Heute im Osten | TV-Reportage/Magazin & WebTV

Wer beherrscht den Osten?

Katholische Kirche in Polen: Fundamentalisten gegen Gemäßigte

Einige hohe katholische Würdenträger in Polen unterstützen und verkünden einen katholischen Fundamentalismus. Es gibt aber auch Gegenwind aus den eigenen Reihen.

Papst Benedikt trifft Radio Maryja-Gründer
Tadeusz Rydzyk

Als Herrscher über sein Medienimperium ist der Redemptoristen-Pater Tadeusz Rydzyk eine der einflussreichsten Personen der polnischen Kirche. Auf "Radio Maryja", "TV Trwam" und in der Tageszeitung "Nasz Dziennik" verbreitet er seine fundamental-katholische Botschaft. Kritiker werfen ihm Antisemitismus und Nationalismus vor. Bei den Wahlen unterstützte er Kaczynskis Partei "Recht und Gerechtigkeit". Der bedankte sich mit den Worten: "Es hätte diesen Sieg nicht gegeben ohne Pater Rydzyk und Radio Maryja."
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Papst Benedikt trifft Radio Maryja-Gründer
Tadeusz Rydzyk

Als Herrscher über sein Medienimperium ist der Redemptoristen-Pater Tadeusz Rydzyk eine der einflussreichsten Personen der polnischen Kirche. Auf "Radio Maryja", "TV Trwam" und in der Tageszeitung "Nasz Dziennik" verbreitet er seine fundamental-katholische Botschaft. Kritiker werfen ihm Antisemitismus und Nationalismus vor. Bei den Wahlen unterstützte er Kaczynskis Partei "Recht und Gerechtigkeit". Der bedankte sich mit den Worten: "Es hätte diesen Sieg nicht gegeben ohne Pater Rydzyk und Radio Maryja."
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Michal Heller
Michał Heller 

Michal Heller ist Priester, Kosmologe und Philosophie-Professor an der Päpstlichen Universität Johannes Paul II in Krakau. Sein Interesse gilt sowohl der Naturwissenschaft als auch der Theologie. In seinen Büchern versucht er beide Ansätze miteinander zu vereinen. Für sein Werk wurde er mit dem Templeton Prize ausgezeichnet, eine Auszeichnung für Verdienste an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Religion. Mit dem Preisgeld von 1,6 Millionen Dollar gründete Heller das Copernicus Center in Krakau: Ein interdisziplinäres Forschungsinstitut, in dem er versucht, Theologie und Naturwissenschaften miteinander in Einklang zu bringen. Heller gilt als Mann des Dialogs. Die Politisierung der Kirche und die Pis beurteilt er kritisch. Deshalb sehen viele katholische Intellektuelle in Polen in ihm eine Alternative zu Rydzyk. 
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Bischof Jozef Michalik
Józef Michalik

Michalik war Erzbischof von Przemysl und von 2004 bis 2014 Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz. Er unterstützte bis zu seinem Rückzug vom Bischofsamt im April offen die Kaczynski-Partei "Recht und Gerechtigkeit" (Pis). Gegnern der Regierung warf er in seiner Osterpredigt vor, "fremde Völker zum Hass gegen Polen zu mobilisieren." Der Kirchenexperte Stanislaw Obirek wertet es als "deutliches Signal", dass Papst Franziskus seinen Rücktritt praktisch sofort annahm. Franziskus ist gegen die Politisierung der Kirche, für die Michalik stand.
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Stanislaw Gadecki segnet einen Fahrstuhl der Schule "Always Together".
Stanisław Gądecki

Als Erzbischof von Posen und derzeitiger Vorsitzender der Bischofskonferenz ist Stanisław Gądecki eine der wichtigsten Personen der polnischen Kirche. Er gehört zu den eher gemäßigten Vertretern. So tritt er zum Beispiel nicht in den Medien von Pater Rydzyk auf und unterstützt nicht eindeutig die Pis. Vor kurzem warnte er in einer Predigt vor den Gefahren des Nationalismus. Andererseits ist auch Gadecki kein Vertreter eines offenen Christentums. Welchen Machtanspruch er für die Kirche hat, offenbarte er kürzlich in einer Predigt: "Wenn auf der Welt eine neue Ordnung herrschen soll … dann wird das nur möglich durch eine wahrhafte Kenntnis des Menschen, seiner Natur und des Sinnes seiner Existenz. Und die ganze Wahrheit über den Menschen gibt es nicht außerhalb der Kirche." 
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Kardinal Henryk Hoser
Henryk Hoser

