HEUTE IM OSTEN | Wir und der Osten Europas

Litauen

Freunde mit gewissen Vorzügen

Seit Jahresbeginn ist ein NATO-Bataillon in Litauen stationiert. Federführend ist die Bundeswehr. Deren Soldaten sind gern gesehene Gäste. Doch eine Sonderbehandlung der ausländischen Soldaten sorgt für Kritik.

Deutsche NATO-Soldaten bei Übung in Litauen
2016 beschloss die NATO, jeweils ein Bataillon in Polen, Estland, Litauen und Lettland zu stationieren. Die 1.200-Mann starke "NATO-Battlegroup Lithuania" befindet sich im Aufbau und wird von 450 Bundeswehr-Soldaten angeführt. Bildrechte: Alfredas Pliadis/ Verteidigungsministerium
Deutsche NATO-Soldaten bei Übung in Litauen
2016 beschloss die NATO, jeweils ein Bataillon in Polen, Estland, Litauen und Lettland zu stationieren. Die 1.200-Mann starke "NATO-Battlegroup Lithuania" befindet sich im Aufbau und wird von 450 Bundeswehr-Soldaten angeführt. Bildrechte: Alfredas Pliadis/ Verteidigungsministerium
Deutscher NATO-Soldat Litauen
Die Stationierung erfolgt im Rahmen der Operation "Enhanced Forward Presence", die den baltischen Länder und Polen der Unterstützung des Bündnisses versichern und zur Abschreckung Russlands beitragen soll. Bildrechte: Alfredas Pliadis/ Verteidigungsministerium
Leopard 2 in Reinigung
Neben den deutschen Soldaten wurde auch jede Menge schweres Gerät nach Litauen gebracht, darunter mehrere Schützen- und Kampfpanzer. Hier wird gerade ein “Leopard 2” der Bundeswehr gereinigt. Bildrechte: Mantautas Patašius/ Litauische Armee
Litauen Soldaten beim Essen
Der multinationalen Battlegroup gehören neben den deutschen Soldaten auch Truppenteile aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich, Kroatien, Luxemburg und Norwegen an. Gegessen wir gemeinsam, auch mit den litauischen Kollegen. Und da beginnt ein Problem. Bildrechte: Ieva Budzeikaitė/ Litauische Armee
Moderator Krupavičius beim Sender LRT
Denn in Litauen löste das Essen der Soldaten ein öffentliche Diskriminierungs-Debatte aus. Das lag an dem TV-Moderator Ignas Krupavičius, der für das Frühstücksfernsehen des Senders LRT arbeitet. Bildrechte: Vytenis Radžiūnas/LRT
Moderator Ignas Krupavičiu als Soldat
Vergangenes Jahr unterbrach Krupavičius seine Moderatoren-Karriere im öffentlich-rechtlichen Fernsehen für neun Monate und meldete sich freiwillig zum Wehrdienst. In sozialen Medien teilte er seine Erlebnisse. Bildrechte: Vytenis Radžiūnas/LRT
Essen im Feld bei Militärübung
Dabei stellte er fest, dass es beim Essen der Soldaten ungerecht zugeht. Denn die ausländischen NATO-Soldaten erhalten täglich Essen im Wert von acht Euro, ihre litauischen Kollegen aber nur für sechs Euro. Bildrechte: Ieva Budzeikaitė/ Litauische Armee
Verteidigungsminister Karoblis mit Soldaten
Daher musste das Verteidigungsministerium auf die Diskussion reagieren. So verfügte der zuständige Minister Raimundas Karoblis, dass das "Essensgeld" der Soldaten ab dem 01. Mai aufgestockt wird. Bildrechte: Alfredas Pliadis/ Verteidigungsministerium
Litausiche Präsidentin mit Soldaten
4,8 Millionen Euro jährlich kostet das die Regierung von Präsidentin Dalia Grybauskaitė dann. Und die hat das Essen der Truppe bei einem Besuch 2015 selbst probiert. Der Präsidentin hatte es damals außerordentlich gut geschmeckt - so ihr offizielles Statement nach dem Besuch. Bildrechte: Robertas Dačkus/ Präsidentsamt
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Polen

Polish Fashion is Obsession

Polnische Mode ist auf dem Vormarsch. Die Entwürfe junger Designer aus Warschau, Posen und Łódź gehen in die ganze Welt. Selbst Staatsoberhäupter und Royals tragen mittlerweile polnisch.

