-Stadt Nischni Nowgorod an. "Ich werde meine Kandidatur für den Posten des russischen Präsidenten einreichen", sagte er auf einer Versammlung von Arbeitern in einer Auto-Fabrik. Putins erneute Kandidatur war erwartet worden, sein Sieg bei den Präsidentschaftswahlen gilt als sicher.

Das Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum geht nach einer Umfrage von einer geringen Wahlbeteiligung bei der Präsidentenwahl 2018 aus. Weniger als 60 Prozent der Befragten hätten angegeben, wählen gehen zu wollen. Davon wollten 67 Prozent Putin ihre Stimme geben.

Als Putins Herausforderer haben sich bereits mehrere Kandidaten in Stellung gebracht. Neben dem Rechtspopulisten Wladimir Schirinowski, dem Kommunistenführer Gennadi Sjuganow und dem Liberalen Grigori Jawlinski von der Partei Jabloko, wollen auch der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny und die regierungskritische Journalistin Xenia Sobtschak zur Wahl antreten.

Wladimir Putin führt Russland seit dem Jahr 2000. Von 2008 bis 2012 war er Regierungschef, wechselte dann aber wieder auf den Posten des Präsidenten.

(dpa/voq)

Xenia Sobtschak: Wer ist die Frau, die gegen Putin antritt?

2018 bekommt Wladimir Putin eine schillernde Konkurrentin um das Präsidentenamt. Die bekannte russische Moderatorin Xenia Sobtschak steht der Opposition nahe, hat aber auch enge familiäre Bindungen zum Präsidenten.

Sankt Petersburgs Bürgermeister Anatoly Sobtschak (links) mit seiner Tochter Xenia (Mitte) und Frau Ludmila Narusowa 1993 im Hermitage Theater.
Xenia Sobtschaks Vater Anatoli Sobtschak (links) war nicht nur der erste gewählte Bürgermeister von Sankt-Petersburg, sondern auch der politische Ziehvater von Wladimir Putin. Putin steht der Familie sehr nahe. Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, Putin sei Xenia Sobtschaks Taufpate. Hier die Famile Sobtschak (Anatoli, Xenia und Mutter Ludmila) während einer Opernaufführung im Jahr 1993. Bildrechte: dpa
Sankt Petersburgs Bürgermeister Anatoly Sobtschak (links) mit seiner Tochter Xenia (Mitte) und Frau Ludmila Narusowa 1993 im Hermitage Theater.
Xenia Sobtschaks Vater Anatoli Sobtschak (links) war nicht nur der erste gewählte Bürgermeister von Sankt-Petersburg, sondern auch der politische Ziehvater von Wladimir Putin. Putin steht der Familie sehr nahe. Bis heute hält sich hartnäckig das Gerücht, Putin sei Xenia Sobtschaks Taufpate. Hier die Famile Sobtschak (Anatoli, Xenia und Mutter Ludmila) während einer Opernaufführung im Jahr 1993. Bildrechte: dpa
Wladimir Putin (links) spricht bei Beerdigung des ehemaligen Bürgermeisters von Sankt Petersburg, Anatoly Sobtschak, mit dessen Witwe Ludmila und Tochter Xenia.
Mit Putin ist Sobtschak (rechts neben ihrer Mutter) aber zeitlebens sehr selten zu sehen, meist in Verbindung mit ihrem Vater. Etwa bei der Trauerfeier anläßlich seines Todes im Jahr 2000... Bildrechte: dpa
Wladimir Putin (links) und Xenia Sobtschak (rechts) bei der Einweihung eines Denkmals für den verstorbenen Bürgermeister von Sankt Petersburg, Anatoly Sobtschak am 12. Juni 2006.
oder während der Einweihung eines Denkmals zu Ehren Anatoli Sobtschaks am 12. Juni 2006 in Sankt Petersburg. Bildrechte: IMAGO
 Xenia Sobtschak und Jean Paul Gaultier während der Eröffnung einer Boutique in Moskau. 23. März 2005.
Anfang der 2000er Jahre war Sobtschak meist in nicht-politischen Sphären unterwegs, wie hier bei der Eröffnung einer Boutique von Jean Paul Gaultier (rechts) in Moskau. Damals gilt sie als It-Girl und "Paris Hilton Russlands". Bildrechte: dpa
Journalistin Xenia Sobtschak  am 11.05.2012 bei einer Protestaktion gegen die Amtsübernahme des russischen Präsidenten Putin in Moskau (Russland).
Nach der erneuten Wahl Putins zum Präsidenten im Jahr 2012, die unter Manipulationsverdacht stand, schließt sich Sobtschak der Opposition an. Während der folgenden Massenproteste spricht sie auf diversen Demos, wie hier im Mai 2012 in Moskau. Bildrechte: dpa
Der Oppostionelle Alexej Nawalni und Xenia Sobtschak bei der Party zum sechsten Geburtstag von TV Rain.
Seit 2012 arbeitet sie als Moderatorin auch für den liberalen Sender "TV Rain", der der Opposition nahe steht. So schaute beim Geburtstag des Senders auch Alexej Nawalny (links) vorbei, der ebenfalls zur Präsidentschaftswahl 2018 antreten möchte, was wegen einer gegen ihn verhängten Bewährungsstrafe aber unsicher ist. Bildrechte: dpa
 Xenia Sobtschak (Mitte) während der Gerichtsverhandlung gegen gen Regisseur Kirill Serebrennikow am 17.10.2017 in Moskau.
Seit Wochen kursierte das Gerücht, dass Sobtschak bei den Präsidentschaftswahlen 2018 gegen Putin antreten wolle. Dazu passte auch ihre Anwesenheit bei der umstrittenen Gerichtsverhandlung gegen den Regisseur Kirill Serebrennikow am 17.10.2017 in Moskau. Einen Tag später verkündete Xenia Sobtschak ihre offizielle Kandidatur.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: TV | 04.11.2016 | 17:45 Uhr
Bildrechte: dpa
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Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im Radio am: 06.12.2017 | 15:56 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 17:33 Uhr