Henryk Hoser,  Bischof von Warschau-Praga, gehört zu den konservativsten Kirchenmännern in Polen. Er unterstützt die Ideen von Pis und Radio Maryja. Besonders erbittert kämpft er gegen die künstliche Befruchtung. Er bezeichnet diese als die "jüngere Schwester der Eugenik". In der Flüchtlingskrise warnte er: "Europa wird muslimisch, daran gibt es keinen Zweifel." Er sprach sich dafür aus, dass Polen christliche Flüchtlinge aufnehmen sollte, weil diese leichter zu integrieren seien. Damit steht er im Widerspruch zu Papst Franziskus. 
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Erzbischof Celestino Migliore
Celestino Migliore

Der apostolische Nuntius in Polen, Celestino Migliore, ist der Vertreter des Papstes. Sein Wort hat Gewicht innerhalb der Kirche. Und seine Rolle könnte noch bedeutender werden. Denn es gibt erste Anzeichen für einen aufkommenden Konflikt zwischen dem Papst und Vertretern der polnischen Kirche. Nicht nur in der Flüchtlingsfrage gibt es Differenzen. Franziskus sprach sich vor kurzem für eine klare Trennung von Kirche und Staat aus. Konfessionelle Staaten nähmen ein böses Ende. Die unter der Pis zunehmende Vermischung von Politik und Religion dürfte der Papst von daher kritisch sehen.
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Unterwegs im Osten

Schlösser in Tschechien

In Tschechien, vor allem in Böhmen, gibt es prachtvolle Schlösser. Viele wurden nach 1990 an Alteigentümer zurückgegeben, andere blieben in staatlichem Besitz. Schön hergerichtet sind sie mittlerweile fast alle wieder.