Anna Lewandowska
Vor allem junge Polinnen haben einen ausgeprägten Faible für hippe Mode. Eine der hierzulande bekanntesten ist Anna Lewandowska, Ehefrau des Fußballstars Robert Lewandowski. Die Wahlmünchnerin ist Karate-Weltmeisterin, vertreibt erfolgreich Fitness-DVDs und ist Markenbotschafterin eines internationalen Unterwäsche-Anbieters. Bildrechte: IMAGO
Anna Lewandowska
Vor allem junge Polinnen haben einen ausgeprägten Faible für hippe Mode. Eine der hierzulande bekanntesten ist Anna Lewandowska, Ehefrau des Fußballstars Robert Lewandowski. Die Wahlmünchnerin ist Karate-Weltmeisterin, vertreibt erfolgreich Fitness-DVDs und ist Markenbotschafterin eines internationalen Unterwäsche-Anbieters. Bildrechte: IMAGO
Renata Rauch in ihrem Modegeschäft
Mit den Millionen von polnischen Binnenmigranten in der EU kommt auch immer mehr Mode aus ihrer Heimat in die Nachbarländer. Das zeigt sich zum Beispiel in Berlin - nach London die europäische Stadt mit dem größten polnischen Bevölkerungsanteil. Dort gibt es mittlerweile mehrere Geschäfte, die polnische Designerware anbieten. Etwa "Rauch und Groen" im Bezirk Friedrichshain. Bildrechte: dpa
Prinz William, Francois Hollande und Kate Middleton
Jüngst verhalfen die britischen Royals zwei polnischen Designerinnen zu internationaler Aufmerksamkeit. Beim Staatsbesuch in Paris trug Herzogin Kate medienwirksam eine grüne Handtasche des Schwesternpaares mit sich herum. Die beiden Polinnen vertreiben ihre handgefertigte Luxus-Taschen unter anderem im Edelkaufhaus "Harrods" in London. Bildrechte: dpa
Joseph Muscat, Donald Tusk, Beata Szydlo und Paolo Gentiloni
Noch etwas auffälliger versuchte sich Polens Premierministerin Beata Szydło als Mode-Botschafterin ihres Landes. Zum EU-Jubiläumsgipfel in Rom erschien sie Ende März in einem knallgelben Blazer. In ihrer Heimat gab es für das Outfit jedoch vor allem Häme. Als "Kanarienvogel" titulierte sie ein Talkshow-Moderator im polnischen Privatfernsehen. Bildrechte: dpa
Ein Model präsentiert Mode der polnischen Designerin Eva Minge
Dabei lag Szydło mit ihrer Farbwahl grundsätzlich im Trend. So gehörte Gelb zu den häufigsten Farben der vergangen Winterkollektion polnischer Designer. Die präsentieren ihre Entwürfe auf den zahlreichen Modeschauen des Landes, wie der "Fashion Philosophy Fashion Week“ in Łódź. Die drittgrößte Stadt des Landes ist seit Jahrhunderten der wichtigste Standort der polnischen Textil- und Mode-Industrie. Bildrechte: dpa
Designer in seinem Atellier in Lodz
Neben der Mainstream-Mode steht polnisches Design aber besonders für Handarbeit. Wie etwa bei "La Belle Époque" in Łódź, die aufwendige Korsagen herstellen. Dabei verbinden sie moderne Stoffe und klassische Schnitte, die - wie der Name bereits verrät - französischen Vorbildern aus dem späten 19. Jahrhundert nachempfunden sind. Bildrechte: dpa
Kundin im La Belle Epoche in Lodz
Die Stücke sind gefragt, nicht nur in Polen. Über ihren Online-Shop verschifft die Manufaktur ihre Korsagen in alle Welt. Ein Geschäftsmodell, dass viele polnische Jung-Designer ebenfalls nutzen. Denn der Online-Handel ist der einfachste Zugang zu den wichtigen Exportmärkten. Bildrechte: dpa
Macjej Soja
Der in Europa größte liegt diesseits der Weichsel. Und in Berlin ist polnisches Design nicht nur online verfügbar. Etwa im "Quadrat Shop" in Berlin-Mitte, das der Pole Maciej Tyszecki zusammen mit Piotr Ksiazek betreibt. Für sie funktioniert Polnische Mode gerade in der deutschen Hauptstadt besonders gut. Bildrechte: Maciej Soja
Werbung polnische Designer Confashion
Ihre knallige Mode passe zu Polen und Deutschland, meint Maciek Tyszecki: "Wir haben Mode schon immer geliebt, mit ihr gespielt und waren kreativ. Und gerade Polinnen haben eine große Fantasie und guten Geschmack. Den können Sie in Berlin ausleben." - So wie die Designer hinter der Marke "Confashion" mit ihrer neonfarbenen Werbekampagne. Bildrechte: Ania Cywińska
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Was noch im Osten Thema ist

