Tschechien Störfall im AKW Temelín

Das tschechische Atomkraftwerk Temelín ist nach einem Störfall vom Netz gegangen. Nach Angaben des Betreibers hatte es Probleme mit einer Lagerschmierung im zweiten Reaktorblock gegeben. Dieser war nach einer 95 Tage dauernden Inspektion erst am Dienstag wieder hochgefahren worden, musste aber am Mittwochnachmittag bereits wieder abgeschaltet werden. Das AKW liefert derzeit keinen Strom, da auch der erste Reaktorblock vorübergehend außer Betrieb ist. Dort werden seit zwei Wochen die Brennelemente planmäßig ausgewechselt. Normalerweise deckt Temelín rund ein Fünftel des tschechischen Strombedarfs.

Auch im zweiten tschechischen Kernkraftwerk in Dukovany gibt es derzeit Probleme. Dort werden derzeit die Schweißnähte überprüft, nachdem in der technischen Dokumentation Unregelmäßigkeiten aufgefallen waren. Die Vorsitzende des Staatlichen Amtes für Atomare Sicherheit, Dana Drábová, sagte, das Ansehen der Atomenergie in der Tschechischen Republik sei durch die jüngsten Probleme schwer beschädigt worden. Sie verwies darauf, dass ihre Behörde den beiden AKW die Betriebsgenehmigung entziehen könne, sollte die Sicherheit gefährdet sein. "Derzeit gibt es dazu aber nicht den geringsten Anlass", betonte sie.

Umweltschützer halten beide Atomkraftwerke für störanfällig und gefährlich. In Deutschland und Österreich gibt es regelmäßig Proteste.

Karte mit Temelin AKW Tschechien
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Zuletzt aktualisiert: 08. September 2016, 18:05 Uhr

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