Ansicht des südlich von Prag am Ufer der Moldau gelegenen Schlosses Orlik.
Schloss Orlik In Tschechien wurde 1992 das großzügigste Restitutionsgesetz Ostmitteleuropas verabschiedet. Wer während der kommunistischen Zeit enteignet worden war, bekam Güter und Immobilien zurück. Und so heißt der Schlossherr auf Burg Orlik heute auch wieder Fürst Schwarzenberg. Bildrechte: dpa
Schloss Valtice
Schloss Valtice Weniger Glück hatte das Fürstenhaus Liechtenstein. Seine Bemühungen, Schloss Valtice sowie weitere Schlösser, Land und Industriebetriebe zurückzubekommen, blieben erfolglos. Die Liechtensteiner werden vom tchechischen Staat als Deutsche eingestuft. Und die sind von der Restitution ausgeschlossen. Seit einer umfassenden Rekonstruktion in den 1960er Jahren ist das Schloss für Besichtigungen geöffnet. In den Kellergwölben des Schlosses befindet sich ein einzigartiges Labyrinth von Weinkellern, die miteinander verbunden sind. Sie haben eine Gesamtlänge von 800 Metern. Bildrechte: dpa
Schloss Lednice
Schloss Lednice Auch das im 13. Jahrhundert erbaute Schloss Lednice in Südmähren gehörte bis 1945 dem Fürstenhaus Liechtenstein. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es in staatlichen Besitz über. Schon im Herbst 1945 öffnete man das Schloss als Museum. Im Wirtschaftsflügel waren von 1950 bis 1990 Büros und ein Studentenwohnheim untergebracht. Nach der Wende bemühten sich die Alteigentümer um die Rückgabe des Schlosses, scheiterten jedoch wie im Falle Valtice am Widerstand der tschechischen Regierung. In den vergangenen 20 Jahren wurde Schloss Lednice umfassend renoviert. Mit rund 380.000 Besuchern pro Jahr ist es nach Angaben der Schlossverwaltung heute das meistbesuchte Schloss Tschechiens. Bildrechte: IMAGO
Burg Melnik über der Elbe
Schloss Mělník Von hoch droben über der Moldau darf jetzt wieder Prinz Jiří Jan Lobkowicz auf seine Ländereien schauen. Seine Familie bekam den Besitz 1992 zurück. Das Schloss wurde renoviert. Es gibt dort ein Restaurant, eine Konditorei und einen Weinkeller. Einige historische Räume und die Kapelle können besichtigt werden. Nach der Enteignung 1948 war Schloss Melnik u.a. als Regionalmuseum, Galerie und Verwaltungssitz für das Landschaftsschutzgebiet Kokorin genutzt worden. Bildrechte: IMAGO
Ansicht des südlich von Prag am Ufer der Moldau gelegenen Schlosses Orlik.
Schloss Orlik In Tschechien wurde 1992 das großzügigste Restitutionsgesetz Ostmitteleuropas verabschiedet. Wer während der kommunistischen Zeit enteignet worden war, bekam Güter und Immobilien zurück. Und so heißt der Schlossherr auf Burg Orlik heute auch wieder Fürst Schwarzenberg. Bildrechte: dpa
Schloss Nelahozeves
Schloss Nelahozeves Auch Schloss Nelahozeves wurde 1993 mit all seinem Inventar an die früheren Besitzer zurückgegeben. Das Fürstenhaus Lobkowicz war 1950 enteignet worden. Eigentümer des Schlosses ist der in den USA geborene William von Lobkowicz. Eine Dauerausstellung im Haus zeigt u.a. Möbel, Gemälde und wertvolle Bücher. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Cihadla 1949, Chateau La Maison de Bon Repos
Schloss Bon Repos Das ehemalige Jagdschloss aus dem 18. Jahrhundert wurde 1945 verstaatlicht und der Tschechoslowakische Armee übergeben. Zwischen 1962 und 1964 wurde das Schloss rund 50 Kilometer nordöstlich von Prag im Stile des sozialistischen Realismus umgebaut. "Bon Repos" blieb auch nach der Wende im Besitz der Armee. Die verkaufte das heruntergekommene Objekt 2004 an eine private Investorengruppe, die das Schloss zu einem Konferenz- und Erholungszentrum ausbauen ließ. Bildrechte: IMAGO
Schloss Mikulov
Schloss Mikulov Im 13. Jahrhundert als Burg erbaut, später zum Barockschloss umgebaut, brannte Schloss Mikulov 1945 bis auf die Grundmauern ab. Zwischen 1947 und 1959 wurde es wieder aufgebaut. In seine Räume zogen ein Bezirksmuseum und die Ämter des Bezirkes Mikulov ein. Seit 1990 hat in Schloss Mikulov das Regionalmuseum u.a. mit Ausstellungen zur Historie der Stadt, des Schlosses und zur Weinkultur seine Heimat. Bildrechte: IMAGO
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Zwei Fäuste, eine in den ukrainischen und eine in den russischen Nationalfarben
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Anti-Regierungsdemo in Warschau
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UN Logo
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Seit 70 Jahren wird die UNO von Männern geleitet. Zum Jahresende wird ein neuer Chef bestimmt. Nun sind die aussichtsreichsten Kandidaten drei Frauen aus Osteuropa.

Fr 13.05.2016 14:25Uhr 02:11 min

http://www.mdr.de/heute-im-osten/video-18154.html

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Texttafel
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zwei Hände in Handschellen
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Zwei junge Leute sitzen auf dem Boden eines Zimmers
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Osteuropa

Das Massaker von Odessa
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Eine Mülldeponie
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Ein Kosmonaut im All
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Russland will von seinem neuen Weltraumbahnhof Wostotschny aus nach Mond und Mars greifen. Ob das gelingt? Schließlich fehlt es den Russen an Geld.

Fr 22.04.2016 12:36Uhr 02:31 min

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Eine Smartphone zeigt eine App
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Bibiana Barth
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Heute im Osten | Web-Sendung Wahrheit oder Fake?

Wahrheit oder Fake?

Unsere Medien sind heute bildgewaltig wie nie. Doch sind Sie sich sicher, dass die Bilder immer genaus das zeigen, was sie zeigen sollen?

Mo 19.10.2015 14:23Uhr 02:31 min

http://www.mdr.de/heute-im-osten/video304246.html

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Seit 70 Jahren wird die UNO von Männern geleitet. Zum Jahresende wird ein neuer Chef bestimmt. Nun sind die aussichtsreichsten Kandidaten drei Frauen aus Osteuropa.

Fr 13.05.2016 14:25Uhr 02:11 min

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Unsere Medien sind heute bildgewaltig wie nie. Doch sind Sie sich sicher, dass die Bilder immer genaus das zeigen, was sie zeigen sollen?

Mo 19.10.2015 14:23Uhr 02:31 min

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Ostblogger und Spezial-Tipp

Wem gehört der Osten?
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Die große Umverteilung

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