Meistgeklickt

Kasachstan

Deutsche Zeitungslektüre in Kasachstan

Rund 200.000 Russlanddeutsche leben in Kasachstan. Sie haben eine eigene deutschsprachige Wochenzeitung - und das seit fünf Jahrzehnten. Aus der sowjetischen "Freundschaft" wurde 1990 die "Deutsche Allgemeine Zeitung".

Druckerei Deutsche Allgemeine Zeitung Almaty Konversation
Julia Boxler – Redakteurin auf Zeit bei der "Deutschen Allgemeinen Zeitung" in der kasachischen Millionenstadt Almaty. Die deutsch-russische Wochenzeitung wird jeden Mittwoch gedruckt. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Druckerei Deutsche Allgemeine Zeitung Almaty Konversation
Julia Boxler – Redakteurin auf Zeit bei der "Deutschen Allgemeinen Zeitung" in der kasachischen Millionenstadt Almaty. Die deutsch-russische Wochenzeitung wird jeden Mittwoch gedruckt. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Druckerei Deutsche Allgemeine Zeitung Almaty Computer
Die Zeitung der Russlanddeutschen in Kasachstan – kurz DAZ genannt – informiert ihre rund 2.000 Abonnenten im Land über die Ereignisse der deutschsprachigen Minderheit, wendet sich aber auch an ein russischsprachiges Publikum, das seine Deutschkenntnisse aufbessern will. Seit ein paar Jahren hat die Zeitung auch einen russischsprachigen Teil, um ihre Werbeeinnahmen zu steigern. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ausgabe der deutschen Zeitung 1966 damals unter dem Namen Freundschaft
Blick in die erste Ausgabe der Tageszeitung vom 1. Januar 1966. Sie war das Sprachrohr der Kommunistischen Partei Kasachstans. Das sowjetische Blatt namens "Freundschaft" sollte die deutsche Minderheit auf Linie bringen. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Deutsche Allgemeine Zeitung Kasachstan
1990 bekam die Zeitung nicht nur einen neuen Namen, sie erscheint seither auch nur noch wöchentlich. Bildrechte: Holger Lühmann/MDR
Druckerei Deutsche Allgemeine Zeitung Almaty Team
Redakteurin Julia Boxler mit der DAZ unterm Arm – neben ihr zwei Mitarbeiter der Druckerei. Das mehrseitige Blatt wird heute hauptsächlich aus dem kasachischen Staatshaushalt finanziert. Auch gibt es Projektmittel vom deutschen Auswärtigen Amt. Herausgeber ist die Organisation "Wiedergeburt" - der Verband der Deutschen in Kasachstan. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Deutsche Allgemeine Zeitung Eugen Hildebrand
Dienstältester Redaktionskollege ist Eugen Hildebrand. Von Beginn an und damit seit 50 Jahren arbeitet er in der Redaktion. Hildebrand war nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Familie nach Kasachstan zwangsumgesiedelt worden. So erging es über 900.000 anderen Russlanddeutschen, die auf Befehl des Stalin-Regimes nach Zentralasien, aber auch nach Sibirien deportiert worden waren. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Druckerei Deutsche Allgemeine Zeitung Almaty Druckmaschine
Blick in die Druckerei. Die DAZ gibt es jedoch nicht nur in gedruckter Form, sondern kann auch per E-Mail abonniert werden. Die Redaktion will so neue Leser gewinnen: Russlanddeutsche, die nach Deutschland ausgesiedelt sind. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Wohnhäuser eines Mega-Tower-Komplexes in der 1,7 Millionen Einwohner zählenden Stadt Almaty (Kasachstan)
Wohnkomplex in Almaty. Hunderttausende Russlanddeutsche haben Kasachstan seit den 1980er-Jahren den Rücken gekehrt. Angaben des Verbandes der Deutschen in Kasachstan zufolge sollen in dem zentralasiatischen Land heute noch 200.000 Russlanddeutsche leben. Staatliche Stellen gehen von 180.000 aus. Bildrechte: IMAGO
Innenstadt von Almaty (Kasachstan)
Blick auf das rund 1,7 Millionen Einwohner zählende Almaty. 1987 wurde die Redaktion der DAZ in die Stadt im Südosten von Kasachstan verlegt. Die Metropole war bis 1997 auch Hauptstadt des Landes. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blick auf den Präsidentenpalast in Astana
Danach ließ Staatschef Nursultan Nasarbajew die Hauptstadt nach Astana verlegen. Internationale Stararchitekten wie Norman Foster verwandelten sie in eine futuristisch anmutende Metropole. Bildrechte: dpa
Präsidentenpalast Weißes Haus in Astana Kasachstan
Nasarbajews Präsidentenpalast ist das Abbild des Weißen Hauses in Washington. Von hier aus regiert er seit 1990 sein Land mit harter Hand. Kasachstan boomte in den vergangenen Jahren dank seiner Öl- und Gasvorkommen wie kein anderes Land in der ehemaligen Sowjetunion. Doch der weltweite Preisverfall für Öl bremst auch hier das Wirtschaftswachstum. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Werbebanner von kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew für seine Modernisierungsstrategie
Mit seiner 2013 vorgelegten Wirtschaftsstrategie "Kasachstan 2050" will Präsident Nasarbajew sein Land zu einer führenden Regionalmacht ausbauen. Bildrechte: Holger Lühmann/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Julia Boxler, Chefredakteurin Olesja Klimenko und eine weitere Frau
Zurück in der Redaktion der DAZ: Redakteurin Julia Boxler (l.) mit Chefredakteurin Olesja Klimenko (Mitte) und Kollegin Veronika Lichobabina (r.). Der Zufall will es, dass die Damen an diesem Tag die Farben der deutschen Flagge tragen. Blattchefin Klimenko war unlängst mit anderen Minderheitenvertretern bei Staatschef Nasarbajew geladen. Der Präsident pflegt die Zusammenarbeit mit den Minderheiten - die russische macht ein Viertel der Bevölkerung aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Blick auf die Innenstadt der Hauptstadt Astana (Kasachstan)
In diesem Jahr wird die kasachische Hauptstadt Astana Schauplatz für die Weltausstellung Expo 2017. Ein Thema, über das mit Sicherheit auch die Redakteure der "Deutschen Allgemeinen Zeitung" berichten werden.

Über dieses Thema berichtete der MDR in MDR Aktuell, 02.09.2016, 17.45 Uhr.
Bildrechte: dpa
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Ungarn

Die CEU, Viktor Orbán und George Soros

Viktor Orbán will die CEU, die international ausgerichtete Universität des Milliardärs George Soros, aus Ungarn vertreiben. Dabei hat Orban früher auch ein Stipendium von Soros erhalten und konnte in Oxford studieren.

Proteste in Budapest
Ungarns Premier Viktor Orbán will die CEU, die internationale private Universität des in Budapest geborenen amerikanischen Milliardärs George Soros aus Ungarn vertreiben. In Budapest protestieren Studenten und Lehrer. Bildrechte: IMAGO
Proteste in Budapest
Ungarns Premier Viktor Orbán will die CEU, die internationale private Universität des in Budapest geborenen amerikanischen Milliardärs George Soros aus Ungarn vertreiben. In Budapest protestieren Studenten und Lehrer. Bildrechte: IMAGO
Eine Bildkombo zeigt den US-Milliardär George Soros (l, am 12.06.2013 in Budapest, Ungarn) und den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban (am 23.09.2015 in Staffelstein, Deutschland).
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán und der ungarische Philanthrop und Hedgefondmanager George Soros waren sich nicht immer in Feindschaft verbunden. Im Gegenteil: Es ist noch gar nicht so lange her, da beschrieben sie ihr Verhältnis als durchaus "freundschaftlich". Bildrechte: dpa
Viktor Orban (1989 auf dem Hosök-Platz in Budapest)
Viktor Orbán hat George Soros viel zu verdanken. Möglicherweise hätte der junge Liberale seine politische Karriere ohne Soros' Hilfe gar nicht starten können. Nach seinem Studium arbeitete Viktor Orbán von April 1988 an für die von George Soros begründete "Foundation of Central Europa Research Group" in Budapest. Ein Jahr später bekam er von Soros ein Stipendium für einen Forschungsaufenthalt zum Studium der Geschichte der englischen Philosophie am Pembroke College in Oxford. Interessant ist, dass viele aus dem heutigen Fidesz-Führungsstab ebenfalls mithilfe von Soros-Stipendien im Ausland studieren konnten. (Im Bild: Viktor Orbán 1989 auf dem Heldenplatz in Budapest.) Bildrechte: dpa
Viktor Orban 1999
In Oxford lernte Orbán nicht nur Englisch, sondern auch viele maßgebliche Leute aus Politik und Wirtschaft kennen. 1990 brach er das Studium aber ab - er wollte für die ungarischen Parlamentswahlen kandidieren und kehrte nach Budapest zurück. Viktor Orbán wurde zum Abgeordneten des ungarischen Parlaments gewählt und übernahm 1993 den Vorsitz der konservativen Fidesz-Partei. Bildrechte: IMAGO
US-Milliardaer George Soros
Der in Budapest geborene George Soros, der als Kind knapp den Nationalsozialisten entkommen konnte, hatte in den USA als Hedgefondsmanager ein Milliardenvermögen gemacht und gilt als einer der reichsten Männer der Welt. Seit den 1970er-Jahren tritt Soros dann als Philanthrop in Erscheinung - als Gründer und Finanzier der "Open Society Foundation" und der "Soros Foundation" etwa unterstützt er weltweit Bürgerrechtsbewegungen. Soros spielte eine signifikante Rolle bei der friedlichen Systemwende in den späten 1980er-Jahren in Mittel-und Osteuropa. (Im Bild: George Soros, 2010) Bildrechte: dpa
Soros György
In Budapest gründete er neben diversen Stiftungen 1991 auch eine Universität - die CEU (Central European University). Soros' Vision: Studenten aus aller Welt und natürlich auch aus dem mittel-und osteuropäischen Raum in der CEU zu versammeln. Sie sollten die nächste Generation von Politikern und Akademikern bilden. (Im Bild: George Soros 2007 in der CEU.) Bildrechte: IMAGO
CEU Gebäude
Die CEU ist eine sowohl in den USA als auch in Ungarn gemeldete private Universität, die sich den Werten der Demokratie und den Menschenrechten verpflichtet fühlt. Bildrechte: Piroska Bakos / mdr
Abschlussfeier der Central European University CEU im Gebaeude des Operettentheaters. Stifter und Financier der CEU ist der ungarischstaemmige US-Milliardaer George Soros
Studiengebühren werden an der CEU nicht erhoben. Dabei gilt sie durchaus als Eliteuniversität. Gelehrt wird in Englisch. Die CEU gehört heute zu den 200 besten Universitäten der Welt, ihre Studiengänge "political science" und "international studies" sind beinahe konkurrenzlos. (Georges Soros 2007 bei einer Diplomfeier in der CEU.) Bildrechte: IMAGO
Viktor Orban, Führer der bisher oppositionellen rechts-liberalen Jungdemokraten (FIDESZ), kommt am 24.5.1998 mit seiner Familie, Sohn Gaspar (l) und den Töchter Sara (M) und Rachel, die von ihrer Mutter Aniko gehalten wird, ins Wahllokal in Budapest.
Ende der 1990er-Jahre trennten sich die politischen Wege von Viktor Orbán und George Soros. Orbán wand sich verstärkt einem nationalen Konservatismus zu, während Soros weiterhin liberale Positionen vertrat. (Im Bild: Viktor Orbán mit seiner Familie 1998 in einem Wahllokal in Budapest.) Bildrechte: dpa
Ministerpraesident Viktor Orban
Orbán und Soros waren sich aber auch weiterhin freundschaftlich verbunden. 2010 trafen sich die beiden Männer in Orbáns Budapester Büro, um über die Integration der ungarischen Roma zu sprechen - ein für Soros wichtiges Anliegen. Soros versprach auch, Geld für Umweltprojekte in Ungarn zur Verfügung zu stellen. Der Bruch zwischen Viktor Orbán und George Soros lässt sich auf das Jahr 2013 datieren. (Im Bild: Viktor Orbán, 2013.) Bildrechte: IMAGO
Minister Gordon Bajnai
Damals wollte Gordon Bajnai, ungarischer Ministerpräsident von 2009 bis 2010, in die ungarische Politik zurückkehren. Bajnai wurde von Soros finanziell unterstützt. Orbán fürchtete sich vor Bajnais Einfluss und erklärte ihn zu seinem politischen Hauptfeind. Bajnai versuche, so Orbán damals, links-liberale Kräfte gegen ihn in Stellung zu bringen. (Im Bild: Gordon Bajnai, 2012) Bildrechte: dpa
Viktor Orban telefoniert zurückgelehnt im Auto
Ministerpräsident Viktor Orbán, seit 2010 im Amt, erklärte in den folgenden Jahren George Soros verstärkt zu seinem eigentlichen Hauptfeind und baute ihn zu einer Art Hassfigur auf. Die von Soros repräsentierte Ansicht von offenen, toleranten, liberalen und multikulturellen Gesellschaften sind tatsächlich genau das Gegenteil davon, was Orban in Ungarn aufbauen will - eine "illiberale Demokratie". (Im Bild: Viktor Orbán, 2014) Bildrechte: dpa
Präsident Viktor Orban
Orbán warf Soros etwa vor, die Flüchtlingsströme 2015 initiiert zu haben, um Ungarn und überhaupt Europa zu zerstören. Auch macht er ihn für Ungarns schlechtes Image in der Welt verantwortlich: Soros, so Orbán, würde westlichen Politikern einflüstern, dass er, Orbán, schlecht für Ungarn sei. "Der Mund gehört Clinton, aber die Stimme ist die von Soros", erkärte Orbán einmal, als Hillary Clinton seine Politik kritisierte. Bildrechte: IMAGO
George Soros
Doch George Soros ist nicht nur die Hassfigur Viktor Orbáns, sondern aller Nationalisten Osteuropas sowie der Trump-Administration. Deren gemeinsamer Tenor: Soros führe eine jüdische Weltverschwörung an, die zum Ziel habe, die Nationalstaaten zu zerstören. (Im Bild: George Soros, 2017) Bildrechte: IMAGO
CEU Gebäude
2016 drohte Viktor Orbán, den von Soros symbolisierten Kräften stünden harte Zeiten bevor. Nicht nur in Ungarn. Zunächst wurden die Rechte der auch von Soros finanzierten NGO's in Ungarn beschnitten. Die Existenz der CEU empfindet Orbán ohnehin als Skandal. Im Frühjahr 2017 blies er zum Generalangriff auf Soros' Universität CEU. Man müsse aus "Gründen der nationalen Sicherheit" steuern können, wer und warum in Ungarn studiere und was man ihm unterrichte, ließ er seinen zuständigen Minister verkünden. 2021 würde die CEU unwiederruflich geschlossen. Bildrechte: Piroska Bakos / mdr
George Soros
Und wie reagiert George Soros auf die Angriffe aus seinem Heimatland? - "Ich nehme das nicht persönlich", sagte er 2016 in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. "Die Angriffe bestärken mich in meinen Prinzipien." (Im Bild: George Soros, 2017.)

Über dieses Thema berichtete HEUTE IM OSTEN auch in MDR AKTUELL im TV | 07.04.2017 | 17:45 Uhr.
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Rumänien

Im Schlamm versunken

Seit 40 Jahren wird in ein idyllisches Tal im rumänischen Apuseni-Gebirge Abwasserschlamm einer Kupfermine geleitet. Inzwischen ist fast ein gesamtes Dorf in dem giftigen Brei verschwunden.

Kirche im Schlamm versunken, nur der Turm schaut noch hinaus
Letztes Zeugnis eines versunkenen Dorfes – im rumänischen Apuseni-Gebirge, fast 500 Kilometer nordwestlich von Bukarest liegt ein Tal, das immer weiter mit giftigem Schlamm gefüllt wird. Vom Dorf Geamana, das hier einst lag, schaut nur noch Kirchendach und Turm aus den Schlammmassen heraus. Bildrechte: IMAGO
Kirche im Schlamm versunken, nur der Turm schaut noch hinaus
Letztes Zeugnis eines versunkenen Dorfes – im rumänischen Apuseni-Gebirge, fast 500 Kilometer nordwestlich von Bukarest liegt ein Tal, das immer weiter mit giftigem Schlamm gefüllt wird. Vom Dorf Geamana, das hier einst lag, schaut nur noch Kirchendach und Turm aus den Schlammmassen heraus. Bildrechte: IMAGO
Blick in den Abbaukrater einer Kupfermine
In den 1970er-Jahren entschied der rumänische Staatschef Nicolae Ceausescu, in Nachbarschaft des Dorfes eine Kupfermine zu betreiben. Die Mine enthält das größte Kupfervorkommen Rumäniens und produziert heute mit fast 500 Beschäftigten mehr als 7000 Tonnen Kupfer im Jahr. Bildrechte: Cupru Min, Romania
Blasiger, grauer Schlamm, der bei der Kupfergewinnung entsteht
Für die Kupfergewinnung wird das abgebaute Kupfererz fein gemahlen und die Kupfermineralien in einer Art Schaumbad mit Hilfe von Luft und Zusatzstoffen vom Rest getrennt. Diese Reste werden dann „abgeleitet.“ Bildrechte: Cupru Min, Romania
Riesige Schlammmasse bedeckt ein Tal
Das Tal, in dem das Dorf Geamana lag, wurde auserkoren, die Rückstände aus der Kupfermine Rosia Poieni aufzunehmen. Nach und nach versanken die Häuser im Schlamm. Bildrechte: IMAGO
Schienen und daneben roter Bach, der aus einem Stollen fließt
Das Apuseni-Gebirge, das zu den Karpaten gehört, ist eine von Landwirtschaft geprägte Region, aber auch reich an Bodenschätzen. Neben Kupfer wurden auch Gold und Silber abgebaut. An vielen Stellen rotten Überreste sozialistischen Bergbaus vor sich hin. Bildrechte: dpa
Frau steht vor schlammgefülltem Tal
Einst lebten in Geamana etwa 400 Familien, um die 1000 Menschen. Die meisten sind vor dem ansteigenden Schlammsee geflohen, aber einige wollten bleiben. 130 Hektar ist der giftige See inzwischen groß. Bildrechte: IMAGO
Tal mit rotem Schlamm
Direkt neben der Schlammgrube, die oft durch die Abwässer der Kupfermine orange-rot gefärbt ist, halten die noch verbliebenen Bewohner ihre Tiere, bauen Gemüse an und hoffen, dass die giftigen Fluten nicht bis zu ihren Häusern steigen. Einst wurde ihnen versprochen, dass der Friedhof umgesetzt würde, doch auch die Familiengräber sind inzwischen im Schlamm versunken. Bildrechte: IMAGO
Das im Schlamm versunkene Dorf Geamana in Rumänien
Medienberichten zufolge schätzt das rumänische Umweltministerium die Kosten für die Sanierung der Region auf rund 15 Millionen Dollar. Welche Auswirkungen Millionen Tonnen Giftbrühe auf Grundwasser und Flora und Fauna der Region haben werden, darüber gibt es nur Vermutungen. Die Kupfervorkommen der Mine reichen voraussichtlich noch 20 Jahre.
Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: LexiTV | 13.04.15 | 15:00 Uhr
Bildrechte: dpa
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Web-Clips

blonde Frau neben stilisierter EU-Flagge mit Friedenstaube darin
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Frau mit blonden Haaren hält Schild vor sich, um Wassertropfen abzuwehren
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Achtung Frauen! Wenn ihr an Ostern einen Trip nach Osteuropa plant, könntet ihr eine Rute abbekommen oder einen Eimer Wasser!

Do 13.04.2017 17:05Uhr 01:14 min

http://www.mdr.de/heute-im-osten/video-98420.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Osteuropa

Eine blonde Frau neben einem Bild von Unternehmer Soros
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Osteuropa

Eine blonde Frau vor dem Bild zweier Trickfilmfiguren
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
blonde Frau neben stilisierter EU-Flagge mit Friedenstaube darin
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Frau mit blonden Haaren hält Schild vor sich, um Wassertropfen abzuwehren
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Osteuropa

Eine blonde Frau neben einem Bild von Unternehmer Soros
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Osteuropa

Eine blonde Frau vor dem Bild zweier Trickfilmfiguren
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK